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In memoriam

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Es gibt so Tage, an die man sich wohl immer erinnern wird. Der 24. März 1986 ist einer davon, denn das ist der Tag, an dem meine Oma, also die Mutter meiner Mutter, gestorben ist. Martha Sickendiek geb. Hauffe .      Als ich sie kennengelernt habe, war sie natürlich nicht mehr so jung wie hier. Auf dem Foto hier sieht sie ein bisschen so aus, als wüsste sie nicht, was sie mit ihren Händen machen sollte, und das war später definitiv nicht mehr der Fall. Eigentlich habe ich sie nur als ältere Frau in Erinnerung, obwohl sie gerade mal 54 war, als ich geboren wurde, und damit just zwei Jahre älter als ich jetzt. Die Erinnerung verzerrt da ein bisschen. Die Vorliebe für Kleidung mit bunten Mustern hat sie jedenfalls beibehalten, auch wenn es später keine Blümchenkleider mehr waren. Und wo ich gerade so drüber nachdenke, da habe ich auf einmal trotz fliegender Pollen den Duft von Tosca in der Nase. Und ich muss etwas grinsen, weil ich gerade heute den Drogeriemarkt meiner Wahl ...

Willys Zweiter Weltkrieg

Einer der Punkte auf meiner To-Do-Liste für dieses Jahr war ja, die Meldekartei für Halle durchzugucken. Und diesen Punkt konnte ich inzwischen zumindest teilweise abhaken, denn ich habe diverse meiner Verwandten dort gefunden, und das auch noch teilweise mit einigen Überraschungen verbunden.   Die Haller Meldekartei friert quasi den Wohnungsbestand im Jahr 1953 ein. Nach Ortsteilen und dann Straßen, und dann innerhalb der Straßen nach Hausnummern, findet sich für jeden Haushalt eine Karteikarte. Auf dieser Karte ist dann die Meldehistorie aufgelistet. Meinen Urgroßvater Willy Hauffe und seine Frau Lina Ortmeyer gehörten zu den ersten, die ich gefunden habe, und zwar in Oldendorf Nr. 61 .  Die Karteikarte beginnt mit dem 04.02.1918. Damals meldete sich Willy vom "Militär" kommend in Oldendorf Nr. 61 an, als Lina dort schon (zusammen mit ihren Eltern) wohnte. Das war wohlgemerkt immerhin sieben Monate vor ihrer Hochzeit... und noch ein Dreivierteljahr vor dem Ende des Ers...

Vorsicht vor dem Fahnenmast - oder: Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

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  Es gibt einen Grund, weshalb bei uns heute noch einmal Waschmaschine und Trockner gequält wurden: Zwischen Weihnachten und Neujahr werden beide nämlich still und unangetastet bleiben.  Bei meiner Mutter auch.  Meine Oma mütterlicherseits hat es auch so gehalten.  Und meine Urgroßmutter mütter-mütterlicherseits auch.  Das wären mindestens schon mal vier Generationen.  Aber warum ist das so?  Bis vor nicht allzu langer Zeit war mir das gar nicht klar. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass es zwischen den Jahren halt auch einmal eine Zeit geben muss, in denen selbst die pflichtbewussteren Hausfrauen, von denen ich rätselhafterweise, aber ganz sicher abstamme, sich mal ein paar Tage ohne die verflixte Wäsche gegönnt und nur das Nötigste gemacht haben, um dann im nächsten Jahr und mit neuer Energie wieder loszulegen.  Aber nein - die Geschichte hat noch einen ganz anderen Hintergrund. Wenn man zwischen Weihnachten und Neujahr wäscht, dann bringt da...

Eine gute Fehlanzeige

Im Stadtarchiv hier in Halle gibt es eine Mitgliederkartei der NSDAP von 1938. In dieser Kartei findet man zumindest die Mitglieder, die in Halle-Stadt und Oldendorf gewohnt haben; die anderen Ortsteile aus dem heutigen Stadtgebiet sind nicht dabei, weil sie damals ja noch nicht eingemeindet waren (bei Oldendorf war das am 01.10.1938 passiert).  Wenn man solche Quellen hat, dann sollte man sie auch nutzen. Deshalb hier eine Zwischenmeldung aus dem Stadtarchiv:  Keine Sickendieks, keine Hauffes, keine Ortmeyers.  Auch nicht in den anderen phonetischen Schreibweisen.  Ich kann mir nicht helfen, aber ich war doch ein bisschen erleichtert, obwohl ich mich ja nun wirklich nicht für das Handeln meiner Großeltern und Urgroßeltern in der Nazizeit verantwortlich fühle. Eher dafür, dass wir nicht wieder in die Lage kommen, in der sie damals waren.  Dennoch, eine Gewähr dafür, dass meine Vorfahren nicht das damalige Regime in irgendeiner Art und Weise unterstützt haben, i...

Marthas Erbe

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  Ich habe noch ziemlich viele Fotos von meiner Oma mütterlicherseits, Martha , aber eigentlich nur dieses eine, auf dem sie a) noch ziemlich jung ist und b) auch noch in die Kamera lacht. Es muss ungefähr von 1949 sein. Leider ist das Original im Laufe der Jahre ein paar Mal geknickt worden, was man auf dem Scan hier auch ziemlich gut erkennen kann. Und leicht unscharf ist es auch noch...  Trotzdem, es ist eins meiner Lieblingsfotos.  Heute ist es 37 Jahre her, dass Martha gestorben ist. Scheiß Krebs. Wie so oft. Obwohl sie ihr Leben lang in Halle gewohnt hatte (und ich bin immer noch dabei, nachzuvollziehen, wo sie von wann bis wann gewohnt hat - ich muss mir wirklich mal die Haller Meldekartei vornehmen!), hat Martha ihre letzten Tage in Werther im Krankenhaus verbracht. Aus irgendeinem Grunde hat sie einen Bogen um das Haller Krankenhaus machen wollen. Ironischerweise bedeutet das gleichzeitig, dass sie in Werthers Gedächtnis auftauchen wird, wenn ich dann mal irgend...

Kirche ohne Namen?

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  Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass ich 2023 endlich mal meine Forschung in eine sinnvolle Ordnung bringen wollte. Ja, ich bin dabei, und das hier ist ein Teilergebnis dieses hehren Ansinnens.  Dieses Foto habe ich auf meinem alten Rechner gefunden, versteckt in einem Unterordner eines Unterordners eines Unterordners, die alle so bezeichnende Namen tragen wie "Forschung", "Bilder", "Verschiedenes" und (mein Favorit!): " Diverses, muss noch sortiert werden ".   Ich habe das Foto am 15.08.2012 gemacht, also vor ungefähr 12 1/2 Jahren, nachmittags um kurz nach 5. Hätte ich nicht die Fotos davor gesehen, dann hätte ich wahrscheinlich gar nicht mehr gewusst, was für eine Kirche ich denn da überhaupt fotografiert habe, aber inzwischen ist die Erinnerung wieder da.  Ich hatte im Archiv in Brandenburg geforscht und war dabei darauf gestoßen, dass meine Ur-Ur-Großeltern Carl und Sophie Hauffe (geb. Rohde) am 26.10.1881 in Klein Kreutz geheiratet hat...

Elli - eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

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Elli Hauffe war meine Großtante. Ich weiß gar nicht, ob ich sie hier im Blog schon einmal erähnt habe. Sie war die jüngste Schwester meiner Großmutter Martha ; ihre Eltern waren Willy und Lina Hauffe . Als Elli am 9. April 1931 geboren wurde, war Martha schon zwölf Jahre alt. An Ellis standesamtlichen Geburtseintrag komme ich leider nicht heran, weil sie von mir aus gesehen ja "nur" eine Verwandte in der Seitenlinie ist, aber ich weiß, dass sie in Halle-Oldendorf geboren wurde. Damals hat die Familie noch bei meinen Ururgroßeltern Wilhelm und Minna Ortmeyer gewohnt; demnach war es Oldendorf Nr. 61. Ich würde ja wirklich gerne wissen, weshalb ihre Eltern sie nicht "Elisabeth" genannt haben, denn tatsächlich habe ich sie bisher nur als "Elli" gefunden. "Elli" klingt so unförmlich, so locker - und deshalb vielleicht auch wie ein Wunschkind. Ob sie das tatsächlich war, weiß ich natürlich nicht. Von allen (lebend geborenen) Geschwistern meiner Groß...

Kennenlerngeschichten

Unser 6. Hochzeitstag - ab heute gehen wir offiziell ins sprichwörtliche verflixte siebte Jahr. Obwohl... zählt das eigentlich, wenn man vor der Ehe schon zwanzig Jahre zusammen war?  In der Tageszeitung lese ich immer gerne die Artikel über die Gold- und Gnadenhochzeiten, weil da meist auch drinsteht, wie sich die Leute kennengelernt haben. Einen solchen Artikel wird es altersbedingt bei uns wohl nicht geben, aber wenn es ihn gäbe, dann würde der geneigte Leser erfahren, dass wir uns auf dem Brockhagener Dorfgemeinschaftsfest über den Weg gelaufen sind, und zwar 1992. Drei Jahre später waren wir dann zusammen. Das Ironische an der Sache ist: Auch vor 1992 habe ich meinen jetzigen Göttergatten schon sehr oft gesehen, denn wir waren auf derselben Schule, dem KGH. Kreisgymnasium Halle (Westf.). Er eine Stufe über mir. Vom Sehen kannte ich ihn schon, als ich 10 Jahre alt war. Wir hatten aber einen unterschiedlichen Freundeskreis und überhaupt nichts miteinander zu tun.  Wenn ich...

Halles "Lumpenbude"

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Halle (Westf.) hat anscheinend ein Problem mit alten Gebäuden - bzw. mit der Frage, ob man sie abreißen soll oder ob es sich lohnt, sie in irgendeiner Art und Weise zu erhalten und wenn ja, als was? Eins dieser Probleme kennt man hier unter dem Stichwort " Borgers ".  Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Mutter im Auto unterwegs. Wir kamen an der Ecke Klingenhagen/Mönchstraße vorbei, und der Anblick, der sich einem dort bietet, ist wirklich kein schöner: Ein altes, verfallenes und ziemlich häßliches Fabrikgebäude, das wirklich nicht mehr zu retten sein dürfte. Darüber besteht sogar ein gewisser Konsens, was in Halle längst nicht bei allen alten Gebäuden der Fall ist. Das Problem ist nicht das Gebäude selbst, sondern das, was sich an Giftstoffen unter der Erde verbirgt: Altlasten. Der Kommentar, den ich von meiner Mutter hörte, ging dann auch in eine ähnliche Richtung:  "Die Lumpenbude... da haben sie sich alle die Lunge kaputt gemacht..."   Solche Sätze sollte ma...

Computergenealogie - schon ein bisschen ironisch, oder?

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Mein freundlicher Postbote hat mir heute die neuste Ausgabe der Computergenealogie vorbeigebracht. Ja, ich habe sie inzwischen im Abo.  Früher habe ich es immer so gemacht, dass ich auf den Westfälischen Genealogentagen (oder auch auf dem Deutschen Genealogentag in Melle 2018) ein bisschen Bargeld in die Hand genommen und dann einen Rundumschlag gemacht und mir die letzten paar Ausgaben alle auf einmal gekauft habe. Ich gebe zu, mit einem Abo ist es einfacher...  Gut, verwandtschaftliche Beziehungen nach Russland sind bis jetzt noch nicht aufgetaucht. Aber mein 3x-Urgroßvater Carl Traugott Haufe soll um 1797 in Sorau in der Niederlausitz geboren sein, als Sohn des Bürgers und Schneidermeisters Johann Carl Traugott Haufe und seiner Frau Johanne Friederike Ernestine Baumann . Diese Daten stammen aus seinem Sterbeeintrag im Kirchenbuch der Kirche Unser lieben Frauen in Burg bei Magdeburg; tatsächlich verifizieren konnte ich sie noch nicht. Die Kirchenbücher aus Sorau scheint ...

Willy und Lina feierten Goldene Hochzeit

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  An dieser Stelle muss ich mal ein dickes Dankeschön an Frau Hagenbäumer vom Stadtarchiv hier in Halle loswerden. Nachdem ich den Blogpost über die Ad-hoc-Hochzeiten in meiner Familie geschrieben hatte, kam mir die Idee, dass ja vielleicht ein Artikel in der Lokalzeitung erschienen sein könnte, weil Lina und Willy es ja immerhin bis zur Goldenen Hochzeit geschafft haben. Also habe ich eine kleine Mail geschrieben, und tatsächlich fand ich dann am nächsten Morgen(!) dieses Bild hier in meinem Postfach: Einen Ausschnitt aus dem Haller Kreisblatt vom 4. September 1968.  Das Bild von Willy und Lina kenne ich, das haben wir hier in der Familie auch. Ich finde, man kann sehen, dass der "Jubelbräutigam" da schon nachgelassen hat, jedenfalls, wenn ich es mit älteren Bildern vergleiche. Oder vielleicht fragte er sich ja auch nur, was der "Schreiberling" denn über ihn und seine Familie fabrizieren würde...  Falls dem so war, dann waren die Zweifel nicht ganz unberechtigt,...

Die oftmals unterschätzte Kunst der Ad-hoc-Hochzeit: Auch eine Familientradition!

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Ich weiß noch genau, was ich heute vor fünf Jahren gemacht habe: "Ja" gesagt, im Haller Standesamt, mit ganz wenigen Leuten dabei und einem großen Hund. Ich weiß auch noch genau, wo ich gestern vor fünf Jahren war: Auch im Standesamt. Zur Vorbesprechung. Wir waren da etwas kurzentschlossen. Und als die Standesbeamtin sagte, dass sie nur noch am nächsten Tag da wäre und danach erstmal für diverse Wochen im Urlaub, da war es klar: "Ach, morgen passt. Elf Uhr ist in Ordnung!"  Wir sind heute noch froh, dass wir es so gemacht haben, wie wir es gemacht haben. Kein Ins-Kleid-Hungern, keine Platzkärtchen, und keine Bedenken, ob unser Musikgeschmack denn auch mit dem unserer Verwandtschaft übereinstimmt. Über meinen Ehering habe ich hier ja schon einmal was erzählt. Und der befindet sich bis heute nicht ohne Grund an meinem Finger.  Wenn ich aber so in meiner Familie über die Generationen zurückgucke, dann bin ich nicht die einzige, die Knall auf Fall geheiratet hat. Eine ...