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Dienstag, 29. März 2022

Auch Häuser können Geschichten erzählen!

Dieses Haus hier zum Beispiel: 


Hier wohne ich, und ich wohne hier auch gerne. 

Früher lautete die Adresse "Eggeberg 30", und die Einfahrt, aus deren Richtung dieses Foto hier aufgenommen wurde, lag auf der anderen Hausseite. 

Wie alt das Haus genau ist, können wir gar nicht sagen, denn wir haben keine Unterlagen darüber. Es dürfte aber so um 1900 herum gebaut worden sein, vielleicht sogar etwas früher. Allerdings war es nie als Wohnhaus gedacht

Rechts neben dem Haus befindet sich das Mundloch vom alten Katharinenstollen. Ja, in Eggeberg wurde mal Kohle abgebaut. Hoffen wir mal, dass es nicht wieder so weit kommen muss, denn wirklich einträglich war der Abbau nicht - eher im Gegenteil. Trotzdem ist ein Teil der Geschichte geblieben. Die Fotos, die man bei wikipedia findet, sind allerdings nicht mehr aktuell, die Mauer sieht inzwischen ganz anders aus. 

Links am Gebäude, da, wo mein Auto unter dem Carport steht, befindet sich noch heute der alte Kohlenbunker mit den Schütten direkt über dem Dach vom Carport. Früher haben sie die Kohle mit Loren durch unseren heutigen Garten gekarrt. 

Ein Teil meiner Schwiegerfamilie, um genauer zu sein: die Speckmanns aus Küingdorf, waren ab den 1920ern hier ansässig. Zuerst Heinrich, dann Walter. Da hatte man den Bergbau schon aufgegeben, und im rechten Gebäudeteil (niedriger als das "Haupthaus" und aus Sandstein) befand sich dann die Speckmannsche Schmiede. Irgendwann lohnte sich die Schmiederei wohl nicht mehr, jedenfalls ist mit diesem Gebäudeteil nicht mehr viel passiert. Nur noch ein Teil ist überdacht und dient mehr oder weniger als Unterstand für unsere Mülltonnen, und vom Rest stehen nur noch die Grundmauern. Eigentlich schade, aber wir haben auch so genug Platz. 

Man kann sich denken, dass dieses Foto mit seinem blühenden Fliederbaum nicht ganz aktuell sein kann, denn schließlich haben wir gerade mal Ende März. Das hat schon seinen Grund: Zum einen wollte ich ein Foto bei Sonnenschein mit gutem Wetter. Und zum anderen sieht der Kohlenbunker mit dem Carport im Moment doch etwas ramponiert aus. Beim letzten heftigen Sturm hat es nämlich das Metalldach, das mein Mann und sein Vater liebevoll in luftiger Höhe angebracht hatten, weil die Betondecke im Bunker nicht mehr ganz dicht ist, mitsamt der Holzbalken vom Kohlenbunker heruntergeweht. Das war kein schönes, aber dafür ein sehr lautes  Geräusch, und es hat uns auch einen gehörigen Schrecken eingejagt... da müssen wir dann im Sommer wohl nochmal bei, wie man hier so schön sagt. Außerdem ist auf dem Foto gerade der Rasen so schön frisch gemäht. 

Am drolligsten finde ich am Haus, dass es hinten anders aussieht als vorne. Vorne haben wir die Klinker, aber die Rückseite besteht aus dem gleichen gelben Sandstein wie die Schmiede. 

Ich muss wirklich mal ein bisschen weiter forschen. Vielleicht finde ich ja irgendwo noch alte Bilder? 

Dienstag, 13. Juli 2021

Das Berufsrisiko des Hufschmieds

An Wilhelms Geburtstag kann ich einfach nicht anders; ich musste dieses Foto einfach nochmal posten. Nicht nur, weil mein Opa hier so lässig auf der Maschine sitzt, sondern auch, weil es eine Geschichte gibt, die in dieses Foto hereinspielt.
 
Wenn man genauer hinguckt, dann kann man erkennen, dass Wilhelms untere Gesichtspartie doch ein wenig angespannt aussieht, während der Rest von ihm doch ziemlich entspannt wirkt. Das lag an einem Arbeitsunfall...

Wilhelm hatte nach der Volksschule den Beruf des Schmiedes gelernt. Das passt auch zu ihm, vor allem, dass er auch als Hufschmied arbeiten konnte. Dass er Pferde (in seinem Duktus: Gäule) mochte, weiß ich noch aus meiner eigenen Erinnerung. Kurz bevor dieses Foto entstanden ist, hat sich einer dieser Gäule aber beim Beschlagen nicht ganz so kooperativ verhalten, wie Wilhelm es sich gewünscht hätte, im Gegenteil: Voll erwischt. Es ist leider nicht überliefert, wo genau sich diese Geschichte abgespielt hat. Ich kann mir auch nur ansatzweise vorstellen, wie weh das getan haben muss. Ich will's mir aber eigentlich auch gar nicht vorstellen. 

Ironischerweise wohne ich hier in einem Haus, das mal zu einer Schmiede gehört hat (das war aber erst, nachdem hier Steinkohle abgebaut worden ist). Von der eigentlichen Schmiede stehen zwar nur noch die Grundmauern, aber wir haben tatsächlich noch einen Amboss hier. Vor Jahrzehnten hat mal jemand versucht, das Ding zu klauen, aber die Herren sind nicht weit gekommen: Weil Schnee lag, konnte man ihre Fußspuren ohne großen Aufwand verfolgen, und weit sind sie auch nicht gekommen, weil so ein Amboss nunmal verflixt schwer ist. Ab und an wird dieser Amboss auch mal genutzt, von meinem Schwager und manchmal auch von meinem Mann. Irgendwie mag ich es, wenn dieses Klong-Klong-Klong zu mir 'rüberschallt... da schließt sich wieder ein Kreis.