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Dienstag, 31. Dezember 2024

Der Plan für 2025

Vor einem Jahr habe ich geplant, keine Pläne zu haben. Und was ist passiert? Ich habe mich irgendwie verheddert, oder zumindest ist das das Gefühl, das ich habe, wenn ich so an die letzten zwölf Monate denke, jedenfalls im genealogischen Sinn. Ich habe mal hier geforscht und mal da, mal hier ein bisschen editiert und mal da ein bisschen transkribiert. Und ab und zu mal zugehört und zugeliefert. Aber insgesamt? Nee, so richtig rund fühlt sich das nicht an. 

Was kann also das einzige logische Fazit sein (außer, dass ich vielleicht ein kleines bisschen neurotisch bin, wenn um Genealogie geht)? 

Richtig. 

Ein Plan!


 Es gibt wieder einen für 2025. Here we go: 

1. Werthers Gedächtnis zu Ende digitalisieren. 

Ein paar Buchstaben sind noch übrig. Und dann war da noch die Tatsache, dass mir einer dieser dicken schwarzen Ordner runtergefallen ist, während er offen war, und sich ungefähr 350 Blätter über den Fußboden unseres Wohnzimmers verteilt haben. Nicht, dass hier je etwas wegkommen würde (eher im Gegenteil), aber so richtig in der richtigen Reihenfolge sind diese 350 Blätter nicht mehr. Falls sich noch jemand an die Simpsons-Folge erinnert, in der Bart die Memoiren von George H. W. Bush durcheinanderwirbelt... genau so. 

2. Die Schwartz-Kuckelkorn-Linie weiter erforschen. 

Der kleine Aststummel im Stammbaum des Familienforschungsmuffels. Ich kann's gar nicht mehr mit ansehen. Irgendwas muss da passieren. Ich weiß zwar noch nicht genau, wie ich es anstelle, aber irgendwie wird's schon gehen. Und mit ein bisschen Glück stellt Matricula ja auch mal die richtigen Kirchenbücher online... sonst muss ich mir was einfallen lassen. 

3. Einen Vortrag beim Westfälischen Genealogentag hören. 

Ich weiß zwar noch nicht, welche Vorträge es gibt, aber irgendwas Interessantes ist eigentlich immer dabei. 

4. Die Geburten von 1914 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. 

Die von 1913 waren dieses Jahr dran, und nun folgt logischerweise... genau. Ein bisschen Kontinuität muss sein.

5. Die Wertheraner Opferliste des Zweiten Weltkriegs soweit wie möglich vervollständigen. 

Diese Liste ist jetzt schon lang, und sie wird noch um einiges länger werden. 2025 ist diese Katastrophe der Menschheit 80 Jahre her. Wenn das nicht ein Anlass ist, sich nochmal mit dieser Liste auseinanderzusetzen, was dann? 

6. Die Haller Meldekartei checken. 

Und da werde ich dann vor allem zwei Namen suchen: Sickendiek und Ortmeyer. Vor allem meine Großeltern (aber auch meine Urgroßeltern) sind ziemlich oft innerhalb von Halle umgezogen. Wäre schon schön, wenn ich die Daten etwas genauer hinkriegen könnte. 

7. Meine Ancestry-Ergebnisse mit denen von MyHeritage vergleichen. 

Was natürlich voraussetzt, dass sie irgendwann mal bei mir ankommen. Gucken wir mal, wo die Unterschiede sind. Und ob ich Entschuldigungen für meine zahlreichen Macken finde, die gerne als Anflüge von Exzentrik zu kaschieren versuche. 

8. Mir die Hörster Kirche von innen angucken. 

Das ist eigentlich ein schlechter Scherz: Ich wohne gerade mal 10 Minuten mit dem Auto von dort entfernt, wo mein Großvater mütterlicherseits getauft wurde und wo viele meiner Vorfahren vor dem Traualtar gestanden haben. Von außen kenne ich die Kirche, aber ich war noch nie! drin. Zeit, das mal zu ändern. Am besten außerhalb eines Gottesdienstes. Ich muss mal checken, ob es da eine Offene Kirche gibt. 

9. Meine handschriftlichen Notizen in Werthers Gedächtnis einarbeiten. 

Also die, die nicht in den dicken schwarzen Ordnern darauf warten, sondern die anderen. Die in den DIN/A-5-Ringbüchern, die so schön handlich sind. 

10. Meine Stammbaum-Forschungen in einem Ordner übersichtlich zusammenfassen. 

Jedenfalls meine direkten Linien. 

Ich kann nicht anders, ab und zu brauche ich halt mal was, in dem ich blättern und mir Notizen machen kann. Ich glaube, ich habe hier schon mal geschrieben, dass ich das Hin- und Herblättern vermisse und dass mir diese Welt, obwohl ich die Vorteile der Technik schon sehe und auch selbst nutze, irgendwie zu digital geworden ist. Zeit, mir da mal einen kleinen Rückzugsort zu schaffen. Und zwar so kompakt, dass es nicht aus dem Ruder läuft. In einem schönen dicken Ordner, auch wenn der vielleicht nicht in diesem einen Jahr 2025 komplett voll werden wird. 

_____________

Schon klar, dass das alles zumindest teilweise parallel ablaufen wird und nicht schön brav hintereinander. Wenn ich darauf warte, dass ich mit Werthers Gedächtnis durch bin, würde der Genealogentag schon gelaufen sein. Aber so habe ich jedenfalls ein paar Leitlinien, an denen ich mich langhangeln kann. Obwohl ich natürlich nicht ausschließen kann, dass ich auch ab und an mal etwas mache, das nicht auf der Liste steht. Dazu macht das Forschen (das Lesen, das Denken, das Kombinieren, ...) einfach zu viel Spass... 

Allen einen guten Rutsch in ein wunderbares neues Jahr 

- wir sehen uns 2025!  

Samstag, 25. November 2023

Es kam so über mich...

Eigentlich habe ich mich ziemlich gut geschlagen, was diesen ganzen elenden Black Friday-Hype angeht. Ich habe sehr, sehr viele Angebote in meinem E-Mail-Postfach gelöscht, ohne auch nur reinzugucken. 

Viele, aber nicht alle. 

Bei MyHeritage bin ich tatsächlich schwach geworden: DNA-Analyse für 33,00 EUR. Könnte daran liegen, dass mich Covid nun nach dreieinhalb Jahren doch noch erwischt hat. Könnte auch daran liegen, dass ich neugierig bin, was mir die DNA des Familienforschungsmuffels über die Herkunft seiner Vorfahren verraten kann. Ist da jetzt was Französisches dabei oder nicht? 

Kurzum: Ich habe den Familienforschungsmuffel gefragt, ob er sich vorstellen könnte, mir eine DNA-Probe zu geben. Ich hatte ja eigentlich damit gerechnet, dass er die Notwendigkeit schlicht nicht einsieht. Er ist halt einer dieser Menschen, die sehr genau wissen, wer sie sind, ohne dass sie ihre eigene DNA dazu zu Rate ziehen müssen.  

Die Antwort, die ich dann mit einem verschmitzten Grinsen bekam, hat mich dann tatsächlich überrascht: 

"Ist eigentlich egal, die Polizei hat meine DNA ja auch schon." 

Stimmt. Jedenfalls zum Teil. Er hat vor Jahren mal im Rahmen eines Reihen-DNA-Tests eine Speichelprobe abgegeben, wie Tausende andere hier in der Gegend auch. Die Probe sollte aber längst vernichtet sein. 

Schön jedenfalls, dass mich der Familienforschungsmuffel auch nach über 28 Jahren noch überraschen kann. Und dass er mich zum Lachen bringt, auch wenn das momentan fast immer mit einem Hustenanfall meinerseits einhergeht.  

Jetzt warte ich also darauf, dass die Test-Kits kommen. Bis dahin sollten wir wohl beide wieder negativ sein. Ich schicke da doch keine positive Probe hin...! 



 

 

Freitag, 12. Mai 2023

Öcher Singsang in meinen ostwestfälischen Ohren

Nachdem ich nun Opa Wilhelm Schwartz' Geburts-, Heirats- und Sterbedaten in Erfahrung hatte bringen können, habe ich mich direkt wieder an den Rechner gesetzt und zwei Mails geschrieben: 

Einmal an das Standesamt in Aachen, um an eine Kopie von Wilhelms Geburtseintrag zu kommen, denn dann kenne ich auch seine Eltern. Ich habe mal ein bisschen in den alten Adressbüchern von Kohlscheid gestöbert, die man online finden kann. Es würde mich deshalb nicht wundern, wenn sein Vater auch ein Wilhelm war. Hier warte ich noch auf Antwort. 

Das Standesamt in Eschweiler war dagegen war schneller. Ich bin inzwischen schon ganz happy, wenn das Telefon klingelt und die Vorwahl im Display mit "042" beginnt. Außerdem höre ich den "Öcher Singsang", wie ich ihn nenne,  extrem gerne. Diese Sprachmelodie, die so ganz anders ist die ostwestfälische hier. Wenn ich ehrlich bin, dann können meine ostwestfälischen Ohren sie zwar nicht wirklich vom Kölner Dialekt unterscheiden, aber egal.

Dort hatte ich um eine Kopie des Traueintrags von Wilhelm und Franziska Derix gebeten. Franziska soll laut onkelscher Erzählung in Dürwiß geboren sein, das inzwischen nach Eschweiler eingemeindet wurde. Also habe ich auch nach einer Kopie ihres Geburtseintrages gefragt. Langsam gehen mir diese ganzen Eingemeindungen zwar auf die Nerven, aber aus familienforscherischer Sicht sind sie eigentlich ganz praktisch, weil dann die Unterlagen der ehemalig eigenständigen Gemeinden zusammen aufbewahrt werden. Immerhin.

Beide Einträge hat man im Standesamt gefunden, und auch Franziskas Eltern haben in Dürwiß geheiratet, so dass ich gleich schriftlich (also online) auch noch eine Kopie dieses Traueintrag nachgeordert habe.  

Ein paar Infos über die Derixens habe ich mir aber vorab schon erfragt. Ich konnte einfach nicht anders... 

Franziska Derix' Vater war ein Wilhelm Josef Derix. Er wurde am 23.07.1890 in Eschweiler geboren und starb am 18.01.1970 in Dürwiß. Guck an, er ist immerhin fast 80 geworden. 

Sechs Tage vor seinem 30. Geburtstag, und zwar am 17.07.1920, hat er in Dürwiß geheiratet, und zwar eine Anna Hubertina Clermont

Clermont! 

Vielleicht ist an der Sache mit den französischen Wurzeln ja doch was dran. Aber in welcher Generation? Oder lande ich mit meinem Stammbaum in Belgien? Schließlich sind es ja nur ein paar Kilometer bis zur belgischen Grenze. Also sind die belgischen Wurzeln erstmal naheliegender als französische.

Und "Hubertina"? 

Der Familienforschungsmuffel musste genauso breit grinsen wie ich. Wir hoffen nur, dass ihr Spitzname nicht "Hubsi" war.

Donnerstag, 11. Mai 2023

Vielleicht war er ja noch nicht richtig tot...?

Der Großvater mütterlicherseits des Familienforschungsmuffels war Friedrich Wilhelm Schwartz aus Kohlscheid bei Aachen. Wilhelm war sein Rufname, er war Bergmann, und mit Franziska geb. Derix verheiratet. 

Das Kohlscheider Wappen: Drei Schlägel als Symbole des Bergbaus.

Laut dem einzigen Onkel meines Mannes auf mütterlicher Seite sollte Wilhelm im November 1916 in Kohlscheid geboren worden sein. Und in Kohlscheid soll er auch gestorben sein. Nach der onkelschen  Erzählung soll er aus dem Krankenhaus gekommen und mit den Worten "Ich gehe jetzt sterben" die Treppe hochgegangen sein. Und das soll er dann auch getan haben. 

Das muss irgendwann zwischen 1990 und 1993 gewesen sein. Der Familienforschungsmuffel wohnte da schon lange mit seinen Eltern hier in Ostwestfalen, so dass er das alles im Grunde nur noch aus zweiter Hand mitbekommen hat, zumal es im Informationsfluss zwischen Kohlscheid und OWL wohl gehakt hat. Wie das Leben halt manchmal so spielt. 

Die Mutter des Familienforschungsmuffels habe ich schon gar nicht mehr kennen gelernt; sie war gestorben, lange bevor wir zusammengekommen sind.  Sie konnte ich also nicht mehr fragen. Wenn ich von meiner Schwiegermutter spreche, dann meine ich eigentlich meine Stief-Schwiegermutter, aber das ist im täglichen Umgang einer der Fälle, in denen ich es nicht so genau nehme. Schließlich ist sie die einzige Schwiegermutter, die ich je gehabt habe (und hoffentlich haben werde). Mein Schwiegervater hatte die einzelnen Daten auch nicht mehr konkret im Kopf. 

Die einzige Quelle, die mir somit geblieben ist, ist also der Onkel in Kohlscheid. Seit ein paar Monaten telefonieren wir ab und an. Das blöde ist nur, dass ich ihn nicht mal einfach so zum Unterlagen-Sichten in den Keller schicken kann, weil er inzwischen fast komplett blind ist. Also musste ich mich erstmal auf sein Gedächtnis verlassen und alles, was er mit erzählt, als Arbeitshypothese betrachten. . 

Ich habe also erstmal das Standesamt in Herzogenrath angemailt, weil Kohlscheid inzwischen nach Herzogenrath eingemeindet wurde und ich ja angenommen hatte, dass Wilhelm in Kohlscheid geboren worden war. 

Das Standesamt Herzogenrath hat ihn nicht gefunden. Keine Spur von ihm. 

Also weiter über das Stadtarchiv Herzogenrath. Vielleicht konnte man ja da Wilhelms Sterbeeintrag finden? 

Nein, konnte man nicht. Dafür führte ich mit der netten Mitarbeiterin dort ein ziemlich denkwürdiges Telefonat, in dem dann auch die Frage fiel, 

´"Vielleicht war er ja noch nicht richtig tot...?!" 

Der Hintergedanke war, dass Wilhelm vielleicht doch noch ins Krankenhaus gekommen ist und er erst dort von einem Arzt für tot erklärt wurde. 

Also habe ich als nächstes das Standesamt in Würselen angemailt. Von meiner Schwiegermutter wusste ich, dass mein Schwiegervater und die Mutter des Familienforschungsmuffels 1969 in Würselen geheiratet hatten, und ich hatte gehofft, dass sich in der dortigen Sammelakte vielleicht ein paar Hinweise auf die Brauteltern finden ließen. 

Das war dann zwar nicht der Fall, aber es gab einen Sterbeeintrag von Großvater Wilhelm, der aber nicht im Standesamt, sondern in der Verwaltungsregistratur liegt. Man war so nett und hat meine Mail entsprechend weitergeleitet, und heute habe ich die Mail aus Würselen bekommen: Ja, Opa Wilhelm ist in Würselen gestorben, konkreter: am 2. Mai 1992 in Bardenberg, das inzwischen - wie sollte es auch anders sein - nach Würselen eingemeindet wurde . Er starb nicht zu Hause, sondern im Krankenhaus. Also war er wohl tatsächlich noch nicht "richtig tot". Außerdem stand in der Mail, dass er und Franziska im Mai 1949 in Eschweiler geheiratet haben. Wenn ich einen Scan des Sterbeeintrags haben wolle, dann müsse ich 24,70 EUR berappen. 

Mmmmh, 

Weil ich sowieso schon auf heißen Kohlen gesessen habe, habe ich stattdessen zum Telefon gegriffen. Der nette Herr in der Registratur hatte das Sterberegister auch noch in Griffweite liegen und hat mir auch noch meine restlichen Fragen beantwortet: Ja, Wilhelm war auch tatsächlich im November 1916 geboren, nur eben halt nicht in Kohlscheid, sondern in - Aachen

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. 

Sonntag, 12. Februar 2023

Französische Wurzeln?

Es passieren noch Zeichen und Wunder! 

Wir erinnern uns: Am 1. Januar hatte ich hier - passend zum neuen Jahr - eine kleine Liste mit Dingen gepostet, die ich 2023 gerne erledigen würde. Punkt Nummer 9 auf dieser Liste war "Familie Schwartz erforschen" - das sind die Vorfahren mütterlicherseits meines Mannes. 

Der Ausgangspunkt ist folgender: 

Ich wusste, dass die Großeltern meines Mannes der Bergmann Wilhelm Schwartz und seine Frau Franziska Derix waren, die in Kohlscheid bei Aachen gewohnt haben. Konkrete Daten hatte ich nicht; der Familienforschungsmuffel kann sich nur daran erinnern, dass sein Großvater Anfang der 1990er Jahre gestorben sein muss und seine Großmutter noch früher. Dazu muss man sagen, dass mein Mann schon im frühen Teenageralter Halbwaise geworden ist - die Generation, die man eigentlich über die eigenen Vorfahren ausfragen würde, fehlt also. 

Es gibt aber noch einen Onkel, zu dem der Kontakt einigermaßen abgerissen war. Schade eigentlich, kommt aber in den besten Familien vor, vor allem, wenn man weiter auseinander wohnt. Der Familienforschungsmuffel und ich sind nun schon über 27 Jahre ein Paar, aber diesen Onkel hatte ich noch nie zu Gesicht bekommen, geschweige denn mit ihm gesprochen. Es wäre also irgendwie merkwürdig gewesen, wenn eine ihm gänzlich unbekannte Frau einfach mal bei ihm angerufen hätte, um ihn über seine Familie auszuquetschen. Sowas lässt einen heutzutage ja an Enkel-Tricks denken.

Und wer rief jetzt am Wochenende an? Richtig. Besagter Onkel! Einfach so, ohne Agenda. Nur mal, um zu hören. Der Familienmuffel fand dann einen Zettel vor seiner Nase mit der Aufschrift: 

"Du weißt, was Du zu tun hast!"

Er wusste es. Er hat mir das Telefon rübergereicht. Ich mag ja diesen Öcher (Aachener) Singsang, obwohl ich ihn ehrlich gesagt nicht vom kölner unterscheiden kann.

Und so habe ich dann erfahren, dass Wilhelm und Franziska 1916 bzw. 1923 geboren sind, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach in Kohlscheid respektive in Dürwiß. Das ist doch schon mal was. Damit kann ich etwas anfangen. 

Vom Stuhl gefallen bin ich dann (fast), als Onkel erwähnte, dass die Familie über die Derix-Seite französische Wurzeln gehabt haben soll. Comment? Der Familienforschungsmuffel, dessen Französisch noch einen Tick schlechter ist als meins (bis jetzt haben es alle Franzosen aber mit dem gebührenden Humor genommen), soll zumindest teilweise französischen Ursprungs sein?

Mit niederländischen Wurzeln hatte ich ja gerechnet, denn Kohlscheid liegt direkt an der deutsch-niederländischen Grenze, aber mit französischen?! Nun ja, wenn ich so darüber nachdenke, dann würde es einiges erklären.

Und wenn es sich als wahr erweisen sollte, dann wird's lustig. 

Je vous tiendrai au courant.

Samstag, 1. Januar 2022

Eine kleine To-Do-Liste für das neue Jahr

Hach, ein neues Jahr! 

Komisch, dass da bei mir immer so diese Energie aufkommt, bei der es mir in den Fingern juckt, Listen zu schreiben. Ich gehöre allerdings zu denen, die schon immer gerne Listen geschrieben haben, schon alleine, weil es sich so gut anfühlt, etwas abhaken zu können. 

Die logische Konsequenz dessen ist... 

Meine genealogische To-Do-Liste für 2022: 

  • Die Geburten von 1911 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. 
  • Die Trauungen von 1941 in Werthers einarbeiten. 
  • Meine restlichen Familienfotos digitalisieren. 
  • Die Vorfahren meines Mannes in eine eigene Stammbaum-Datei packen. 
  • Jede Woche einen Blogpost veröffentlichen. 
  • Einen Apfelstrudel im Quellental verspeisen. 
  • Mein Bücherregal aussortieren. 
  • Die kompletten Wertheraner Sterbeeinträge aus den 1960ern in Werthers Gedächtnis einarbeiten. 
  • Einheitliche Familienblätter anlegen für meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern. 
  • 10 Veröffentlichungen im Geschichtsportal Werther. 
  • Einen Vortrag beim Historischen Verein hören. 
  • Die ganzen dicken Ordner wegarbeiten und Werthers Gedächtnis komplett auf digital umstellen. 
  • Endlich mal mit den mütterlichen Vorfahren meines Mannes richtig anfangen. 
  • Meinem Neffen ein paar "neue" Vorfahren verschaffen. 

Ganz schön ehrgeizig, vor allem vom schieren Umfang her. Aber ich mache es ja gerne, also ist es in Ordnung. 

Insgesamt ist das Ziel, meinen Papierwust zu reduzieren. Der wächst mir nämlich langsam aber sicher über die Ohren. Man muss nicht alles in Papierform haben; bei vielem reicht mir auch eine digitale Kopie.Außerdem kann ich schlecht meine bessere Hälfte bitten, nicht ständig Taschenlampen, Messer und anderes typisches Männerzeugs (von dem ich noch nichtmal weiß, was es genau ist) überall herumliegen zu lassen, wenn von mir überall Ordner in der Gegend stehen und sich schon kleine Bücherstapel auf dem Küchentisch bilden. Ganz zu schweigen von den ganzen Notizbüchern auf der Fensterbank hinter meinem Lieblingssessel im Wohnzimmer... 

In diesem Sinne: 

Euch allen ein fröhliches und erfolgreichreiches Forschen im neuen Jahr!

Dienstag, 6. Juli 2021

Update: Die Vorfahrenliste meines Mannes

Während Italien und Spanien sich im EM-Halbfinale abmühen, habe ich mich endlich mal aufgerafft, die Vorfahrenliste meines Mannes hier im Blog etwas auszubauen. Das sind jetzt zwar noch nicht alle Daten, die ich habe, und die Aachener Seite fehlt auch noch, aber es ist immerhin ein Fortschritt...

Donnerstag, 11. Februar 2021

Hilfe aus dem Homeoffice: Die "kleine Fingerübung"

Wir sind nach Sturmtief Tristan immer noch ziemlich eingeschneit hier. Der Blick aus meinem Fenster auf den inzwischen in der Sonne glitzernden Schnee ist als Ausgleich dafür zwar traumhaft, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag am Schreibtisch verdösen, oder? 

Aus einer Spontanlaune hinaus habe ich beschlossen, mich der Schulte-Sippe aus dem Emsland zu widmen. Um das hier einmal einzuordnen: Die Großmutter meines Mannes war Maria Gesina Schulte. Ich wusste bislang nur, dass sie 1907 geboren war, aber der Geburtsort fehlte mir genauso wie die notwendige Information, wer denn ihre Eltern waren. Und wer schon mal im Emsland geforscht hat, der weiß, dass gefühlt drei Schulte-Kinder auf jeder Seite des Taufregisters stehen... außerdem sieht matricula-online.eu die Sache mit den Sperrfristen sehr, sehr eng: Für Taufen haben sie 120 Jahre angesetzt, und für Trauungen und sogar Sterbefälle glatt 100 Jahre. Ich persönlich finde das ein bisschen übertrieben, aber so isses nunmal. Ich bin ja froh, dass die Matriken überhaupt online sind, und das sogar noch umsonst. Das erspart mir so einige Fahrten nach Osnabrück und Unmengen an Parkgebühren. 

Aber ich schweife ab. 

Trotz der Schneeproblematik dachte ich mir, ich kann ja einfach mal im Diözesanarchiv in Osnabrück anrufen. Vielleicht hatte ja irgendwer den Schnee überlisten können und war aus dem Homeoffice zur "regulären" Arbeit geflüchtet? 

Nein. Es klingelte durch. Schade. 

Gerade, als ich überlegte, welche - andere - Forschungsbaustelle ich mir denn stattdessen vornehmen sollte, klingelte dann mein Telefon. Eine Vorwahl, die ich nicht wirklich zuordnen konnte, die aber irgendwo aus der Osnabrücker Ecke kommen musste, weil sie mit Null-Fünf-Vier-Irgendwas begann. Am anderen Ende der Leitung: Ein sehr netter Mensch aus dem Archiv, der in seinem Homeoffice saß. Ich schilderte ihm mein Problem und versicherte ihm vorsichtshalber noch, dass irgendwo in seinem Archiv auch noch eine Vollmacht liegen musste, die meine bessere Hälfte mir mal unterschrieben hatte. Er sagte (ich konnte sein Grinsen quasi hören), dass er sich über die "kleine Fingerübung" freue, und nach nicht allzu langer Zeit hatte ich dann tatsächlich die Info, die brauchte, um weiterzukommen: 

Hermann Heinrich Schwarte und Maria Gesina Schulte haben 1933 geheiratet, und sie kam aus Oberlangen. Ihre Eltern waren Bernhard Heinrich Schulte und Maria Angela Jänen. 

Damit war mein Tag gerettet - und ich hatte einen guten Grund, mich vor dem Schneeschieben zu drücken. 

Manchmal kann es so einfach sein... warum habe ich den Teil des Stammbaums eigentlich geschlagene vier Jahre(!) brach liegen lassen?! 


Dienstag, 5. Januar 2021

Der Plan für 2021

Gut, in einem Pandemiejahr fragt man sich, ob es sich überhaupt lohnt, Pläne zu machen, aber ich habe beschlossen, in diesem Punkt optimistisch zu bleiben! 

Also: 

Werthers Gedächtnis wird weiter wachsen und - hoffentlich - gedeihen. Da werden einige lose Enden verknüpft werden. Die Geburten von 1910 werde ich einarbeiten können. Und für alle, die sich fragen, ob ich weiter hier im stillen Kämmerlein (beziehungsweise in der Teeküche des Herrenhauses im Wertheraner Schloss) daran arbeite: Ja, das wird so sein. Ich gehe aber mal ganz stark davon aus, dass zumindest ein Teil dieses Opus in nicht allzu ferner Zukunft im Geschichtsportal Werther auftauchen wird. Ich weiß noch nicht genau, wann und was, aber immerhin schon mal in welcher Form: Als pdf zum Download. 

Mein eigener Stammbaum wird wahrscheinlich nicht wesentlich wachsen, aber das ist in Ordnung, weil er "dichter" werden wird. Soll heißen: Mehr Quellen, weniger lose Enden. Das Internet macht's möglich, ohne dass ich mich vom Schreibtisch wegbewegen muss. Da ich allerdings befürchte, dass sie mich nicht ins Stadtarchiv hier in Halle reinlassen werden (da war sie wieder, die Pandemie...), werde ich die armen Menschen da mit einem längeren Brief nerven müssen: "Könnten Sie mir mal bitte Kopien von den folgenden Einträgen ziehen... Danke!" Das betrifft vor allem meine Ortmeiers (Ortmeyers), und davon gab es viele... 

Die Schwiegersippe. Ja, da wird es einiges zu tun geben. Ich will mir endlich mal die Oma väterlicherseits meines Mannes und ihre Vorfahren vornehmen. Außerdem wird's in der Schwiegersippe in diesem Jahr mindestens zweimal Nachwuchs geben (jedenfalls, soweit wir bis jetzt wissen. Aber der Lockdown ist ja noch nicht zu Ende). 

Der Neffe. Ich werde Tante! Zumindest ehrenhalber. Die einfache Version ist: "Meine Schwägerin ist schwanger." Die kompliziertere, aber genealogisch korrektere Variante ist: "Der Stiefbruder meines Mannes und seine Frau werden Eltern." Also keine Blutsverwandtschaft, aber wenn ich etwas von meiner Schwiegerfamilie gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass sich eine Familie nicht nur durch gemeinsame Gene definiert. Mein Mann und sein Bruder sind das beste Beispiel dafür. 

Der Name des Neffen ist bislang nur seinen Eltern bekannt; alle anderen werden ihn mit der Geburt erfahren, oder besser kurz danach. Das wird mich aber nicht hindern, ein bisschen am Stammbaum seiner Eltern zu arbeiten... und irgendwann, wenn der Neffe lesen kann, wird er ein schönes Album mit Fotos, Bildern, Geschichten und Schaubildern haben. Und er wird wissen, wo der Teil seiner Wurzeln herkommt, den er nicht sehen kann. Da ich zu doof zum Stricken bin (linke Maschen kriege ich einfach nicht hin) und er trotzdem was Selbstgemachtes von mir haben soll, muss ich halt improvisieren ;-) 

Ach ja, Stadtführungen. Die wird es geben, sobald die Pandemielage es zulässt. Ich habe zwar viele Talente, aber Stricken und die Zukunft vorhersagen gehören halt nicht dazu. 

Was ich aber wage vorherzusagen: Es wird ein ereignisreiches Jahr werden... 

... in dem wir hoffentlich alle gesund bleiben. Passt gut auf Euch, Eure Lieblingsmenschen und die anderen da draußen auf. 

Sonntag, 28. Januar 2018

Lektion gelernt: Zwillinge (Teil 1)


Wenn man an Zwillinge denkt, dann denkt man als erstes an das Wort "gleich". Gleiches Aussehen, gleiche Kleidung, gleicher Geburtstag...

Halt. Das muss alles nicht zwingend sein.

Abgesehen davon, dass es ja auch zweieiige Zwillinge gibt, bei denen man auf den ersten Blick keine so große Ähnlichkeit feststellen kann, und auch abgesehen davon, dass die Wahl der Kleidung völlig optional ist: Nur, weil jemand einen Zwilling hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass die beiden Zwillinge auch am selben (und erst recht nicht am gleichen) Tag Geburtstag haben!

Nehmen wir zum Beispiel mal den Urgroßvater meines Mannes, Johann Hermann Schwarte. Er wurde am 05.11.1862 als Sohn des Käthners Hermann Heinrich Schwarte und seiner Frau Elisabeth geb. Brümmer "zwischen Walchum und Steinbild auf'm Berge" (ja, das ist ein Zitat) im Emsland geboren1. Sein "kleiner" Zwillingsbruder Bernhard Heinrich dagegen erblickte erst am 06.11.1862 das Licht der Welt2. Die Lösung ist ganz einfach: Johann Hermann wurde vor Mitternacht geboren, Bernhard Heinrich erst kurz danach.

Lektion gelernt: Wenn ich weiß, dass es da noch einen Zwillingsbruder oder eine Zwillingsschwester gibt, ich aber den Geburts- bzw. Taufeintrag noch nicht einsehen konnte, dann notiere ich das Geburtsdatum dieses Zwillings jetzt immer als Circa-Datum.

Getauft wurden die beiden dann übrigens wieder zusammen, und zwar am 17.11.1862 in Steinbild3. Ich muss noch herausfinden, was mit Bernhard Heinrich passierte, aber bei Johann Hermann weiß ich es: Er heiratete am 19.02.1902 (wenn er sich das Datum nicht merken konnte, dann weiß ich es auch nicht!) in Lathen Anna Wilkens aus Oberlangen4
_______________________________________________
1 Taufeintrag Kirchenbuch Steinbild (St. Georg), 45/1862
2 Taufeintrag Kirchenbuch Steinbild (St. Georg), 46/1862
3 wie oben
4 Trauungen Kirchenbuch Lathen (St. Vitus), 2/1902

Dienstag, 20. Dezember 2016

Die Magie des Neuanfangs...

Wie war das nochmal - jedem Anfang wohnt ein Zauber inne?

Das erlebe ich gerade in Sachen Familienforschung.

Nachdem ich ja nun ganz offiziell in die Familie meines Mannes eingeheiratet habe, fühle ich mich irgendwie legitimiert, auch da mal ein bisschen zu forschen. Obwohl er gebürtiger Rheinländer ist (ja, die Kombination aus Rheinländer und Ostwestfälin kann funktionieren, denn er wurde hier sozialisiert), ist die Sache mit weniger Fahrerei verbunden, als man gemeinhin meinen sollte, denn väterlicherseits stammt die Familie Schwarte aus dem Emsland und war - soweit ich bis jetzt weiß - durchgehend katholisch. Das bedeutet, dass die Kirchenbücher aus Lathen und Umgebung im Diözesanarchiv in Osnabrück liegen. Wenn man es erstmal geschafft hat, die B68 hinter sich zu lassen, ist man von Halle aus ziemlich schnell da.

Der andere Teil der Familie war zwar (wieder: soweit ich bis jetzt weiß) katholisch, lebte aber in der Gegend von Aachen. Die ersten Namen, die ich hier nennen kann, sind Schwartz und Derix.

Das Schöne ist, dass ich hier mit der Forschung nochmal ganz von vorne anfangen kann. Mein Mann weiß nicht allzu viel über seine Vorfahren, und damit habe ich die herrliche Gelegenheit, mich dahin treiben zu lassen, wohin mich die diversen Kirchenbucheinträge führen... und mich überraschen zu lassen.

Andererseits aber habe ich den Vorteil, dass ich inzwischen systematischer an die Sache herangehen kann als damals, als ich mit meiner eigenen Sippe angefangen habe (nicht, dass ich damit inzwischen fertig wäre). Die typischen Anfängerfehler kann ich damit vermeiden, und auch das Lesen fällt mir inzwischen wesentlich leichter als damals vor knapp 20 Jahren.

Weil es ziemlich schwachsinnig wäre, wegen der Erweiterung meiner Datei einen neuen Blog zu starten, wird man also hier in der nächsten Zeit unter dem Label "Die Schwieger-Sippe" auch ein paar Geschichten aus dem Emsland und dem Rheinland lesen können... wie gesagt, mal gucken, wohin die Reise mich führt...!

PS:
Wenn ich hier so locker von "Sippe" spreche, dann ist das mit Sicherheit nicht im deutschtümelnden Sinne gemeint - ganz im Gegenteil. Wer mich persönlich schon mal getroffen hat, der dürfte das wissen! Nein, bei mir heißt "Sippe" ganz klassisch "die Gesamtheit der Verwandt- und Schwägerschaft einer Person in auf- und absteigender Linie einschließlich ihrer Seitenverwandten, ihrer Ehepartner und Nachkommen". Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Familie halt


Dienstag, 15. Dezember 2015

"Du hattest eine Cousine namens Uschi?!"

Diese Frage stellte ich gestern - doch etwas entsetzt - meiner besseren Hälfte. Dem Mann, mit dem ich inzwischen seit 20 Jahren zusammen bin und von dem ich dachte, dass ich zumindest seine Cousins und Cousinen väterlicherseits auf die Reihe kriegte.

Wie sich herausstellte, war das ein Irrtum.

Wir waren gestern auf der Beerdigung seiner Tante. Einer seiner Tanten, um konkret zu sein. Im Gegensatz zu mir hat er davon nämlich einige (auch jetzt noch). Und als ich die Totenrede hörte, bei der dann auch erwähnt wurde, dass besagte Uschi ja schon tot sei, da läutete in meinem Kopf die genealogische Alarmglocke. Von einer Uschi hatte ich nämlich noch nie etwas gehört...

Dazu sollte man wissen, dass meine bessere Hälfte aus einer doch ziemlich großen Familie kommt.

Vor ein paar Wochen habe ich, die seit ungefähr 18 oder 19 Jahren ihre eigene Familie erforscht, dann auch tatsächlich mal angefangen, einen eigenen kleinen Stammbaum für meine bessere Hälfte anzulegen. Einfach nur so, um bei denen, die noch leben, den Überblick zu behalten. Ohne Quellenangaben. Wenn man sich vor Augen führt, dass Schatz gleich drei Cousinen namens Angelika hat (wieder mit der Einschränkung: von denen ich weiß!), da erschien mir das als eine sinnvolle Sache.

Vielleicht sollte ich mich langsam mal daran machen, diesen Stammbaum zu erweitern...