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Freitag, 29. September 2023

"Ham Se gedient, junger Mann?"

Das ist eine Frage, die heute wohl eher selten gestellt wird. Für mich als Familienforscherin ist sie aber wieder spätestens in dem Moment wieder aktuell geworden, als ich versuchte, herauszufinden, wann und wie Urgroßonkel Heinrich in Köln gelandet ist. 

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann mussten grundsätzlich erstmal alle jungen Männer mit Vollendung des 17. Lebensjahres zum Militärdienst einrücken. Kein Recht auf Verweigerung aus irgendwelchen ominösen Gewissensgründen. 

Wie es dann weiterging, hing von der Schulbildung (und damit letztlich auch vom Stand der Eltern) ab: Der Gymnasiast konnte "Einjährig-Freiwilliger" werden und bekam nach ein paar Wochen auch sein eigenes Zimmer, während der Arbeiter seine zwei bis drei Jahre mit den Kameraden auf der Stube verbringen durfte. Auf der Seite des Deutschen Historischen Museums habe ich einen kurzen, aber trotzdem informativen Artikel darüber gefunden.   

Da geht es schon los - war Heinrich auf dem Gymnasium? Er wurde Kaufmann und Handelsrichter, aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass er auch tatsächlich Abitur gemacht hat.  

Heinrich wurde 1886 geboren, also müsste er ab 1903 wehrpflichtig gewesen sein. Ich weiß, dass er während des Ersten Weltkriegs nicht mehr in Häger gewohnt hat, denn in dem in dieser Hinsicht sehr hilfreichen Buch "Das Kirchspiel Werther und der Krieg von 1914-18" ist er in Häger nicht mehr als Kriegsteilnehmer aufgeführt. 1919 hat er in Köln eine Kölnerin geheiratet, was mich zu der Vermutung(!) führt, dass er irgendwann während dieser Zeit sein Fräulein Faillard und deren Familie kennengelernt hat.

In seiner Biografie fehlen mir Anfang des 20. Jahrhunderts also ein paar Jahre. Ich würde gerne wissen, wo er 1) seinen Militärdienst abgeleistet hat - und nach welchen Kriterien wurde man eigentlich den Regimentern zugeteilt? Zweitens stellt sich dann die Frage, was Heinrich während des Krieges gemacht hat. Ich nehme mal ganz stark am, dass er eingezogen wurde, aber wohin hat es ihn verschlagen? Wenn ich sehe, wo die restlichen Wertheraner gelandet und teilweise verendet sind, dann erscheint mir das alles doch ein wenig... willkürlich? 

Wenn jemand eine Idee hat - her damit?   

Mittwoch, 30. Juni 2021

Schulabschlüsse sind was Feines...

... und zwar auch für Familienforscher. 

Wenn ich in dieser Woche die Lokalzeitungen durchblättere, dann sehe ich, dass praktisch jede Schule ihre Absolventen vorstellt, mit Foto. Die meisten Mädels im langen Kleid, die meisten Jungs im blauen Power-Anzug (als ob es keine anderen Farben mehr gäbe). Die Namen werden auch genannt, und zwar sämtliche Vornamen, auch wenn sie in den meisten Fällen nicht den Gesichtern zugeordnet werden. Aber immerhin. 

Für diejenigen von uns, die sich schwer tun, die aktuell lebende Verwandtschaft zusammen zu puzzeln, kann das eine Hilfe sein. Man erfährt vielleicht noch einen weiteren bislang unbekannten Vornamen (viele der Kids dieser Generation haben ja wieder zwei oder mehr) oder kann das Alter besser eingrenzen. Und bei der Gelegenheit auch schon mal die Schulbildung bei dieser Person eintragen, ruhig auch mit der Anmerkung, dass die Corona-Pandemie nur eingeschränkt Präsenz-Unterricht zugelassen hat. Wenn man die Zeitung nicht im E-Abo hat, kann man auch ruhig mal nachgucken, ob der jeweilige Artikel auf der Homepage der Zeitung frei verfügbar ist. Schön ist es dann, wenn man die Fotos runterladen kann. Mit ein bisschen Glück haben sie eine Auflösung, bei der es sich lohnt, das Foto entsprechend auszuschneiden und im Stammbaum zu speichern. 

Ich bin übrigens auch nur auf die Idee gekommen, etwas dazu zu schreiben, weil ich auf diese Weise heute Morgen gleich zwei "Sickendieks" (in verschiedenen Schreibweisen) gefunden habe. 

Ich überlege gerade, wo der Artikel geblieben ist, in dem ich damals erwähnt worden bin. Wahrscheinlich lagert er noch irgendwo in der Ablage bei meiner Mutter. Aber ich kann mich auch noch so dran erinnern: Kreisgymnasium Halle (Westf.), Abi 1993. Unser Motto war bezeichnenderweise 

"Humor ist, wenn man's trotzdem macht." 

Passte zu uns. Wir haben zwar keine Hütchen in die Luft geschmissen, und ich habe mich auch nicht in ein Kleid zwingen lassen, aber gefeiert haben wir trotzdem ...!