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"Schitomir" gab's auch in Werther

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In den letzten Tagen wurde in den Nachrichten - aus gegebenem Anlass - oft der Name "Schytomyr" erwähnt. Bevor Russland in der Ukraine eingefallen ist, war es eine Universitätsstadt mit ungefähr 270.000 Einwohnern. Das hier zum Beispiel ist die Landwirtschaftliche Universität in Friedenszeiten, bei wikipedia geklaut:  Ich saß also vor dem Fernseher und dachte, "Moment - irgendwo hast du das schon mal gehört..." Und dann fiel es mir ein: Als Werther noch "seine" Kleinbahn hatte, gab es nicht weit vom Haus meiner Familie, das ja zwischen Delius und dem Kippskrug lag, eine Haltestelle, die die Wertheraner "Schitomir" getauft hatten. Sie lag schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite, neben einem Feuerlöschteich, den es auch nicht mehr gibt, an der Einmündung der heutigen Ziegelstraße, also da, wo das Autogeschäft jetzt ist. Auf dem offiziellen Verlaufsplan der Kleinbahn, den man wikipedia findet, ist diese Haltestelle allerdings nicht verzei...

Peter August Böckstiegels Nachbarn

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Ich mag Peter August Böckstiegel s Bilder. Da schlägt mein Lokalpatriotismus schonungslos durch, sogar noch mehr als bei Arminia und Schokopudding von Dr. Oetker. Direkt hinter mir an der Wand hängt auch tatsächlich ein Ausstellungsposter (" Arrode war meine Akademie ") aus dem Jahr 1989, auf dem sein "Elternhaus mit Kornstiegen" abgebildet ist, das um 1928 entstanden ist. Dieses Elternhaus steht immer noch in Werther an der Schloßstraße.  Damals hieß die Besitzung allerdings noch Arrode Nr. 4 ; Peter August wurde dort 1889 geboren, genauso wie übrigens auch seine Zwillingsschwester Anna Johanne Luise.  Böckstiegel-Museum mit Wohnhaus Inzwischen hat Böckstiegel ja sein eigenes Museum dazu bekommen, das ich übrigens sehr empfehlen kann, auch wenn ich zugeben muss, dass ich am Anfang extrem skeptisch war, was das Design angeht - dieser viele graue Beton... inzwischen weiß ich's aber zu schätzen, und ich fange an, den Kontrast mit dem alten Haus zu mögen.  Ich kan...

Die A.-H.-Straße ... und mein Widerwille

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Das ist der Haken, wenn man in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts unterwegs ist - man stolpert über unschön veränderte Straßennamen. Da wurde in Werther zum Beispiel aus der Bielefelder Straße die A.-H.-Straße, benannt nach der Person, die sich seinerzeit als "Führer" feiern ließ, in Wirklichkeit aber nichts anderes war als ein Verbrecher. Die Schloßstraße wurde nach dem Medikamentenabhängigen mit den Fantasieuniformen benannt, warum auch immer.  Die (Alte) Bielefelder Straße (Quelle: www.geschichtsportal-werther.de ) Und nun sitze ich hier und frage mich, wie ich das in Werthers Gedächtnis verarbeiten soll, denn nach den "dunklen Zeiten" wurden die betreffenden Straßen ja ziemlich schnell wieder in ihre ursprünglichen Namen unbenannt. Komplett ignorieren kann ich diese zwölf Jahre aber nun auch nicht; zumindest habe ich das Gefühl, dass das der Geschichte nicht gerecht werden würde. Ich denke mal, dass ich den eigentlichen (= ursprünglichen und dann...

Herzlichen Glückwunsch Werther, Halle, Borgholzhausen und Versmold!

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Es gibt etwas zu feiern! Heute vor 300 Jahren bekamen Halle, Werther, Borgholzhausen und Versmold die Stadtrechte!  Wichtig war das vor allem, weil sich nun mehr Gewerbe in den jeweiligen Orten ansiedeln konnte. Und damit ging es wirtschaftlich bergauf. Für den Fiskus war die Sache insoweit lohnenwert, als es eine neue Steuer gab: Die Akzise, ihres Zeichens eine Verbrauchs- und Umsatzsteuer... Gefühlt überall wird nun gefeiert. Wer sich für das Thema interessiert, der kann sich ja mal auf dieser Seite hier umgucken: www.300-jahre-stadtrechte.de Viel Spass!

Mitten in der Stadt war früher auf dem Land...

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Irgendwann fiel mir auf, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts die Todesfälle in Arrode Nr. 13 nur so knubbelten. Kein Wunder, denn es handelte sich um das St. Jacobi-Stift , das sich ab 1875 vom "Pflegehaus" im Laufe der Jahre zu einem "richtigen Krankenhaus" entwickelte. Das war zu einer Zeit, als Krankenhäuser noch nicht wie reine Wirtschaftsunternehmen geführt werden mussten und man es noch wichtig fand, auch in einer Kleinstadt zumindest eine Primärversorgung vor Ort zu haben, die man sich heute nicht mehr leisten kann. Inzwischen ist das Krankenhaus schon längst wieder abgerissen und damit ein abgeschlossener Teil der Geschichte. Wer Bilder sehen will, der muss nur mal " Krankenhaus Werther " in die Google-Bilder-Suche eingeben. An seiner Stelle und Stätte findet man aber wieder ein Jacobistift - dieses Mal in Form eines Seniorenheims, unten an der Mühlenstraße. Was heute so selbstverständlich mitten in der Stadt liegt, war in früheren Zeiten tats...

Die "Judenkirche" in Werther

Meinen direkten Vorfahren Henrich Wilhelm   Pott genannt Törner (1760-1825) und Elisabeth geb. Esdar (1775-1845) gehörte früher das Grundstück Werther Nr. 21 , gelegen an der jetzigen Ravensberger Straße zwischen der Adler-Apotheke und dem heutigen Bankvereinsgebäude. Ich bin mir nicht sicher, ob das Haus, das heute dort steht, noch dasselbe ist wie das, das sich auch schon Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Familie Törner dort wohnte, auf der Stätte befand. Sogar in einem kleinen Städtchen wie Werther hat sich eben vieles verändert in den letzten 200 Jahren. Das Besondere an diesem Grundstück ist, dass sich hinter dem Haus früher die Wertheraner Synagoge befand (nur nebenbei erwähnt: Die Törners waren evangelisch). Entsprechend habe ich in der Grundakte, die im Landesarchiv NRW in Detmold liegt und sich als richtig dicker und nur mittelgradig verstaubter Schinken mit 300 Blättern herausgestellt hat, die folgende Versicherungsbescheinigung gefunden: Die Gebäude des B...

Die Amtsblätter der Königlich Preußischen Regierung zu Minden

Die Weihnachtszeit ist ja oft auch eine Schmökerzeit. Wie wäre es denn, einen Teil der langen Winterabende vor dem Rechner zu verbringen und ein bisschen mehr über die Lebensumstände unserer Vorfahren zu recherchieren? Bei google books kann man sich zum Beispiel die "Amtsblätter der Königlich Preußischen Regierung zu Minden" aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angucken. Da finden sich schon einige Dinge, die auch für den Familienforscher interessant sein können. Wer war wann Vorsteher oder Schiedsmann in welcher Gemeinde, und wer war sein Vertreter? Wer waren die Ärzte und Hebammen, die unsere Vorfahren auf die Welt geholfen und behandelt haben? Welche Auswanderungsagenturen haben wann ihre Lizenz bekommen (und wieder verloren)? Wer hat wann ein Patent worauf angemeldet?  Mit einem gewissen Grinsen liest man auch die veröffentlichten Steckbriefe . Während man hofft, dass man nicht ausgerechnet in dieser Rubrik auf eigene Familienmitglieder trifft, findet man es dann ...

Neue Serie im Westfalen-Blatt

Seit gestern gibt es im Wertheraner Lokalteil des Westfalen-Blattes eine neue Serie: Man will sich in loser Folge die markantesten Gebäude der Stadt vornehmen.  Den Anfang macht das " Walbaumsche Haus " am Venghauss-Platz. Von der Familie Stute errichtet, wurde es später von der Familie Walbaum übernommen, die einige prominente Kaufleute hervorbrachte. Wenn ich mich nicht irre, dann kam der erste Walbaum, den es nach Werther verschlagen hat, aus Lübbecke. Die Walbaums waren eng mit den Heidsiecks verwandt, und wer dabei an Champagner denkt, der liegt goldrichtig. Ich bin schon gespannt, wie die Serie weitergeht. Hoffentlich konzentriert sich das WB wirklich auch auf die geschichtlichen Hintergründe, anstatt "nur" Werbung für die heutigen Geschäfte zu machen. Letztere hat natürlich auch ihre Berechtigung, aber interessanter für mich sind doch die Jahrhunderte davor... alles eine Frage der Perspektive!

Ostwestfalen im Schlachtgetümmel?

Heute vor 200 Jahren tobte bei Leipzig die sog. Völkerschlacht . Über 600 000 Menschen versuchten, sich gegenseitig zu töten. Ein Sechstel der Soldaten wurde getötet oder zumindest verwundet. Es war die bis dahin größte Schlacht, die die Menschheit je gesehen hatte, und für die nächsten 100 Jahre würde sie es auch bleiben. . Dass Preußen und seine Alliierten gewannen ( kann es bei einer solchen Schlacht überhaupt einen Sieger geben? ), war der Anfang vom Ende Napoleons, was auch Auswirkungen auf die Gegend hier hatte. Werther und Halle mussten nicht mehr als "geteilte" Städte (zwischen dem Königreich Westphalen einerseits und Frankreich andererseits) ihr Dasein fristen. War vielleicht einer meiner Vorfahren im Schlachtgetümmel dabei? Es könnte gut sein. In Betracht kommen wohl hauptsächlich diejenigen, die zwischen 1780 und 1795 geboren sind, vielleicht auch ein oder zwei Jahre jünger. Und das sind in meinem Stammbaum eine ganze Menge. Außerdem stellt sich die Frage, für...

Einschlingen, Zweischlingen, Dreischlingen...

Manchmal frage ich mich ja, weshalb ich die Tageszeitung überhaupt noch lese - Mundpropaganda und das Internet sind in einer Kleinstadt ja eigentlich die Mittel der Wahl, wenn man sich schnell informieren will. Und zwar in genau dieser Reihenfolge. Ab und zu findet man in der Zeitung aber auch kleine nette Zusammenfassungen zu historischen Themen. Das Westfalen-Blatt druckt zur Zeit eine Serie über die " Schlingen ", also die ehemaligen Zollstellen an der heutigen B68 zwischen Steinhagen und Bielefeld. Wenn man sich die Situation vor 150 Jahren anguckt, dann hat sich im Vergleich zu heute an der Ausgangssituation eigentlich gar nicht mal so ungeheuer viel verändert: Es stellt sich immer noch die Frage, wie man denn bitte schön den - notwendigen - Ausbau der Infrastruktur finanzieren soll. Im Fall der Landstraße zwischen Halle und Bielefeld war die Lösung schnell gefunden: Man nahm einfach von den Reisenden Wegezoll , und zwar gleich alle paar Kilometer. Nur allzu logisch...