Direkt zum Hauptbereich

Was wurde aus Helmut Gehring?

Ich wusste, dass Großonkel Helmut Gehring, Bruder meiner Oma Anne, geboren am 9. Oktober 1916 in Häger 33, Mitte 1942 in "Russland" gefallen war. Das hier ist das beste Foto, das ich von ihm finden konnte, wobei ich mich frage, wo und bei welcher Gelegenheit es aufgenommen wurde:



Im Jahr 2011 habe ich dann einfach mal auf gut Glück eine Online-Anfrage beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gestartet.

Das hier kam dabei heraus:




Zum besseren Verständnis, wo sich das Ganze abgespielt hat, hat man mir netterweise auch noch gleich einen Ausdruck von google maps mitgeschickt: 


Wenn in der Familie immer erzählt wurde, dass Helmut in "Russland" geblieben wäre, dann muss man den Satz in der Retrospektive korrigieren: Altschewsk gehört heute zur Ukraine. 

Von Militärgeschichte und dem Aufbau der Wehrmacht habe ich leider immer noch relativ wenig Ahnung. Vielleicht gibt es ja aber da draußen einige Cracks, die mir etwas über sein Regiment erzählen können? 

Auch ansonsten weiß ich über Helmut nicht allzu viel, leider. Von seinem kleinen Bruder Fritz habe ich noch ein paar Briefe und Karten, die er im Krieg an Anne geschickt hat, aber von Helmut habe ich - nichts. 

Helmut war 25, als er fiel. Mit vollem Namen hieß er Hermann Wilhelm Helmut (der erste Helmut in der Familie, wenn ich mich nicht irre). Im Jahr 1938 war er Müllergehilfe, wie ich aus dem Wertheraner Adressbuch weiß. Es kann also gut sein, dass er die Mühle seines Vaters übernommen hätte, wenn er diesen verfluchten Krieg überlebt hätte. Verheiratet war er nicht, soviel ist klar, aber hatte er vielleicht eine Freundin, die auf ihn wartete? Man weiß es nicht, und ich werde es wahrscheinlich auch nie erfahren, eben weil alle Geschwister schon tot sind und es deshalb keinen gibt, den ich noch fragen könnte. 

Ich meine, dass ich mal einen Brief gesehen hätte, in dem stand, dass Helmut auf irgendeinem Platz einen Kopfschuss bekommen hätte, zusammen mit einem Kameraden Namens Kraak. Ich weiß nicht mehr, wer den besagten Brief geschrieben hat, glaube aber mich zu erinnern, dass es die offizielle Todesmitteilung war (von der ich natürlich keine Kopie habe). Irgendwer hat mir zu Anfang meines Forscherdaseins auch erzählt, dass Helmut zuerst in Brügge gewesen sein soll, bevor er gen Osten abkommandiert wurde, aber ich war damals so dämlich und habe mir nicht aufgeschrieben, von wem diese Information kam. 

Meine To-Do-Liste kann ich also um die folgenden Aufgaben ergänzen: 

  • Helmuts standesamtlichen Sterbeeintrag einsehen 
  • mir eine Kopie der offiziellen Todesmitteilung besorgen 
  • bestätigen oder widerlegen, dass Helmut zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Brügge/Belgien war (aber wie?) 
  • Helmuts Taufeintrag einsehen, um herauszufinden, wer seine Paten waren 
  • im Wertheraner Kirchenbuch nach Helmuts Sterbeeintrag suchen (lassen)



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Als Hörste unabhängig wurde

Seit geraumer Zeit tendiert man ja dazu, Orte zusammenzulegen und einzugemeinden. Sinn und Zweck dieser Übung ist, wohl, sie besser verwalten zu können, wobei ich mir nicht immer sicher bin, ob das auch so klappt, wie es einmal beabsichtigt war. Und weil immer mehr Menschen aus den beiden großen Hauptkirchen austreten, passiert in diesem Bereich genau dasselbe: Pfarreien werden zusammengelegt. Vor etwas mehr als 300 Jahren, nämlich im Jahr 1707, konnte man die umgekehrte Entwicklung in Hörste beobachten: Hörste nabelte sich von der Haller Kirchengemeinde ab und wurde selbstständig!  Das Geld für den Kirchenbau hatte man übrigens durch eine Lotterie zusammenbekommen... Zu dieser Zeit lebten auch Vorfahren von mir in Hörste, zum Beispiel ein Teil meiner Fronemann-Sippe: Gerhard Hinrich Fronemann , Colon in Hörste 6, und seine Frau Anne Catharine geb. Heitmann . Beide waren im Jahr 1671 geboren worden und heirateten dann 1701. Die entsprechenden Eintragungen finden sich also im K...

Hilfe vom Sofa aus

Im Moment arbeite ich mal wieder etwas weniger an meinen eigenen Sachen, was aber nicht bedeutet, dass ich untätig bin. Vergrippt, ja, mitunter, aber untätig? Nee...  Bei den Arolsen Archives kann ich mich auch vergrippt und vom Sofa aus nützlich machen: Die Ausländermeldekartei des ehemaligen Amtes Halle (Westfalen) steht online, und es warten noch Tausende von Karten darauf, transkribiert zu werden. Hier ist der  Link .  Das Schöne ist: Man braucht kein Benutzerkonto , um mitzumachen. Das einzige, was man braucht, ist ein bisschen Zeit - und es könnte nicht schaden, wenn man Kurrent und Sütterlin lesen kann.  Man muss sich auch keine Sorgen machen, dass man etwas falsch macht, denn es gilt das Sechs-Augen-Prinzip . Soll heißen: Wenn nicht wenigstens drei Leute unabhängig voneinander dasselbe gelesen haben, wird die Angabe im Endergebnis nicht frei gegeben. Das finde ich persönlich jetzt mal sehr beruhigend, vor allem, wenn es um die Namen und Herkunftsorte der oft...

Der Arbeitskreis Familienforschung Steinhagen

... trifft sich wieder, und zwar am    Samstag, dem 21. Juni 2025,  um 14.30 Uhr  in der Alten Feuerwehr in Steinhagen-Amshausen.    Ja genau, das ist der Samstag zwischen dem Fronleichnams-Brückenfreitag und dem Sonntag des letzten langen Wochenendes dieses Halbjahrs. Mit den ganzen Feiertagen kann man ja nur durcheinander kommen...    ;-)