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Samstag, 30. November 2024

Wenn der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg...

... sich mal für eine Veranstaltung aus Bielefeld hinauswagt, dann kann das ziemlich interessant werden. Gestern konnte man das gut beobachten, und zwar in der Remise in Halle. Wolfgang Schindler hielt dort einen Vortrag zum Thema "Handel und Kaufleute in Halle von 1600 bis etwa 1850", in Zusammenarbeit mit den Haller Zeiträumen. Die Remise war auch gut besucht; ich schätze mal, 80 Leute waren es mindestens, die wissen wollten, wer denn die Leute waren, deren Namen man heute noch auf diversen Fachwerkhäusern in unmittelbarer Nähe des Kirchplatzes findet und auch auf den Grabsteinen der Waldbegräbnisse oben am Teuto. Das waren die Familien, die auch über Jahrhunderte lang öffentliche Ämter bekleidet und sich dabei im Grunde abgewechselt haben - man hatte also nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in politischer Hinsicht viel zu melden.

Da waren die Brunes, die Abeckes, die Hagedorns, die Kiskers... und ich bin nicht nur baff, was diese Kaufmannsfamilien so alles auf die Beine gestellt haben, sondern auch, was davon anhand noch existierender Akten auch heute noch nachvollzogen werden kann und mit welcher Akribie Wolfgang Schindler das Thema bearbeitet, ohne die großen Zusammenhänge aus dem Blick zu verlieren. Da ziehe ich wirklich meinen Hut. 

Quelle: www.haller-zeitraeume.de
Dank Herrn Schindler ist nun wesentlich mehr über das Halle im 17. bis 19. Jahrhundert bekannt. Und mit "Halle" ist hier tatsächlich mal die Kernstadt gemeint, also die Häuser, die sich damals hauptsächlich an der Langen Straße und der Bahnhofstraße befanden. Viel mehr Wohnstätten gab es noch nicht... aber dafür Zeiten, in denen in mehr als einem Fünftel dieser Häuser Kaufleute wohnten. Schon alleine diese Relation ist ungewöhnlich. Erstaunlich ist aber auch, welchen Umsatz - und Gewinn! - einzelne Kaufleute zu dieser Zeit auch aus so einem kleinen Städtchen im tiefsten Ostwestfalen heraus erwirtschaften konnten: Den Bielefelder Kaufmannskollegen standen sie in nichts nach. 

Die Haller Kaufleute machten ihr Geld im Wesentlichen mit Löwendlinnen, also dem nicht wirklich feinen Leinen. Auch die Verarbeitungsstufen davor brachten Umsatz, nämlich der Handel mit Flachssamen und Garn. Das Löwendlinnen wurde exportiert, meist über Bremen, und zwar auch bis in die USA, und gerne für Säcke oder Sklavenbekleidung verwendet. Und ja, auch darüber wussten die Haller Kaufleute Bescheid - das ist heute noch aktenkundig. 

Als die Industrielle Revolution Einzug hielt, ging es mit dem klassischen Handel mit Löwendlinnen abwärts, auch wenn man zwischenzeitlich teilweise mit dem Verkauf von Segeltuch gute Gewinne machen konnte. Die Bedeutung der Familien schwand langsam... mit einer Ausnahme: Die Kiskers hatten sich im 19. Jahrhundert vielseitiger aufgestellt als viele anderen und setzten auch auf Tabak und - Schnaps! Das hat sich als weise Entscheidung herausgestellt. Den Beweis dafür lieferte der Vortragsort selbst: Das "Bürgerzentrum Remise" war früher Kiskers Remise. 

Ich liebe es ja, wenn sich solche Kreise schließen.


 

Sonntag, 19. März 2023

Heute nochmal online

Nein, ich war gestern nicht in Altenberge beim Westfälischen Genealogentag


Wäre ich dort gewesen, dann hätte man mich leicht finden können, denn seit ungefähr einer Woche bekomme ich jedes Mal, wenn ich einem Luftwechsel ausgesetzt bin, einen ausgewachsenen Hustenanfall. Man hätte meinen Aufenthaltsort quasi "erhören" können. In einer Turnhalle voller Menschen kommt das natürlich in Zeiten wie diesen besonders gut an, und ich hatte keine Lust, dazu noch ständig mit heiserer Stimme erklären zu müssen, dass (immer noch) sämtliche Covid-Tests negativ sind. Die Erklärung für den Husten ist trotzdem denkbar einfach: Der Familienforschungsmuffel hat aus der Firma eine Erkältung mitgebracht. Erst war er dran, und nun ich. Mein Verbrauch an Fisherman's Friends ist jedenfalls in den letzten Tagen rapide gestiegen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Abwesenheit hatte also nichts mit der zu erwartenden Parkplatzsuche zu tun. Oder mit der Vollsperrung der A1.

Ich habe mich also entschlossen, die Büchertische in diesem Jahr noch einmal ausfallen zu lassen und mich stattdessen für die Vorträge heute vor dem Rechner niederzulassen, wo keiner meine Husterei hören und ich einfach mal die Klappe halten konnte. 

Gut, das mit dem "die Klappe halten" hat nicht ganz geklappt, denn um 15.00 Uhr ist mir noch ein beruflicher Termin dazwischen gekommen (ja, ich weiß, es ist Sonntag, aber es ging nunmal nicht anders). Ich habe aber immerhin drei von vier Vorträgen geschafft und mal wieder ein paar schöne neue Anregungen mitgenommen. Danke schön dafür!

Wie dem auch sei: Ich hoffe mal, dass der Westfälische Genealogentag 2025 wieder in ganz normaler Form stattfinden können wird: Alles zusammen an einem Tag, ohne Umbau einer Aula oder ansteckende Krankheiten. Ich bin jetzt einfach mal Optimistin: Ich freue mich drauf! 

Freitag, 2. Juli 2021

Vortrag über den Volksbund

Gestern Abend habe ich mir den Vortrag von Jana Moers über den Volksbund e.V. beim Ahnenforscher Stammtisch Unna angeguckt und angehört, und zwar per Zoom. Inzwischen funktioniert das besser, als ich vor einem Jahr gedacht hätte. Wahrscheinlich, weil wir nun alle wissen, wie's geht. Ich muss allerdings gestehen, dass ich schlicht zu faul war, den Rechner zu wechseln, damit ich mich per Kamera und Mikro dazu schalten konnte. Ging aber auch so. 

Ich habe den Volksbund bei Facebook abonniert und bin deshalb über die aktuellen Ereignisse einigermaßen im Bilde. Was mir aber auch nicht klar war: Es werden auch heute noch jedes Jahr die sterblichen Überreste von ungefähr 20.000 bis 25.000 Leuten gefunden, die dann einem Namen zugeordnet werden müssen. Eine unglaubliche Zahl, oder? 

Deshalb werden auch immer wieder neue Daten in die Gräbersuche online eingepflegt. 

Soll heißen: Es lohnt sich, ab und an mal wieder zu checken, ob die Leute, die man sucht, inzwischen nicht gefunden wurden oder ob ihre Informationen in der Zwischenzeit aktualisiert worden sind. Nur, weil die Daten, die man vielleicht vor fünf Jahren gesucht hat, damals noch nicht erfasst waren, bedeutet das nämlich nicht, dass das immer noch so ist. Demnächst soll auch die Sternchensuche möglich sein, also das Verwenden des * als Platzhalter, dann wird es einfacher. 

Ich glaube, ich muss auch mal wieder ein paar Daten abfragen. 

Montag, 22. März 2021

Genealogentag mal anders - dann eben online!


Ich kann mich noch gut an den März vor zwei Jahren erinnern: Beim 8. Westfälischen Genealogentag in Altenberge sind mir extrem viele Menschen über den Weg gelaufen, die ich im Laufe meines Familienforscherinnendaseins kennengelernt habe. Da wurde viel diskutiert, viel geholfen und viel gelacht. Genau so, wie es auf einem Genealogentag sein sollte. Und es war das Normalste von der Welt. 

Aber in Pandemiezeiten ist ja alles anders. 

Es ist alles online. 

Gut, die Parkplatzsuche ist weggefallen. Damit kann ich sehr gut leben. Aber alles andere? 

Interessante Vorträge gab es auch dieses Jahr (ich habe mir zwei angehört), und ich habe auch nichts dagegen, nicht auf diesen seitlich ineinander gehakten Aula-Stühlen schrecklich nah neben teilweise wildfremden Menschen sitzen zu müssen. Aber trotzdem. 

Es war nicht dasselbe. Irgendwie ist diese Fröhlichkeit, dieses "Wir haben doch alle denselben Nagel im Kopf"-Gefühl, ein bisschen auf der Strecke geblieben. Und das ist wirklich schade. 

Gleichzeitig finde ich es aber ziemlich gut, mir Vorträge, die mir gefallen, von zu Hause aus angucken zu können. Ich muss mich ja nicht zwingend mit Bild zuschalten, also ist es egal, ob ich mich aufraffen kann, meine Pandemiehaare in eine vernünftige Pandemiefrisur zu verwandeln. Kein Fahrtweg, keine Parkgebühren, mehr Zeit mit meinem Mann, dem Familienforschungsmuffel, den ich in diesen ganzen Jahren nicht anfixen konnte. Und wenn ich's langweilig finde, dann kann ich das Meeting verlassen, ohne mich an anderen vorbeiquetschen zu müssen. Diese Online-Vorträge sind ein Format, das man auch ohne Pandemie beibehalten könnte - vielleicht nicht als Genealogentag, aber als regelmäßige Veranstaltung. Darf ich Donnerstags um 19.30 Uhr vorschlagen? 




Mittwoch, 9. Mai 2018

Familienforschung ohne Kirchenbücher - geht das überhaupt?

Vortrag von Bernd Klumpe-Scheel beim Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg (AG Genealogie) am 08.05.18

Das ist ein Thema, das augenscheinlich viele Familienforscher beschäftigt, denn trotz herrlichstem Grill- und Sommerwetter in einer Woche mit Feiertag waren von uns gleich mehrere Dutzend erschienen. Also: Wie kann man dem eigenen Stammbaum noch ein paar Namen und Daten hinzufügen, wenn man kein Kirchenbuch zur Hand hat, zum Beispiel, weil es irgendwann in den letzten 300 Jahren verbrannt ist?

Um es gleich vorwegzunehmen: Ja, es kann gehen, wenn auch nicht immer. Es ist nur - und das ist der große Haken! - mit Arbeit verbunden. Das Zauberwort heißt also "suchen, suchen, und nochmals suchen".

Das bedeutet aber auch, dass man sich erst einmal kundig machen sollte, welche Quellen es denn überhaupt noch gibt, was wiederum voraussetzt, dass man eine Ahnung davon hat, welche Arten von Quellen überhaupt existiert haben. Und an dieser Stelle setzte der Vortrag an: Warum führte man als Feudalherr diese und jene Liste? Ganz einfach: Um sein Vermögen zu verwalten und wenn möglich auch zu vermehren. Machen wir uns nichts vor: Zu Zeiten der Eigenbehörigkeit stellten auch die Eigenbehörigen mit ihrer Arbeitskraft und den Abgaben, die sie zu zahlen hatten, einen Wert dar, den man möglichst ausschöpfen wollte. Warum führten Behörden Verzeichnisse? Um Steuern und Abgaben zu erheben. Und auch damals schon hatte man als "Verwalteter" Gebühren für diverse Eintragungen zu bezahlen. Manche Dinge scheinen sich seit einem halben Jahrtausend nicht geändert zu haben...

Ein paar Quellen, die Herr Klumpe-Scheel aufzählte, waren die offensichtlichen, also zum Beispiel das Grundbuch und seine kleine Schwester, die Grundakte. Diese Grundakten sind im Grunde Wundertüten - man weiß nie genau, was einen erwartet, bis man nicht selbst mal reingeguckt hat. Neben den Aufzeichnungen über die einzelnen Parzellen kann man darin nämlich beispielsweise auch Testamente finden, seien es die Originale, seien es die Abschriften, und in Testamenten sind ja meistens die einzelnen Familienangehörigen bedacht (oder eben auch nicht) und vor allem auch namentlich benannt.

Bei den Akten der Feudalherren finden sich verschiedene Register, die allerdings meist chronologisch geordnet sind, so dass man unter Umständen Hunderte von Seiten durchgucken muss, um den einen entscheidenden Eintrag zu finden, der einen dann doch noch weiterbringt. In den Staatsarchiven findet man die Wechselbücher und Wechselzettel, die veranschaulichen, wie im Falle einer Heirat eines Eigenbehörigen mit dem Eigenbehörigen eines anderen Herren die Eigenbehörigen ausgetauscht, also "verwechselt" wurden, damit der Bestand gleich blieb. Da ist dann meist die Zuordnung der einzelnen Personen zu einem bestimmten Hof das Problem. 

Quellen, die einen auch noch weiterbringen können, die aber nicht so bekannt sind, sind zum Beispiel die "Kinderbücher". Die haben nun nichts mit dem heutigen Begriff zu tun, denn es handelt sich nicht um Bücher für Kinder, sondern um Bücher über Kinder. Oben wurden die Eltern aufgelistet, und darunter die Kinder, oft mit einem Vermerk, was aus ihnen wurde (also ob sie starben oder ob sie an jemanden verwechselt wurden). Das war der Moment, in dem ich für mich dachte, "Hmmm - Werthers Gedächtnis ist im Grunde auch so aufgebaut...!"

Der Vortrag endete mit einem Überblick dessen, was man denn mit dieser Flut von gesammelten Daten anstellen kann. Man kann sie in seinem stillen Kämmerlein aufbewahren und auf Anfrage herausrücken (das ist im Moment das, was ich mache). Man kann sie in einem Buch verewigen, ganz klassisch. Oder man kann sie ins Netz stellen - und das ist genau das, was bei Herrn Klumpe-Scheel folgen wird: Die Homepage RavensbergerHöfe.de ist schon reserviert, nur die technische Umsetzung gestaltet sich aufgrund der schieren Datenmenge recht schwierig. In ungefähr sechs Wochen soll es aber laut jetzigem Stand soweit sein - und darauf freue ich mich jetzt schon! Ich verspreche hoch und heilig, dass ich zu den regelmäßigen Nutzern gehören werde... ;-))) 








Samstag, 18. März 2017

Kleiner Bericht vom Westfälischen Genealogentag 2017

Was macht man an einem regnerischen Vorfrühlingstag? Ganz einfach: Man setzt sich morgens um kurz vor neun ins Auto und fährt nach Altenberge, zum inzwischen 7. Westfälischen Genealogentag. 

Für mich war es inzwischen der dritte, und ich kann jetzt schon sagen, dass ich 2019 auch wieder dabei sein werde, wenn mir das Leben nicht dazwischen kommt.

Ich parkte also wieder in derselben Anliegerstraße wie beim letzten Mal (die Parkgewohnheiten der Familienforscher und die damit zusammenhängenden Parkplatzprobleme haben sich in den letzten beiden Jahren nicht wesentlich verbessert) und begann den Genealogentag mit einem kleinen Rundgang durch die Halle. Fast hätte ich mich dort schon festgequatscht - inzwischen kennt man sich ja untereinander, und da laufen einem halt auch schon um zwanzig nach 9 die ersten bekannten Menschen über den Weg -, aber ich habe es gerade noch vermeiden können und war dementsprechend punktgenau um 9.29 Uhr nebenan in der Ludgeri-Schule zum ersten Vortrag des Tages: Gerd Dethlefs sprach zum Thema "Währungsreformen - Geld und Geldwert im 18. und 19. Jahrhundert".

Das ist ein Thema, das bei mir immer mal wieder am Rande vorkommt und in dem ich ehrlich gesagt nicht sonderlich belesen bin. Inzwischen bin ich aber ein bisschen schlauer als vorher; insoweit hat sich der Vortrag für mich also definitiv gelohnt. Nur schwirrte mir hinterher der Kopf von den ganzen Umrechnungen in Taler, Mariengroschen, Mark, Heller und Pfennig und die ganzen anderen Währungseinheiten, von denen wir heute eigentlich schon beinahe vergessen haben, dass es sie überhaupt mal gab. Was für ein Kuddelmuddel! Ich kam aus dem Vortrag heraus und schwor mir, nie wieder über den Euro zu lästern - uns ist gar nicht klar, wie sehr er die Dinge im Alltag vereinfacht...

Danach nahm ich mir Zeit für eine größere Runde durch die Sporthalle. Meine Umhängetasche füllte sich langsam aber sicher mit Literatur (selbst schuld, wer kein Bargeld mitnimmt, denn irgendwas findet man immer) und Giveaways in Form von Broschüren, Postkarten, Lesezeichen, Kugelschreibern und vor allem Bleistiften. Von letzteren kann man ja in bestimmten Archiven nie genug dabei haben.

Aber eigentlich fährt man ja nicht deswegen zum Genealogentag, sondern um lauter nette Menschen zu treffen, die genauso bescheuert sind wie man selbst, weil man sich stundenlang über tote Verwandte unterhalten kann, ohne dass es langweilig wird. Und am besten geht das natürlich bei einem Pott Kaffee (und in meinem Fall auch bei einem Stück Kirschkuchen) in der Cafeteria. Außerdem ist man froh, wenn man die inzwischen ziemlich schwere Tasche auch mal absetzen kann...

Eigentlich hatte ich ja vor, mich dann wieder zu meinem Auto und auf direktem Wege wieder nach Hause zu begeben, aber dann habe ich mich doch noch ganz spontan umentschieden und mir den Vortrag von Marcus Weidner über die Digitale Westfälische Urkundendatenbank (DWUD) angehört. Es passte vom Zeitpunkt her einfach zu gut! Ich fürchte, ich werde in der nächsten Zeit so einige Stunden online beim LWL verbringen - mal gucken, welche Zufallsfunde da noch auf mich warten!
Blöd war nur, dass ich - obwohl ich ja sehr am Thema interessiert war -, die letzten 20 Minuten gegen das Einschlafen kämpfen musste. Das lag aber weder am Vortrag noch am Vortragenden, sondern wohl eher an der sich nach dem Stück Kuchen einstellenden Trägheit und der inzwischen ziemlich stickigen Luft im Vortragsraum. Ich hätte wohl noch einen Kaffee mehr trinken sollen.

Dann war der Genealogentag für mich aber tatsächlich zu Ende. Bis zum nächsten Mal in Altenberge!






Samstag, 8. Oktober 2016

Georg Gieseler: Pfarrer, Aufklärer und begnadeter Netzwerker in Werther (1803-1839)

Am Donnerstag Abend habe ich mir im Gemeindehaus in Werther zusammen mit ungefähr 60 anderen den Vortrag von Herrn Dr. Frank Stückemann über Georg Gieseler angehört.

Gieseler war Pfarrer in Werther von 1803 bis zu seinem Tod im Jahre 1839, und ich war einfach neugierig zu hören, welche Persönlichkeit sich denn hinter dieser Schrift versteckt, die ich ständig in den Kirchenbüchern lese. Und ich wurde nicht enttäuscht. 

Es ärgert mich immer ein bisschen, dass sich Werther als "Böckstiegelstadt" verkauft und vermarktet - so als ob Böckstiegel der einzige nennenswerte Mensch in Werthers inzwischen über 1000jährigen Geschichte wäre (und dabei hat Böckstiegel auch noch einen guten Teil seines Malerlebens in Dresden verbracht). Es gab auch noch andere, die erwähnenswert sind, und Georg Gieseler war definitiv einer davon. Schade, dass er in Werther inzwischen ziemlich vergessen ist. Aber vielleicht wird sich das nach diesem Vortrag ja wieder ein bisschen ändern.

Gieseler wurde am 01.05.1760 als Georg Christoph Friedrich Gieseler in Lahde geboren, und zwar in einen Pfarrershaushalt. Schon im Jahr 1783, also noch bevor er ordiniert wurde, kam er für kurze zeit nach Werther, und zwar als Hauslehrer für die Kinder der Kaufmannsfamilien Venghaus und Walbaum. Er verschwand dann aber zunächst wieder. 1790 wurde er nämlich II. Pfarrer in Petershagen, und ein Jahr später heiratete er Sophie Christine Berger. Man ahnt es schon: Sie war die Tochter eines - Pfarrers. Insgesamt hatten die beiden 10 Kinder, von denen die ersten sechs noch in Petershagen geboren wurden. Vier weitere kamen dann noch in Werther dazu, nachdem Familie Gieseler 1803 nach hierhin umgesiedelt war, weil Gieseler die I. Pfarrstelle bekommen hatte.

Es hat Gieseler also gleich zweimal in dieses kleine Städtchen verschlagen. Beim zweiten Mal ist er allerdings geblieben.

Gieseler war ein Aufklärer im klassischen Sinne und beweist damit, dass es entgegen der landläufigen Meinung doch auch Aufklärung in Ostwestfalen gab. Die neupietistische Erweckungsbewegung um Theologen wie Volkening und Kuhlo kam wurde erst ein paar Jahre später richtig groß. Gieseler setzte nicht auf Gehorsam (er hatte schließlich selbst einen Hang zum Jähzorn und legte sich nicht ungern mit Autoritäten an), sondern auf emanzipatorische Gesichtspunkte, also auf die Befähigung zum Selbstdenken und Selbsthandeln.

Dabei setzte er schon bei den Landschulmeistern an. Während andere darüber nachdachten, ob es nicht völlig ausreichen würde, wenn die Lehrer nur einen geringen Wissensvorteil gegenüber der Landbevölkerung hätten und ob sich Lehrer überhaupt durch Lesen weiterbilden durften, kam Volkening auf die Idee, die Lehrer durch eine Leihbibliothek zu vernetzen. Die Bücher, bei den geringen Lehrergehältern eigentlich unerschwinglich, mussten regelmäßig untereinander weitergegeben werden. Gieseler brachte die Lehrer auch in Konferenzen zusammen. Während das alles der Regierung in Minden nicht wirklich passte, applaudierten ihm die Reformpädagogen.

Dass aus Gieseler ein Aufklärer geworden war, liegt vielleicht auch an seiner eigenen Geschichte. Gieseler war Autodidakt. Mit elf Jahren hatte er sich eine Erkältung zugezogen, die ihm aufs Gehör geschlagen war; in der Folge war er so gut wie taub. Die Vorlesungen an der Universität konnte er also nicht wirklich hören, sondern musste sich ihren Inhalt über die Mitschriften seiner Kommilitonen erarbeiten. Er war also auf Eigeninitiative angewiesen. Die brachte ihn wohl auch dazu, eine Lesetafel mit beweglichen Buchstaben zu entwickeln. 

Diese aufklärerischen Bestrebungen schlugen sich dann natürlich auch in seiner Gemeindearbeit nieder, sowohl in Petershagen als auch in Werther. In Werther bemangelte er zunächst, dass es nur wenige gäbe, die im Gottesdienst mitsängen und zur Kommunion gingen, aber das änderte sich wohl im Laufe der Zeit. Überhaupt war für Gieseler die "Moral der Gemeinde" keine Nebensache; ihm ging es um die "Reformierung des Herzens". Er beschäftigte sich auch mit der Lithurgie. Wenn es nach Gieseler gegangen wäre, dann hätte das Abendmal auch nicht nur viermal im Jahr, sondern besser jeden Monat stattgefunden, und zwar in voller Pracht als "metaphysikfreier Geistesschmaus".

So ganz nebenbei veröffentliche Gieseler noch viele Artikel zu seinen Lieblingsthemen und führte eine umfangreiche Korrespondenz. Ich frage mich, wie es alles unter einen Hut bekommen hat...

Gieseler starb 1839 in Werther. Sieben seiner Kinder haben ihn überlebt. Allein vier seiner Söhne haben ebenfalls Theologie studiert, darunter auch sein Ältester, Johann Karl Ludwig. Dieser teilte ganz augenscheinlich die Vorliebe seines Vaters für Veröffentlichungen, denn sein Hauptwerk war das "Lehrbuch der Kirchengeschichte" - in fünf Bänden. Wie der Vater...




Samstag, 10. September 2016

Kleiner Bericht vom Tag der Archive am 4. September 2016 im Kreishaus Gütersloh

Man könnte meinen, der Tag der Archive hätte nicht im September, sondern im April stattgefunden. Hier in Halle bin ich bei strahlendem Sonnenschein mittags um kurz nach halb zwei losgefahren, und als ich mein Auto dann auf dem Mitarbeiterparkplatz des Kreishauses parkte, goß es so dermaßen in Strömen, dass man sich schon ganz automatisch Gedanken über die nächste Sintflut und die Sicherung der Archive bei derselben machen konnte...



Weshalb ich auf dem Mitarbeiterparkplatz geparkt habe? Ganz einfach: Der "normale" Parkplatz war voll. Was zum Teil auch wieder daran lag, dass sich meine Vermutung zu bewahrheiten schien, dass manche Ahnenforscher einfach nicht einparken können... zugegeben, die Parkplätze am Kreishaus sind jetzt nicht wirklich riesig, aber das heißt noch lange nicht, dass man sich einfach so mitten auf gleich zwei davon stellen muss.

Weil der gut organisierte Forscher aber immer auch einen funktionierenden Schirm im Auto hat, hielt sich mein Ärger aber in Grenzen und wich der Erleichterung, als ich dann (trotzdem ein wenig triefend) im Trocknen angekommen war. Und schon war ich mittendrin! Und es war voll. Das Thema scheint also doch zu interessieren.

In der ersten Viertelstunde bin ich gefühlte zehn Meter weit gekommen: Der Grund war, dass sich im Foyer doch ziemlich viele Leute tummelten, die ich aus den verschiedensten Gründen kannte - und mal im Ernst: Nur weil man nach Verstorbenen forscht, macht es doch Spass, auf die Lebenden zu treffen, die in der Beziehung gleich ticken...! Und bei mir gab es ja in letzter Zeit einiges zu erzählen.

Ich habe es dann tatsächlich auch noch geschafft, meine Runde zu drehen und mich an den diversen Infoständen mit Infomaterial, Büchern und Postkarten einzudecken. Ich musste jedenfalls feststellen, dass die gar nicht mal kleine Tasche, die ich mitgenommen hatte, trotzdem zu klein war. Eigentlich wollte ich mir ja auch noch den Vortrag "Meine liebste Hanna" über Böckstiegels Briefe an seine Frau anhören, aber ich fürchte, dass ich mich da gerade ganz klassisch festgequatscht hatte und ihn deshalb verpasst habe. Aber egal. Stattdessen habe ich mir mit meinen Forscherkollegen einen kleinen Informationsaustausch in der Kantine des Kreishauses gegönnt - und war positiv überrascht, dass es im 21. Jahrhundert tatsächlich noch Orte gibt, an denen man eine Cola für 60 Cent bekommt!

Weil ich tatsächlich an diesem Sonntag noch an den Schreibtisch musste, um ein paar Sachen für meinen Job zu erledigen, die man dummerweise nur erledigen kann, wenn man eine gewisse Ruhe hat, bin ich nach rund zwei Stunden wieder gefahren - um etwas Geld ärmer, aber um einige Informationen und Forschungsansätze reicher... 


Donnerstag, 14. Mai 2015

Vortrag bei der Arbeitsgruppe Familienforschung im Kreis Herford am 02.05.15: Sebastian Schröder über "Deutsche Schrift und Sütterlin"

Besser spät als nie - hier ist meine kleine Zusammenfassung:
Auch wenn ich Kurrent und Sütterlin inzwischen ziemlich gut lesen kann (jedenfalls bilde ich mir das ein): Es war schon interessant, sich diesen Vortrag anzuhören, und das nicht nur, weil es auch ein vierseitiges Handout gab.
(Was Handouts angeht, bin ich ja ein kleiner Nerd. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Handouts mag? Vor allem, wenn sie - wie hier - gut gemacht sind, was bei mir heißt, dass sie auch einen praktischen Sinn haben, den man dann mit nach Hause nehmen kann.)
Herr Schröder ist von Haus aus Geschichtswissenschaftler, und er kam irgendwann zu dem Schluss, dass es doch sinnvoll ist, wenn man als solcher die Quellen, die man benutzt, auch im Original lesen kann. Inzwischen gibt er auch Kurse zum Thema an der VHS, und es würde mich nicht wundern, wenn seine Teilnehmerzahlen nach diesem Nachmittag spürbar ansteigen - Interesse war im Publikum definitiv vorhanden!
Der erste Teil des Vortrags war eher theoretischer Natur; es ging um die Frage, wie es insbesondere ab dem späten Mittelalter überhaupt zur Verschriftlichung der existierenden Informationen kam: die Schrift als Speichermedium. Wenn etwas schriftlich festgehalten wird, dann erhöht sich auch die Bindungswirkung der Kommunikation, die ansonsten ja eher flüchtig ist. Nachdem 1721 auch in der Grafschaft Ravensberg die allgemeine Schulpflicht eingeführt worden war, wurde auch im Privaten mehr geschrieben.
Im zweiten Teil des Vortrags lieferte Herr Schröder dann einen Überblick über die Entwicklung der Schriften von der spätgotischen Kursivschrift über die Konzeptschrift mit der Verflachung der Buchstaben, die Kurrentschrift mit der Entstehung der Ligaturen bis zum Sütterlin, das von den Nationalsozialisten ja schon nach kurzer Zeit wieder als "undeutsch" abgeschafft wurde. Wer Sütterlin und Kurrent bis dahin noch nicht auseinander halten konnte, der war spätestens jetzt dazu in der Lage.
Teil drei drehte sich dann auch ganz konsequent um praktische Fragen: Was mache ich, wenn ich einen Text vor mir habe, bei dem ich Schwierigkeiten habe, ihn zu entziffern?
Im Zweifelsfall bleibt einem nichts anderes übrig, als Buchstabe für Buchstabe und dann Wort für Wort zu transkribieren. Für allgemeines Erstaunen sorgte der Hinweis, dass man einen solchen anscheinend unleserlichen Text auch ruhig mal ungestraft für ein paar Tage oder sogar Wochen weglegen kann, wenn man den Punkt erreicht hat, an dem man einfach nicht mehr weiter kommt. Da hat Herr Schröder wirklich recht - ich hatte auch schon diese Momente, in denen man einfach betriebsblind wird und gar nichts mehr ging. Wenn man sich nach einer Weile dann wieder hinsetzt, dann fallen einem die fehlenden Puzzleteile oft ungemein leichter.
Herr Schröder meint, dass dass man sich eine Schrift am besten aneignet, wenn man sie selbst schreiben kann. Glauben Sie mir - ich habe es versucht. Ich bin grandios gescheitert - ich schaffe es noch nichtmal, gerade in der Zeile zu bleiben. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu ungeduldig; ich kann's nicht sagen. Für mich bin ich deshalb zu dem Schluss gekommen, dass es mir reicht, wenn ich Sütterlin und Co. lesen kann. Und um meine Umwelt ab und an mal zu quälen, reiche meine "normale" Handschrift schon völlig aus...

Samstag, 14. März 2015

Alle (zwei) Jahre wieder: Westfälischer Genealogentag in Altenberge

Die WGGF hatte wieder einmal geladen, und zwar zum inzwischen sechsten Westfälischen Genealogentag, wieder einmal in der Sporthalle am Gooiker Platz in Altenberge. 
Morgens gegen neun packte ich also eine Thermoskanne mit einem halben Liter Kaffee in meine größte Umhängetasche, die noch nicht als Reisetasche durchgeht, und machte mich bei wenig frühlingshaften Temperaturen von drei Grad (plus, immerhin) auf den Weg ins Münsterland. A 33, A 30 (warum ist die eigentlich immer so voll?), A 1. Je näher man Altenberge kam, desto vielfältiger wurden die Kfz-Kennzeichen um mich herum.
Nach einer knappen Stunde war ich da. Und - wie immer - auf Parkplatzsuche. Manchmal stelle ich mir wirklich die Frage, ob Familienforscher zu doof zum Parken sind. Man muss nicht zwingend zwei Meter Platz zum Nebenauto lassen, wenn die Parkplätze knapp sind, oder? In einer an anderen Tagen wahrscheinlich ruhigen Anliegerstraße wurde ich dann schließlich doch fündig - und sparte mir erstmal den 6. Westfälischer GenealogentagRundgang durch die Ausstellung, denn ich war genau richtig in der Zeit, um mir einen Platz für den ersten Vortrag zu suchen: Dr. Wolfgang Bockhorst, seines Zeichens Vorsitzender der WGGF (und praktischerweise auch Archivar im Ruhestand), referierte zu der ja nicht unwesentlichen Frage "Wie ordne ich meine familiengeschichtliche Sammlung?".
Ich denke mal, dass das ein Thema ist, dass viele von uns beschäftigt - entsprechend voll war es auch im Forum.
Die Kernfrage, um die es geht, ist doch diese: Was passiert eigentlich mit unserer Sammlung, wenn wir selbst nicht mehr sammeln können? Wollen wir sie in ein Archiv geben, oder wollen wir riskieren, dass sie auf irgendeinem Dachboden vergilbt?
Wenn die Antwort auf die erste Frage "ja" lautet, dann werden wir nicht um eine gewisse Form, Ordnung und Qualität drumrumkommen, weil ansonsten kein Archiv dieser Welt sich bereit erklären würde, sich die Mühe zu machen, unser Kuddelmuddel zu sichten und auszuwerten.
Interessant fand ich auch die These, dass wir, wenn es um die Archivierung geht, wieder beim guten alten (säurefreien) Papier landen werden, weil andere Datenträger aller Wahrscheinlichkeit nach über kurz oder lang nicht mehr lesbar sein werden - sei es, dass die Technik so weit fortschreitet, dass es schwierig wird, geeignete Lesegeräte zu finden, sei es, dass irgendwelche kleinen Silberscheiben unschöne Kratzer davontragen...
Da ich sowieso überlege, wie ich meine Forschung in einen sinnvollen Zusammenhang bringen kann (sie ist inzwischen ja doch ziemlich umfangreich geworden), hat mir dieser Vortrag doch einiges an Denkmaterial geliefert.
Um 11.30 Uhr folgte dann Annette Hennigs vom Landesarchiv NRW in Münster. Ihr Thema: "Ariernachweise - Familienforschung und Ideologie in der NS-Zeit". Obwohl ich in meiner Sammlung keinen Ahnenpass meiner direkten Vorfahren habe und mich das Thema damit eigentlich nicht primär betrifft, fand ich den Vortrag als solchen einfach nur interessant. Meine Forscherkollegen allem Anschein nach auch, wie die diversen Nachfragen zeigten, obwohl das Forum nicht mehr ganz voll war; einige waren schon in die Sporthalle abgewandert. Quintessenz war übrigens, dass Ahnenpässe als "Zusammenfassung" des Ariernachweises bei der Familienforschung zwar helfen können, man die Angaben darin aber besser noch einmal überprüfen sollte, um wirklich sicherzugehen. Ahnenpässe wurden vor Ausbruch des II. Weltkrieges quasi als Massenware und unter Zeitdruck gefertigt - und waren entsprechend fehleranfällig, selbst wenn man von bewussten Manipulationen absieht.
Danach habe auch ich mich ausufernd in der Sporthalle umgeguckt. Und dabei natürlich auch ganz viele Menschen getroffen, die sich mit mir Teilgebiete der Forschung teilen. Im Grunde reichte die Zeit aber nicht, um sich mit allen so zu unterhalten, wie man es eigentlich sollte, denn früher oder später wurde man im Gang weitergeschoben oder bekam (aus Versehen natürlich) eine volle Büchertasche in die Seite gerammt. Wobei ich mich bei Letzterem auch nicht so ganz freisprechen kann, denn ich habe an den Büchertischen auch wieder ziemlich zugeschlagen - die große Tasche wurde mit der Zeit auch ziemlich schwer. In der nächsten Zeit wird man mich in meinen freien Minuten unter anderem mit "Eine Region im Aufbruch - Die Revolution von 1848/49 in Ostwestfalen-Lippe" (herausgegeben von Reinhard Vogelsang und Rolf Westheider) auf dem Sofa antreffen... ein Thema, mit dem ich mich eigentlich noch viel zu wenig beschäftigt habe.
Das ist überhaupt das Gemeine an einer solchen Veranstaltung: Es werden einem ziemlich gesammelt die ganzen Baustellen vor Augen geführt, die man noch so auf- und abarbeiten muss. Jedes Mal, wenn ich die niederländischen genealogischen Vereine sehe, die traditionell auch in Altenberge dabei sind, fällt mir zum Beispiel ein, dass im Stammbaum noch ein paar Leute habe, von denen ich vermute, dass sie in Richtung Amsterdam abgewandert sind. Und auch im Osnabrücker Land habe ich noch einiges abzuklären. Und in der Niederlausitz, wenn wir schon mal dabei sind. Es gibt noch so viele Themen, zu denen ich noch recherchieren möchte... sollte... müsste... 
Zeit für eine Pause in der Cafeteria. Kaffee und Kirschkuchen mit meiner Cousine neunten Grades und ihrem Mann, die ich schon vieeel zu lange nicht mehr gesehen hatte. Entsprechend lange haben wir dann auch in der Cafeteria gesessen und die parallel laufenden Vorträge verpasst - zu denen kann ich also nichts berichten.
Danach haben wir noch eine zweite etwas kürzere Runde durch die Halle gedreht, und dann war auch für uns der Genealogentag zu Ende. 
Nach einer Stunde Fahrt im strömenden Regen kam ich dann so gegen halb 5 wieder zu Hause an. Dann reichte es mir aber ehrlich gesagt auch für heute.
(Falls Sie sich fragen, was meine bessere Hälfte in der Zeit gemacht hat: Etwas sehr sinnvolles. Er hat uns ein neues Sofa gekauft, das in ca. 14 Tagen in unserem Wohnzimmer stehen wird (und ja, es war mit mir abgesprochen). Und damit das Sofa auch richtig gut aussieht, sollten wir in den nächsten zwei Wochen noch ein bisschen mit Farbe hantieren. Wenn Sie also in der Zeit nicht ganz so viel von mir hören sollten, dann könnte das also etwas damit zu tun haben...)

Dienstag, 3. März 2015

Kleine Anekdote von der Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins Ravensberg

Historischer Verein für die Grafschaft Ravensberg e.V.
Am letzten Samstag fand ab 15.00 Uhr die Jahreshauptversammlung des Historischen Vereins Ravensberg statt - und zwar hier in Halle, in der Remise. Für viele Bielefelder war schon die Anreise ein Erlebnis, da sie die Erfahrung machen durften, wie es denn so ist, auf der B68 im Stau zu stehen. Deshalb ging die Veranstaltung auch gleich mit einer Viertelstunde Verspätung los.
Wann sie endete, kann ich Ihnen leider gar nicht genau sagen - ich habe mich nach den Berichten aus den Arbeitsgemeinschaften so gegen 17.15 Uhr wieder auf den Weg gemacht, um auch ja pünktlich zum Geburtstagsessen meiner Schwiegermutter zu erscheinen. Auch wenn mir das manchen irritierten Blick eingefangen hat: Man muss halt Prioritäten setzen...
Herrlich fand ich allerdings einen Dialog, der sich am Nachbartisch zwischen zwei (ohne ihnen dabei zu nahe treten zu wollen) älteren Herren abspielte, direkt nachdem Uwe Standera seinen Bericht aus der AG Genealogie abgeliefert hatte:
"Genealogie? Was soll das sein? Was machen die denn?" 
"Haste doch gehört: Kirchenbücher!" 
Aber, aber meine Herren - Genealogie ist doch soooo viel mehr!