Dienstag, 24. März 2026

In memoriam

Es gibt so Tage, an die man sich wohl immer erinnern wird. Der 24. März 1986 ist einer davon, denn das ist der Tag, an dem meine Oma, also die Mutter meiner Mutter, gestorben ist. Martha Sickendiek geb. Hauffe 

 

Als ich sie kennengelernt habe, war sie natürlich nicht mehr so jung wie hier. Auf dem Foto hier sieht sie ein bisschen so aus, als wüsste sie nicht, was sie mit ihren Händen machen sollte, und das war später definitiv nicht mehr der Fall. Eigentlich habe ich sie nur als ältere Frau in Erinnerung, obwohl sie gerade mal 54 war, als ich geboren wurde, und damit just zwei Jahre älter als ich jetzt. Die Erinnerung verzerrt da ein bisschen. Die Vorliebe für Kleidung mit bunten Mustern hat sie jedenfalls beibehalten, auch wenn es später keine Blümchenkleider mehr waren. Und wo ich gerade so drüber nachdenke, da habe ich auf einmal trotz fliegender Pollen den Duft von Tosca in der Nase. Und ich muss etwas grinsen, weil ich gerade heute den Drogeriemarkt meiner Wahl mit einem Duft von 4711 verlassen habe, wenn auch in einer etwas neueren Variante. Vielleicht bin ich manchmal doch mehr die Enkelin meiner Großmutter, als es auf den ersten Blick scheint. Ihre Statur habe ich zwar leider nicht geerbt, aber dafür immerhin die Haarfarbe. Das behauptet jedenfalls meine Mutter, und die muss es ja schließlich wissen. 

Nein, ein schöner Tag war das nicht, heute vor 40 Jahren. Aber ich werde nie diesen Gesichtsausdruck meines Opas vergessen, als er sagte, "In drei Jahren hätten wir Goldene Hochzeit gehabt." Auch wenn die Welt es den beiden nicht immer leicht gemacht hat, das war eine große Liebe.  Und das zählt so unbeschreiblich viel. 

Sonntag, 22. März 2026

Augusts Karteikarte

Ja, jetzt ist es raus: Uropa August Gehring war ein Mitglied der NSDAP. Hier ist seine Karteikarte: 

 

Hätte ich mir auch anders gewünscht, ist aber so. Verwechselung ausgeschlossen. 

Aufnahme am 01.05.37, klassisch, also an dem Tag, an dem statistisch die meisten Mitglieder aufgenommen wurde. 

Was ich mich aber frage, und dabei kann mir ja vielleicht die Schwarmintelligenz helfen: Der Aufnahme wurde am 22.11.37 beantragt, also ein halbes Jahr später. Ohne Antrag keine Aufnahme. Also: Bloßer Schreibfehler, was das Antragsdatum angeht? Kann ja mal passieren, wenn man mit einem Schlag ein paar Hundert Tausend Leute in eine Partei aufnimmt.  

Ich hatte ja damit gerechnet, trotzdem bin ich im Moment doch ein bisschen wütend auf ihn. 

Dafür bin ich nun umso neugieriger, was seine Entnazifizierungsakte hergeben wird. Also nicht an postapokalyptischem Wunschdenken, sondern an Fakten.  

 

Samstag, 21. März 2026

Die Einschläge kommen näher... Erste Erfahrungen mit der NSDAP-Mitgliederkartei

Okay, nun haben also die Amerikaner das online gestellt, das die Deutschen bisher aus Gründen des "Datenschutzes" nur im analogen Archiv und damit mit den entsprechenden langen Wartezeiten zugänglich gemacht haben: Die Mitgliedskartei der Nazis. Oder jedenfalls den größten Teil davon, denn 20 % haben es seinerzeit ja anscheinend doch leider in den Schredder geschafft. 

Für Familienforscher wesentlich interessanter als die Epstein Files. 

Und was ist nun? 

Sagen wir mal: Es ist mühsam... 

Die Kartei als solche ist leicht zu finden. Einfach bei catalog.archives.gov "12044361" als Suchbegriff eingeben.  

Der schwierige Teil ist, in die Kartei auch tatsächlich reinzukommen. Als ich es es erstmals endlich geschafft hatte, musste ich schon nach ein paar Minuten unterbrechen, weil Besuch kam (die lebende Verwandtschaft sollte der toten doch noch vorgehen), und als ich mich dann eine Stunde später wieder an den Rechner gesetzt habe, bekam ich nur eine Fehlermeldung. Das ging dann bis heute Nachmittag immer noch so. Ich schließe daraus, dass ich nicht die einzige bin, die nach ihrer Verwandtschaft sucht. 

Heute Nachmittag habe ich es dann wieder hinbekommen und konnte ein paar Tausend Karteikarten zu durchsuchen. Ja, ein paar Tausend. Ist ja nicht so, dass man, wenn man einen Namen eingibt, direkt dort landet. Und diese ewig langen Ladezeiten, selbst mit Glasfaser... eine Geduldsprobe. Es ist auch erstaunlich, wie viele Nachnamen zwischen Schwenker und Schwentker liegen. War mir gar nicht so bewusst... Ein paar Schwentkers habe ich auch gefunden, die ich zuordnen kann, Brüder meines Urgroßvaters, die es in den Ruhrpott verschlagen hat. Aber deren Entnazifizierungsakten hatte ich schon digital im Landesarchiv gefunden, die waren also keine Überraschung. Uropa Hermann ist übrigens nicht aufgetaucht. Zu einer gewissen Erleichterung meinerseits.  

Jetzt sitze ich bei den Gehrings. Das Blöde ist, dass mittendrin das pdf wechselt. Die Gehrings mit Vornamen ab E habe ich grob durchgucken können, die davor noch überhaupt nicht, denn wieder kommt entweder die doofe Fehlermeldung oder es tut sich überhaupt nichts. Tatsächlich bin ich hier aber auch schon fündig geworden, und es hatten mehr Gehrings ein Parteibuch, als ich gehofft hatte. Ich bin aber halt noch nicht durch, so dass ich immer noch nicht weiß, ob das auch für August gilt oder nicht. Oder für meine Oma Anneliese, wenn wir schon mal dabei sind. 

Ich werde mich also in den nächsten Tagen nochmal dransetzen (müssen). Nun, da man so leicht an die Daten kommt, sollte man sie auch auswerten.  

Sonntag, 22. Februar 2026

Ersatztermin gefunden!

Gute Neuigkeiten: 

Der Arbeitskreis Genealogie Steinhagen trifft sich am 

28.02.26 um 14.30 Uhr 

in der Alten Feuerwehr in Amshausen! 

Bei mir könnte es da Terminschwierigkeiten geben, ist noch nicht ganz raus, aber wir werden sehen... :-) 

Freitag, 20. Februar 2026

Kommando zurück!

Schade, ich hatte mich schon auf eine schöne Tasse Kaffee und gute Unterhaltungen gefreut, aber 

der Arbeitskreis Genealogie Steinhagen fällt morgen, 

also am 

21. Februar 2026, aus.  

Ob der Termin nachgeholt werden kann, steht noch nicht fest - in der Alten Feuerwehr ist anscheinend immer ziemlich viel los.  

Dann muss ich mich halt anders beschäftigen...