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Freitag, 14. Januar 2022

Wilhelm und Caroline Ahlemeyer

Über meine Urgroßmutter Johanne Marie Catharine Sickendiek geb. Ahlemeyer habe ich hier im Blog schon einmal geschrieben, aber mit ihrer Ursprungsfamilie habe ich mich hier noch nicht auseinander gesetzt. Es wird also Zeit, das nachzuholen.

Johanne war das siebte Kind ihrer Eltern Friedrich Wilhelm Ahlemeyer (Wilhelm war auch sein Rufname) und Katharine Caroline Schulze. Ich behalte der Einfachheit halber hier die Schreibweise mit H und Y bei, denn den Namen habe ich in zig verschiedenen Schreibweisen gefunden: Ahlemeier, Alemeier, Alemeyer, ... wie das halt so ist bei Namen, in denen ein stimmloses H vorkommt (oder eben auch nicht) und die dann auch noch auf -meyer enden. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig, und dafür, dass die Ostwestfalen eigentlich nicht sehr viele Worte brauchen, sind sie aber ziemlich gut darin, zusätzliche Buchstaben in eben diesen Worten unterzubringen, auch wenn sie mitnichten beabsichtigen, diese Buchstaben auch auszusprechen... 

Ironischerweise beginnt Wilhelms Geschichte kirchenbuchtechnisch aber gar nicht in Ostwestfalen, sondern nur ein paar Meter weiter hinter der Grenze, in Dissen: Wilhelm wird am 14.09.1843 in Kleekamp Nr. 4 geboren. Kleekamp gehört heute zu Borgholzhausen, aber Wilhelms Taufeintrag finde ich im Kirchenbuch von Dissen, das ja nun heute in Niedersachsen liegt. Anscheinend gehörte Kleekamp zumindest damals zum Kirchenkreis Georgsmarienhütte. Keine Ahnung, ob das heute auch noch so ist, aber für meine Forschungen ist das wahrscheinlich auch nicht wichtig, denn Wilhelm war der einzige aus seiner Familie, der in Kleekamp geboren wurde. Wenn die Eltern Heuerlinge sind, dann kann die Familie halt schon mal den Ort wechseln. 1847 finde ich die Familie in Hörste, spätestens ab 1879 wohnte und arbeitete man in Ascheloh Nr. 8

Genau dort finde ich Wilhelm auch zum Zeitpunkt seiner Heirat am 07.04.1872: An diesem Tag heiratet er Katharine Caroline (Caroline war wohl ihr Rufname) Schulze. Sie war am 28.02.1846 in Ascheloh Nr. 22 geboren worden und mit ihren 26 Jahren ungefähr zweieinhalb Jahre jünger als ihr Gatte. Zu Weihnachten 1872, also ungefähr 38einhalb Wochen nach der Hochzeit, waren die Ahlemeyers dann zu dritt, denn am 25.12.1872 wird ihr erstes Kind geboren, Heinrich August. Da wohnen Wilhelm und Caroline schon in Oldendorf Nr. 8. Auch ihre weiteren Kinder werden dort geboren, und zwar 

- Catherine Marie Wilhelmine am 13.09.1874, 

- Anna Wilhelmine Johanne am 02.04.1877, 

- Wilhelmine Catharine am 12.03.1880, 

- Heinrich Wilhelm am 16.07.1882, 

- Anna Auguste am 18.06.1884 

 und eben meine Urgroßmutter, 

- Johanne Marie Catharine am 26.09.1886. 

Catherine Marie Wilhemine und Wilhelmine Catharine ähnelten sich nicht nur vom Namen her, sondern auch vom Lebensmittelpunkt: Sie sind beide nicht in Halle geblieben, sondern haben beide Männer aus Werther geheiratet. Und mit dieser Erkenntnis stellte sich auch heraus, dass mein Opa Wilhelm diverse Cousins in Werther hatte. Da war sogar meine Mutter ein wenig überrascht, denn zumindest bei manchen von ihnen war ihr zwar immer klar gewesen, dass sie "irgendwie um ein paar Ecken" verwandt waren, aber dass die Verwandtschaft so eng war, wusste sie auch nicht. Das beruhte übrigens auf Gegenseitigkeit :-) 

Anna Auguste dagegen kam gar nicht dazu, sich über eine Eheschließung auch nur ernsthafte Gedanken zu machen, denn im August 1889, also mit gerade einmal fünf Jahren, erkrankte sie an der Brechruhr und starb am 09.08.1889. Was hieß das eigentlich konkret? In Herders Conversations-Lexikon von 1854 findet sich die folgende Erläuterung: 

Brechruhr, Brechdurchfall (Cholera), ist eine stürmisch und schnell verlaufende Krankheit, die mit heftigen und sehr häufigen wässerigen Ausleerungen nach oben und unten, und baldigem Sinken der Kräfte auftritt. Sie erscheint in 2 Formen, einmal endemisch u. in großer. mörderischer Verbreitung, als die bekannte und gefürchtete Cholera asiatica (s. d. Art.), sodann sporadisch oder in kleineren Epidemien, als Cholera nostras, europ. Cholera. Die letztere, vorzugsweise B. genannt, ist häufig bei uns, besonders in warmen Sommern. Meistens ohne Vorboten stellen sich sogleich heftige u. schnell sich wiederholende Ausleerungen durch Brechen und Stuhl ein. von Druck und Schmerz in der Herzgrube begleitet. Anfangs ist es noch der Inhalt des Magens mit Galle, nachher aber wässerige, schleimige Flüssigkeit. Dazu kommen starker Durst. und bald Verfallen des Gesichts, Blässe und Kälte der Haut. kalte Schweiße, Angst, Krämpfe und Ohnmachten. Richtig und bald behandelt geht die europ. Cholera, so stürmend und drohend sie auch auftritt. meist in Genesung über, oft schon am 1. oder 2. Tage, unter kritischem Schweiß und Harn; kann aber bei Versäumniß der rechten Hilfe auch schnell tödtlich werden. Die Behandlung geschieht theils durch äußere Mittel. trockene warme Ueberschläge, aromatische Kräuterkissen, Einreibungen von Kampferliniment mit Opiumtinktur, Vesicantien; theils innerlich, und hier ist Hauptmittel Opium, dann aromatische Wasser, Emulsionen, Brausepulver, Brechwurz in kleinen Gaben."

Man kann sich also nur ungefähr vorstellen, wie es für Wilhelm und Caroline gewesen sein muss, diese Symptome bei ihrer kleinen Tochter mit ansehen zu müssen, ohne ihr wirklich helfen zu können. Gleichzeitig mussten sie auch Angst haben, dass die anderen Kinder auch erkranken würden, was aber wohl nicht passierte. Ich frage mich, wie sie das damals gelöst haben. Haben sie die anderen in Quarantäne geschickt, und wenn ja, wo? (An dieser Frage erkennt man die Zeit, in der wir gerade leben.) 

Die beiden Jungs, Heinrich August und Heinrich Wilhelm, blieben in Halle, und wurden Cigarrenarbeiter respektive Heuerling. Heinrich Wilhelm stirbt 1927, mit gerade einmal 44 Jahren. Aus heutiger Sicht auch viel zu früh. Heinrich Augusts Sterbeeintrag habe ich bis heute noch nicht gefunden. 

Caroline stirbt am 10.01.1918 und wird am 16.01.1918 in Halle beerdigt. Wilhelm folgt ihr am 11.11.1921. In seinem Sterbeeintrag wird er als Invalide bezeichnet, aber er ist immerhin 78 Jahre alt geworden. 

Freitag, 16. Juli 2021

Die "anderen" Gehrings

Gehrings gab es in Werther wie Sand am Meer. Ich finde kaum eine Seite im Kirchenbuch, auf der der Name nicht in irgendeiner Schreibweise auftaucht. Deshalb war mein Urgroßvater August auch nicht der einzige Gehring, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Werther wohnte. Während August seine Mühle in Häger betrieb, hatte sich sein älterer Bruder Wilhelm in Theenhausen Nr. 35 als Bäcker selbstständig gemacht. Er muss auch eine Bier-, Wein- und Café-Restauration betrieben haben, wie diese alte Postkarte hier zeigt: 


Das Bild muss laut Geschichtsportal so um 1910 entstanden sein. Das kann hinkommen, denn die Kinderschar, die ich auf dem Foto sehe, ist - noch - recht klein. Das sollte sich in den folgenden Jahren noch ändern. Auch das Haus hat Wilhelm modernisieren lassen, denn vom Fachwerk war später nicht mehr viel zu sehen: 


Das muss um 1915 gewesen sein, also nur ungefähr fünf Jahre später. Schon ein gewaltiger Unterschied. Nicht nur, was das Haus angeht, sondern auch die Anzahl der Menschen (und da insbesondere der Kinder) davor... Der Herr mit Schnäuzer, der am Eingang steht, müsste Wilhelm gewesen sein. Urgroßonkel Wilhelm. Das Haus kann man als Wertheraner nun auch erkennen: Es ist immer noch eine Bäckerei dort, nur, dass die eben nicht mehr Gehring heißt, sondern Welter.

Wilhelm und seine Frau Henriette, eine geborene Tubbesing, nenne ich in Gedanken immer "die anderen Gehrings". Und bei diesen "anderen Gehrings" habe ich das Problem, dass mir Informationen über ein Kind fehlen, denn in Wilhelms Sterbeeintrag fand ich die Anmerkung: "10 Kinder, 5 leben". 

Die Kinder, die ich bis jetzt gefunden habe, sind: 

  • Friedrich Wilhelm, geboren am 04.09.1899 in Mantershagen 13 im Kirchspiel Wallenbrück. Wahrscheinlich wurde er "Willi" genannt und war Bäcker. Dass er in Wallenbrück geboren wurde, liegt aller Wahrscheinlichkeit daran, dass seine Mutter zum Zeitpunkt seiner Geburt dort wohnte - die Hochzeit von Wilhelm und Henriette fand nämlich erst am 16.12.1899 statt... Ob Willi geheiratet hat und wann er gestorben ist, muss ich erst noch herausfinden. 
  • Heinrich August Paul, geboren am 20.09.1901 in Theenhausen 35. Uropa August war sein Patenonkel. Ansonsten weiß ich nicht wirklich etwas über ihn, nur, dass er Zigarrenarbeiter gewesen sein soll. 
  • Heinrich Erich, geb. am 29.08.1903 in Theenhausen 35. Noch ein Bäcker; er arbeitete bei seinem Vater und ist auch am 30.12.1952 dort an einem Herzinfarkt gestorben. Er wohnte aber mit seiner Frau Gertrud Anni Wiersdorf in Bielefeld am Wellensiek 156. Die beiden hatten drei Söhne.  
  • Heinrich Gustav, geb. am 19.07.1905 in Theenhausen 35. Keine Ahnung, was aus ihm gerworden ist. 
  • Anna Elisabeth Erna Gehring, geb. am 03.08.1906 in Theenhausen 35. Sie hatte einen Beruf: Sie war Krankenschwester. Bei ihr frage ich mich, ob sie den Beruf hatte, weil sie nie geheiratet hat, oder ob sie nie geheiratet hat, weil sie einen Beruf hatte. Jedenfalls ist sie in Bonn-Bad Godesberg gestorben, wo sie auch wohnte, und zwar am 15.11.1989. Den Mauerfall hat sie also gerade noch mitbekommen. Wie sie nach Bad Godesberg gekommen ist, weiß ich aber nicht. Ich habe den Verdacht, dass sie trotzdem in Werther beerdigt sein könnte, denn ihr Sterbefall wurde dem Bad Godesberger Standesamt von einem Wertheraner Bestatter angezeigt. Wenn sie nicht selbst für den Fall der Fälle vorgesorgt hat, dann muss sie noch Verbindungen nach Werther gehabt haben. 
  • Wilhelm Hermann Gustav, geb. am 29.08.1908 in Theenhausen 35. Wenn ich das richtig sehe, dann hat er die Bäckerei von seinem Vater übernommen, aber nicht für lange, denn er hat seinen Vater nur um rund eineinhalb Jahre überlebt: Er ist am 28.03. 1957 in Borgholzhausen gestorben, aber wohl in Werther beerdigt. In seiner Todesanzeige im Haller Kreisblatt steht, dass er mit einer Christel geb. Trockel verheiratet war. 
  • Anna Frida. Sie muss ungefähr im April 1911 in Theenhausen 35 geboren sein. Das ergibt zumindest die Rückrechnung aus ihrem Sterbeeintrag. Sie ist schon am 23.05.1912 wieder gestorben, und zwar in Theenhausen 35. 
  • Luise Frida, geb. am 16.12.1912 in Theenhausen 35. Sie hat 1949 Hermann Heinrich Wilhelm Indiesteln geheiratet. 
  • Elise Alwine Magdalene, geb. wahrscheinlich im Januar 1916 in Theenhausen 35. Das ergibt sich zumindest aus der Rückrechnung, wenn ihren Sterbeeintrag als Basis nehme. Gestorben ist sie am 22.01.1917 in Theenhausen 35. 

Das waren jetzt neun Kinder. 

Es soll noch eine Emma gegeben haben, aber das habe ich noch nicht verifizieren können. Ich nehme an, dass das zehnte Kind, das mir noch fehlt, zwischen Luise Frida und Elise Alwine Magdalene gelegen hat, aber das ist jetzt nur eine Vermutung, weil der Abstand zwischen den beiden relativ groß ist. Es könnte auch sein, dass Emma, wenn es denn eine Emma war, das jüngste Kind von allen war. 

Das genaue Geburtsdatum von Anna Frida werde ich im nächsten Jahr herausfinden, wenn das Geburtsregister von 1911 frei wird. Das steht schon für 2022 auf meiner To-Do-Liste. 

Was die anderen Informationen angeht, die mir noch fehlen: Kommt Zeit, kommt Rat. Aber falls jemand mir weiter helfen kann, ich bin für jede Rückmeldung dankbar. Dasselbe gilt übrigens auch, wenn sich hier ein Fehler eingeschlichen haben sollte! 

Dienstag, 11. Mai 2021

Die Heidemanns aus Arrode Nr. 1

Ein Teil meiner Familie, über den ich noch nicht viel geschrieben habe, sind die Heidemanns. Das soll sich jetzt ändern; überhaupt habe ich vor, einzelne Familien hier im Blog mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Meine Urgroßmutter Marie Elisabeth Schwentker (geb. Heidemann) soll immer erzählt haben, dass sie "im Schloß" zur Welt gekommen sei. Für Nicht-Wertheraner mag das etwas abgehoben klingen, aber tatsächlich meinte sie damit das "Haus Werther", das die Wertheraner nur "das Schloss" nennen. Jedes Mal, wenn ich in den Innenhof komme, denke ich, "Und wo genau bist Du nun geboren?" Wahrscheinlich werde ich es nie erfahren...

Tatsache ist aber, dass schon Maries Vater Johann Peter Heidemann, seines Zeichens Spinnradmacher, Zimmermann und Tischler, am 02.01.1841 in Arrode Nr. 1 geboren worden war. Peter Heidemann heiratete am 06.11.1867 in Werther Katherine Elisabeth Flandermeyer aus Groß Aschen. Wenn ich so nachrechne, dann kann ich mir den Grund für die Hochzeit im November denken: Am 4. Juni des nächsten Jahres, also knapp sieben Monate später, kam schon das erste Kind...

Insgesamt gab es neun Heidemann-Kinder:

1. Anna Marie Elisabeth
geb. am 04.06.1868 in Arrode 1
gest. am 16.09.1873 in Arrode 1 (an Stickhusten)

2. Johann Friedrich
geb. am 03.12.1869 in Arrode 1
gest. am 07.05.1891 in Arrode 1 (an Schwindsucht)

3. Peter Heinrich
geb. am 02.01.1872 in Arrode 1
gest. am 05.07.1873 in Arrode 1 (an Kopfwasser)

4. Anna Marie Luise
vor ihrer Ehe Haushälterin in Werther Nr. 178
geb. am 02.01.1874 in Arrode 1
gest. am 02.08.1954 im Krankenhaus in Werther (Oberarmkopfbruch, Altersschwäche und Lungenentzündung)
Sie heiratete 1901 den Heuerling Johann Wilhelm Huxohl aus Isingdorf und war auch diejenige der Geschwister, die am längsten gelebt hat.

5. Marie Elisabeth
geb. am 07.03.1875 in Arrode 1
gest. am 06.03.1933 in Werther, Engerstr. 25 (Leberkrebs)
Meine Urgroßmutter; sie heiratete 1900 den Maurermeister Hermann Heinrich Schwentker.

6. August Heinrich
Zimmermeister
geb. am 25.07.1877 in Arrode 1
gest. am 10.09.1922 in Werther 3
Er war mit Lisette Friederike Auguste Kampmann verheiratet.

7. August Peter Eduard
geb. am 07.05.1879 in Arrode 1
gest. am 18.08.1897 in Arrode 16 (an Schwindsucht)

8. Hermann Heinrich
geb. am 07.02.1881 in Arrode 1
gest. am 06.08.1896 in Arrode 16 (an Knochenmarkentzündung)

9. Johanne Christine Marie
geb. am 27.01.1883 in Arrode 1
gest. am 30.09.1943 im Krankenhaus (an Magenkrebs)
Quasi das Nesthäkchen; sie heiratete den Arbeiter Friedrich Wilhelm Wehmeier aus Ebbesloh.


Uroma Marie war also das Mittelkind - vier kamen vor ihr, vier nach ihr. Zwei ihrer Geschwister waren schon vor Maries Geburt im Kleinkindalter gestorben, aber drei wurden als junge Erwachsene von Krankheiten dahingerafft, und zwar zu einem Zeitpunkt, als sie noch mit ihnen zusammengewohnt hat. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie das für Marie gewesen sein muss. Es war ja völlig "normal" (ein schreckliches Wort dafür), dass Kinder jung starben, aber meist handelte es sich um Kleinkinder und nicht um 15-, 18- oder 21jährige.

Irgendwann zwischen 1891 und 1896 muss die Familie dann innerhalb von Arrode umgezogen sein, denn ab 1896 (Hermann Heinrichs Tod) finde ich sie nich mehr in Nr. 1, sondern in Arrode Nr. 16. Peter Heidemann wird dann auch nicht nur als Zimmermann bzw. Zimmermeister, sondern auch als Neubauer bezeichnet, so dass ich davon ausgehe, dass Peter es geschafft hat, sich "etwas eigenes" zu kaufen. Ich glaube, wenn die Archive wieder offen sind, muss ich mal die Grundakte von Arrode 16 einsehen...

Die vier Geschwister, die geheiratet haben, sind allesamt mit ihren Ehepartnern in Werther geblieben: Anna, Marie, Heinrich und Johanne. Ich frage mich, ob auf irgendwelchen Wertheraner Dachböden noch Alben mit Fotos schlummern, auf denen man sie alle zusammen sehen kann...? Das kann durchaus der Fall sein, denn soweit ich weiß, haben sie alle Kinder gehabt.

Peter und Katharine Elisabeth starben auch in Werther: Er am 06.08.1902 in Arrode Nr. 16, sie am 03.02.1917 in Werther Nr. 89 bei ihrer Tochter Anna Huxohl. Zumindest 1908 hatte sie noch in Arrode 16 gewohnt. Bei ihm war es eine Lungenentzündung, bei ihr weiß ich es nicht, denn zumindest im standesamtlichen Sterbeeintrag ist die Ursache nicht eingetragen.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen; vielleicht hat jemand Lust, das mal auszurechnen:

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einer elfköpfigen Familie drei Familienmitglieder am selben Tag Geburtstag haben?


Freitag, 23. April 2021

Die Neuenkirchener Ortmanns

Mein Ur-Ur-Großvater Johann Friedrich Gehring, geb. am 31.01.1843 und seines Zeichens Müller in Häger 33, hatte sieben Geschwister, von denen aber nur zwei das Erwachsenenalter erreicht haben. Der eine war Johann Heinrich, 1834 geboren, den es letzten Endes nach Isingdorf verschlug. Und dann gab es da noch Anne Marie, geboren am 25.01.1840 in Häger 33, von der ich nur wusste, dass sie im April 1861 in Neuenkirchen den Colon Heinrich Wilhelm Ortmann geheiratet hatte. 

Und da kommen die Neuenkirchener Taufen ins Spiel, über ich hier ja schon berichtet hatte. 

Ich hatte mir schon gedacht, dass Anne Marie wahrscheinlich nicht kinderlos geblieben war, weil sie ja mit 21 auch für damalige Verhältnisse noch ziemlich jung war, als sie vor den Traualtar trat. Damit war sie übrigens immerhin noch ein Jahr älter als ihr Gatte - der war nämlich gerade erst 20...

Was ich dann fand, überraschte mich aber doch ein bisschen, denn die beiden haben es auf insgesamt 10 Kinder gebracht: 

- eine totgeborene Tochter am 15.10.1861

- Johann Heinrich, geb. am 17.09.1862, gest. am 06.10.1862

- Heinrich Wilhelm, geb. am 21.04.1864

- Johann Heinrich Friedrich, geb. am 29.08.1867, gest. am 24.10.1868

- Hermann Heinrich Gustav, geb. am 29.08.1867

- Franziska Caroline Luise, geb. am 01.02.1871, gest. am 12.01.1875

- Anna Maria Auguste, geb. am 04.06.1874

- Lisette Caroline Luise, geb. am 13.06.1877

- Sophie Emilie Auguste, geb. am 09.09.1880

und 

- Friedrich Heinrich, geb. am 02.02.1882. 

Weniger überrascht hat es mich allerdings, dass sie schon vor der Hochzeit angefangen haben, diese Kinder zu zeugen. Übrigens aus demselben Grund. Weshalb sollte man sonst so jung im Frühjahr heiraten...? 

Ich freue mich ja immer, wenn ich Zwillinge finde, auch wenn es meist so ist, dass einer (oder oft auch beide) früh sterben. Zwillinge sind für mich immer noch so ein kleines doppeltes Wunder. 

Vielleicht komme ich ja irgendwann dazu, mich mal wieder mit den Originalen der Kirchenbücher beschäftigen zu können. Mich interessieren da natürlich auch die Paten der Kinder und was aus den sechs Kindern, von denen ich nun noch kein Sterbedatum kenne, geworden ist. 

Das waren ja immerhin Cousins und Cousinen von Uropa August... 

Freitag, 5. März 2021

Die Ortmeyers

Es wird Zeit, dass ich mich wieder einmal den Ortmeyers zuwende. 

Der Sterbeeintrag meiner Ur-Urgroßmutter Franziska Wilhelmine (genannt Minna) Ortmeyer (geb. Torweihe) im Haller Kirchenbuch von 1930 ist schon etwas besonders, jedenfalls wenn man sich anguckt, was denn bei den Hinterbliebenen steht: 

12 Kinder. 

Das sind auch alle, die sie hatte - jedenfalls soweit ich weiß. 

Im einzelnen waren das

Catharine Wilhelmine Martha, geb. am 27.11.1892

Caroline Wilhelmine, geb. am 14.06.1895

Heinrich August, geb. am 09.12.1896

Luise Catharine, geb. am 12.11.1898

Karl Wilhelm, geb. am 27.01.1900

Emma Catharine, geb. am 31.03.1901

Wilhelm August, geb. am 18.07.1902

Catharine Wilhelmine Ella, geb. am 09.02.1904

Friedrich Wilhelm, geb. am 24.05.1906

Heinrich August Erich, geb. am 03.08.1907 

Paul Friedrich Wilhelm, geb. am 30.04.1909

und 

Friedrich Emil Otto, geb. am 09.03.1911. 

Alle wurden im selben Haus geboren, nämlich in der Steinhauser Arrode Nr. 5 hier in Halle (Westf.). 

12 Kinder in 18einhalb Jahren. Wie organisiert man das alles, vor allem, wenn man ständig schwanger ist? Ich habe wahrscheinlich nur eine vage Vorstellung davon, wie todmüde sie abends immer ins Bett gefallen sein muss. 

Das erste Kind bekam Minna fünf Tage nach ihrem 24. Geburtstag, das letzte mit 43. Da war sie vier Jahre jünger als ich jetzt. Und alle zwölf Kinder haben sie überlebt, sie musste keins von ihnen begraben. Das ist schon etwas Besonderes in dieser Generation. 

Ich muss sagen, dass ich mit diesen ganzen Ortmeyers (oder Ortmeiers, manche schrieben sich später mit "i", andere mit "y") noch einige Probleme habe. Bei vielen weiß ich zwar, was ungefähr aus ihnen geworden ist, aber bei vielen fehlen mir noch die Todesdaten. Die meisten sind in oder um Halle herum geblieben. Deshalb - falls sich hier jemand angesprochen fühlt und mit noch Daten, Informationen und Fotos liefern kann - immer man her damit!