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Empfohlener Beitrag

Willys Zweiter Weltkrieg

Einer der Punkte auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr war ja, die Meldekartei für Halle durchzugucken. Und diesen Punkt konnte ich inzwischen zumindest teilweise abhaken, denn ich habe diverse meiner Verwandten dort gefunden, und das auch noch teilweise mit einigen Überraschungen verbunden.   Die Haller Meldekartei friert quasi den Wohnungsbestand im Jahr 1953 ein. Nach Ortsteilen und dann Straßen, und dann innerhalb der Straßen nach Hausnummern, findet sich für jeden Haushalt eine Karteikarte. Auf dieser Karte ist dann die Meldehistorie aufgelistet. Meinen Urgroßvater Willy Hauffe und seine Frau Lina Ortmeyer gehörten zu den ersten, die ich gefunden habe, und zwar in Oldendorf Nr. 61 .  Die Karteikarte beginnt mit dem 04.02.1918. Damals meldete sich Willy vom "Militär" kommend in Oldendorf Nr. 61 an, als Lina dort schon (zusammen mit ihren Eltern) wohnte. Das war wohlgemerkt immerhin sieben Monate vor ihrer Hochzeit... und noch ein Dreivierteljahr vor dem Ende des Ers...
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In memoriam

Es gibt so Tage, an die man sich wohl immer erinnern wird. Der 24. März 1986 ist einer davon, denn das ist der Tag, an dem meine Oma, also die Mutter meiner Mutter, gestorben ist. Martha Sickendiek geb. Hauffe .      Als ich sie kennengelernt habe, war sie natürlich nicht mehr so jung wie hier. Auf dem Foto hier sieht sie ein bisschen so aus, als wüsste sie nicht, was sie mit ihren Händen machen sollte, und das war später definitiv nicht mehr der Fall. Eigentlich habe ich sie nur als ältere Frau in Erinnerung, obwohl sie gerade mal 54 war, als ich geboren wurde, und damit just zwei Jahre älter als ich jetzt. Die Erinnerung verzerrt da ein bisschen. Die Vorliebe für Kleidung mit bunten Mustern hat sie jedenfalls beibehalten, auch wenn es später keine Blümchenkleider mehr waren. Und wo ich gerade so drüber nachdenke, da habe ich auf einmal trotz fliegender Pollen den Duft von Tosca in der Nase. Und ich muss etwas grinsen, weil ich gerade heute den Drogeriemarkt meiner Wahl ...

Augusts Karteikarte

Ja, jetzt ist es raus: Uropa August Gehring war ein Mitglied der NSDAP . Hier ist seine Karteikarte:    Hätte ich mir auch anders gewünscht, ist aber so. Verwechselung ausgeschlossen.  Aufnahme am 01.05.37, klassisch, also an dem Tag, an dem statistisch die meisten Mitglieder aufgenommen wurde.  Was ich mich aber frage, und dabei kann mir ja vielleicht die Schwarmintelligenz helfen : Der Aufnahme wurde am 22.11.37 beantragt, also ein halbes Jahr später. Ohne Antrag keine Aufnahme. Also: Bloßer Schreibfehler, was das Antragsdatum angeht? Kann ja mal passieren, wenn man mit einem Schlag ein paar Hundert Tausend Leute in eine Partei aufnimmt.   Ich hatte ja damit gerechnet, trotzdem bin ich im Moment doch ein bisschen wütend auf ihn.  Dafür bin ich nun umso neugieriger, was seine Entnazifizierungsakte hergeben wird. Also nicht an postapokalyptischem Wunschdenken, sondern an Fakten.    

Die Einschläge kommen näher... Erste Erfahrungen mit der NSDAP-Mitgliederkartei

Okay, nun haben also die Amerikaner das online gestellt, das die Deutschen bisher aus Gründen des "Datenschutzes" nur im analogen Archiv und damit mit den entsprechenden langen Wartezeiten zugänglich gemacht haben: Die Mitgliedskartei der Nazis. Oder jedenfalls den größten Teil davon, denn 20 % haben es seinerzeit ja anscheinend doch leider in den Schredder geschafft.  Für Familienforscher wesentlich interessanter als die Epstein Files.  Und was ist nun?  Sagen wir mal: Es ist mühsam...  Die Kartei als solche ist leicht zu finden. Einfach bei catalog.archives.gov "12044361" als Suchbegriff eingeben.   Der schwierige Teil ist, in die Kartei auch tatsächlich reinzukommen. Als ich es es erstmals endlich geschafft hatte, musste ich schon nach ein paar Minuten unterbrechen, weil Besuch kam (die lebende Verwandtschaft sollte der toten doch noch vorgehen), und als ich mich dann eine Stunde später wieder an den Rechner gesetzt habe, bekam ich nur eine Fehlermeldun...

Kommando zurück!

Schade, ich hatte mich schon auf eine schöne Tasse Kaffee und gute Unterhaltungen gefreut, aber  der Arbeitskreis Genealogie Steinhagen fällt morgen,  also am  21. Februar 2026, aus.    Ob der Termin nachgeholt werden kann, steht noch nicht fest - in der Alten Feuerwehr ist anscheinend immer ziemlich viel los.   Dann muss ich mich halt anders beschäftigen... 

Der Coolness-Faktor

  Das hier ist mein Urgroßvater August Gehring , Vater meiner Großmutter väterlicherseits. August wurde im Oktober 1880 geboren, und aus der Tatsache, dass man ihn hier in Uniform sieht, schließe ich mal, dass das Foto im Ersten Weltkrieg entstanden ist. Da er nicht zu den ersten gehörte, die losgezogen sind, ist die Schätzung, dass er hier Mitte 30 war, also ziemlich realistisch. Da war er so sechs bis sieben Jahre verheiratet - man sieht ja auch seinen Ehering - und stolzer Familienvater.  Denken wir uns hier einfach mal die Uniform weg und die Wahrscheinlichkeit, dass das Foto für den Fall gemacht wurde, dass man sich an ihn erinnern konnte, falls er nicht wieder nach Hause kommen sollte. Was sieht man dann? Alleine diese Art, wie er da steht, dieses No-Nonsense, hat schon einen gewissen Coolness-Faktor, oder? Es ist nicht die Uniform, die ihn so da stehen lässt.  Gucken wir mal, ob ich noch genauso denke, wenn ich seine Entnazifizierungsakte eingesehen habe. Die ist ...

Alle Jahre wieder... im Januar: Gedenken muss man nicht organisieren

Der Holocaust-Gedenktag war ja nun schon gestern, in Deutschland Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus, und heute finden sich dann auch die Artikel über die verschiedenen Gedenkveranstaltungen in der Zeitung. Genauso wie übrigens jedes Jahr im November. Und wie jedes Jahr kommt in mir der Gedanke auf, dass es im Grunde immer wieder dieselben Leute sind, die dort hingehen - Schüler und Leute aus verschiedenen Arbeitskreisen, von denen aber die meisten schon in Rente sind.  (Nein, das soll hier jetzt kein Boomer-Bashing werden. Liegt mir fern, komplette Generationen zu verurteilen, obwohl ich heilfroh bin, dass ich mich zur Generation X zählen kann. Nicht nur, weil wir Grunge hatten, sondern vor allem, weil wir als "Generation dazwischen" sowohl digital als auch analog können. Aber zurück zum Thema.)  Vielleicht würden mehr Leute zu den - immer noch richtigen und wichtigen! - Gedenkveranstaltungen kommen, wenn sie nicht immer mitten in der Arbeitszeit eines großen T...