Freitag, 27. Januar 2023

Der Käfer in Klacks Kurve

26. Januar 2023: Es ist tatsächlich mal ein Wintertag, und ich habe mal wieder beruflich in Warendorf zu tun. Viele Wege führen von hier nach Warendorf, aber ich nehme immer den über Hörste und Greffen.

Wenn man durch Hörste "durch" ist, dann kommt man nach ein paar Hundert Metern durch "Klack's Kurve". Das heißt, man kommt durch, wenn man vernünftig fährt. Klacks Kurve ist in Halle und der näheren Umgebung berühmt-berüchtigt und ein stehender Begriff: "Pass' in Klacks Kurve auf!" Vor allem bei Wetter wie diesem, wenn man nicht weiß, ob sich da nicht vielleicht doch noch eine glatte Stelle versteckt hat.

Heute fahre ich also im Schneetreiben durch Klacks Kurve, und sowohl Bertha Benz (ja, mein Auto hat einen Namen) als auch ich überstehen es heile und ohne Schrammen oder Beulen. Dasselbe gilt für den Baum, der seit zig Jahren da steht und schon ungewollt näheren Kontakt mit sehr, sehr vielen Autos hatte. 

Eines dieser vielen Autos war der weiße Käfer meiner Mutter. Allerdings saß nicht sie am Steuer, sondern mein Großvater, Wilhelm. Genau erinnern kann sich meine Mutter nicht mehr, aber es muss so um 1975 oder 1976 herum gewesen sein. Opa war unterwegs, um sich eine Schaukel anzugucken (für mich, nicht für sich). Vor ihm zwei Autos, und Opa ging es einfach nicht schnell genug. Also wollte er überholen. Kurz vor Klack's Kurve. Er kannte sie, er kam ja schließlich aus Hörste. Dummerweise hatte er nicht bemerkt bzw. gesehen, dass das erste Auto vor ihm langsamer geworden war, weil es links abbiegen wollte. Das passte nicht gut zusammen. 

Die gute Nachricht ist, dass alle den Unfall lebend überstanden haben. Es hätte auch anders ausgehen können... Der Käfer allerdings war nur noch ein Fall für den Käferhimmel. Schade.

An diese Geschichte musste ich heute heute denken, als ich so im Schneegestöber vor mich hin fuhr. Und auch daran, dass es hier in dieser Gegend, in der ich wirklich gerne lebe, so dermaßen viele Orte gibt, die mir meine Familiengeschichte - und damit auch meine eigene - erzählen. Das ist nicht selbstverständlich; man muss sich nur die Nachrichten angucken um zu erkennen, dass das etwas ist, das längst nicht alle Menschen von sich sagen können. 

War ein guter Tag heute.

Freitag, 20. Januar 2023

Tabus bei der Familienforschung?

Es gibt Momente, in denen ich mich fühle wie ein Eindringling. 

Und, wenn man es mal genau nimmt, das bin ich auch. 

Wenn ich anfange, eine Familie zu erforschen, dann dringe ich unvermeidbar in deren Sphäre ein. Ich habe hier extra nicht das Wort "Privatsphäre" gewählt, weil es mitunter die Frage ist, was "privat" ist und was nicht. Von verschiedenen Stellen wird diese Frage auch in verschiedener Weise beantwortet. Ich für meinen Teil frage mich zum Beispiel, warum Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten vom Gesetzgeber als privat eingestuft und die entsprechenden Urkunden mit Sperrfristen versehen werden, während man die meisten Informationen heutzutage als Anzeige in der Zeitung oder auf Facebook finden kann. 

Andere Informationen sehe ich da schon kritischer. Klar, ich finde es spannend, wenn ich lese, wer sich wie viel Geld von wem geliehen hat, aber über Finanzen spricht man auch heute ja nicht gerne. Trotzdem finde ich es interessant zu erfahren, wenn sich meine Vorfahren zum Aufbau ihrer beruflichen Existenz Geld geliehen haben, und auch, von wem. Wenn das alles 100 Jahre oder mehr her ist und die handelnden Personen nicht mehr am Leben sind, dann habe ich aber kein Problem damit, hier im Blog darüber zu schreiben. Mein Problem ist eher, die Zeit dafür zu finden... 

Ähnlich sehe ich es bei Informationen, die die Gesundheit betreffen. Wenn man an Krebs oder an einem Schlaganfall stirbt, dann ist das nichts Ehrenrühriges. Ich bin aber auch oft auf Einträge gestoßen, in denen die Diagnosen nicht nur etwas über den eigentlichen Tod aussagen, sondern auch über den Lebenswandel und die Lebensumstände, so dass man gewisse Rückschlüsse ziehen kann. In diese Kategorie fallen für mich übrigens auch Suizide, die sowohl in meiner weiteren Familie als auch in der meines Mannes vorgekommen sind. Die spare ich hier aus, wenn es noch lebende Abkömmlinge gibt. Aber auch hier gilt: Je weiter sie zurück liegen, desto geringer wird die Hemmschwelle, wenn auch sehr langsam. Wenn sich jemand vor 100 oder 150 Jahren umgebracht hat, ist das nicht dasselbe, schon alleine, weil es dann keinen Menschen mehr geben wird, der sich an diese Person als lebendigen Menschen erinnern kann und der sie geliebt hat. Und ja, wenn man in Sammelakten zu Sterbeeinträgen die näheren Umstände eines Suizids liest, dann fühlt man sich wie ein Eindringling. Zumindest geht es mir so. Aber andererseits gehören auch diese Geschichten zur Familiengeschichte dazu. Die Frage ist eher, ob ich hier darüber berichte, auch wenn ich völlig legal in den Besitz dieser Informationen gelangt bin. Und in diesem Fall lautet die Anwort halt "im Zweifelsfall nicht". 

Eine letzte Gruppe, die ich in diesem Zusammenhang noch erwähnenswert finde, ist die der "schwarzen Schafe". Machen wir uns nichts vor, wir sind alle keine Heiligen, aber manche weichen doch vom "Normverhalten" - immer im Spiegel der einschlägigen Zeiten gesehen - ab. Wenn man Glück hat, liefern solche Verhaltensweisen eine gute Anekdote, wenn man Pech hat, dann hat man es mit einer Tragödie zu tun, die sich auch noch auf die nachfolgenden Generationen auswirken kann. 

Unter dieser Kategorie würde ich zum Beispiel auch das verstehen, was unsere Vorfahren in den 1930er und 1940er Jahren getan (und unterlassen) haben. Also eher die "braunen Schafe", ohne hier irgendetwas verharmlosen zu wollen. Ich bin die Enkelgeneration, und ich finde, ich habe das Recht, diese Fragen zu stellen. Ob ich Antworten auf diese Fragen bekomme, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Für meine Familie weiß ich, was das angeht, nach meinem Dafürhalten immer noch viel zu wenig. Ich weiß noch nicht einmal, ob jemand Parteimitglied war oder ob es vielleicht sogar Entnazifizierungsverfahren gab. Das ist übrigens etwas, das ich in den nächsten Monaten gerne ändern würde. Wenn ich da fündig wäre, dann hätte ich wohl auch kein Problem damit, hier darüber zu schreiben. 

Das musste ich mir übrigens tatsächlich einmal von einem älteren Herren bei einer genealogischen Veranstaltung anhören, und zwar in einem ziemlich patzigen Ton: "Und was machen Sie, wenn Ihr Opa Nazi war?" Da merkte man richtig am Tonfall, dass da noch keine Distanz zu dem Thema da war. Ich habe geantwortet, dass das dann wohl so wäre, ich es nicht ändern könnte und ich im Übrigen nicht mein Großvater bin sondern eine eigenständige Person mit eigenen Ansichten. Und diese Ansichten gehen in eine komplett andere Richtung. Ich finde überhaupt, dass über die Täter zu wenig gesprochen wird. Aber vielleicht ist meine Generation ja diejenige, die sich endlich traut, die richtigen Fragen zu stellen. Die erste Generation, in der dieses "Da spricht man nicht drüber" nicht mehr gilt. Und überhaupt, ich würde mir wünschen, dass mehr von den älteren Herrschaften mehr zu diesem Thema erzählen, selbst wenn sie damals "nur" Kinder waren. Wie war das damals? Was haben sie gedacht und gemacht? Und warum? Wie war das bei den Eltern?

Und was mich angeht: Mir hat mal jemand gesagt, dass ich hier im Blog ja mitunter auch ziemlich persönlich werde. Ja, stimmt, aber das bin halt ich. Das ist meine "Stimme", die man hier liest, oder vielleicht besser: Meine Schreibe. Das ist das, was diesen Blog von jedem anderen auf dieser Welt unterscheidet. Aber auch ich würde nicht alles von mir mit der ganzen Welt teilen wollen. Ich unterscheide da schon sehr genau. Mir ist egal, wer weiß, dass ich morgens erst nach der zweiten Tasse Kaffee richtig denken kann (auch, wenn es vorher durchaus zu grammatikalisch korrekter Konversation reicht), dass ich Spinnen für extrem faszinierende Tiere halte und dass mein Musikgeschmack im Grunde Anfang der 90er Jahre stehen geblieben ist. Ich habe auch generell kein Problem damit, meine Meinung zu teilen. Aber wenn es zum Beispiel um konkrete Zahlen geht, dann halte ich mich doch extrem bedeckt. Und das wird auch so bleiben... 

Kurz zusammengefasst: 

Ja, man kommt sich bei der Familienforschung auch schon mal vor wie ein Eindringling. Wer den Anspruch hat, die Wahrheit (oder vielleicht auch mal die verschiedenen Seiten einer Medaille) herauszufinden, der muss da halt durch. Was man mit den gewonnenen Erkenntnissen macht, das ist dann die nächste Frage. Veröffentlicht man sie oder nicht, oder erzählt man sie nur im Familienkreis? Da ist dann auch ein bisschen Verantwortungsbewusstsein gefragt.  

Dienstag, 17. Januar 2023

Menschen, die 1960 in Werther gestorben sind, aber nicht in Werther geboren waren

So, die Sterbeeinträge für 1960 habe ich nun auch in Werthers Gedächtnis eingearbeitet. Und weil ich gerade so schön im Flow war, habe ich auch gleich noch eine kleine Liste mit den Leuten erstellt, die zwar in Werther (bzw. im Bereich des Amtes Werther) gestorben sind, die aber nicht in Werther geboren worden waren. Mein Hintergrundgedanke war, dass eine solche Liste vielleicht helfen kann, wenn man als Forscher jemanden sucht, der aus seinem Heimatort "verschwunden" war, aus welchen Gründen auch immer. Nicht immer hat man ja die Gelegenheit, die Geburtsregister mit dem entsprechenden Vermerk einzusehen, oder die Vermerke fehlen. 

Die Liste ist ganz einfach aufgebaut: Nummer im Register, Name, Datum und Ort der Geburt, Datum und Ort des Todes. KH bedeutet Krankenhaus.  

 1. Heinrich Ludwig Strothenke, 14.03.1881 Borgholzhausen, 01.01.1960 KH

2. Christiane Ernestine Kalms geb. Berger, 02.07.1887 Oberwüstegiersdorf, 06.01.1960 KH

3. Hermann Martin Paul Mittmann, 18.04.1894 Nimkau, 06.01.1960 KH 

7. Hanne Wilhelmine Schneider geb. Rekord, 05.02.1878 Senne II, 10.01.1960 KH 

9. Helene Vethake geb. Fröhlich, 24.08.1912 Zwingenberg, 18.01.1960 KH 

10. Wilhelm Meier, 13.11.1882 Niederbonsfeld, 17.01.1960 KH 

11. Anna Catharine gen. Anna Marie Jerrentrup geb. Niemeyer, 04.03.1875 Spenge, 27.01.1960 Meyerfeld 5

13. Hermann Martin Alex, 09.11.1879 Neu Gründann, 10.02.1960 Theenhausen 37

14. August Friedrich Tappe, 21.06.1881 Lenzinghausen, 11.02.1960 Rotenhagen 47

15. Richard Karl Leo Haselbach, 09.07.1884 Stabelwitz, 11.02.1960 Am Markt 8

16. Anna Marie Emma Sahrhage geb. Brocke, 08.03.1895 in Babenhausen, 15.02.1960 KH

17. Heinrich August Gustav Klusmann, 07.10.1885 Lenzinghausen,  15.02.1960 KH 

18. Bertha Marie Anna Kern geb. Foerste, 27.04.1889 Groß Schwechten, 17.02.1960 KH 

19. Friedrich Johann Ruwe, 17.10.1875 Wallenbrück, 17.02.1960 Haller Str. 41

20. Johannes Ernst Paul Schölske, 10.10.1885 Königsberg in der Neumark, 17.02.1960 KH Me

21. Johann Heinrich Schenk, 19.12.1888 Höntrup, 18.02.1960 KH 

23. Anna Johanne Bockermann geb. Blome, 17.03.1879 Bielefeld, 20.02.1960 KH

24. Anna Elisabeth Janikulla geb. Prause, 09.11.1896 Woischwitz, 22.02.1960 KH 

25. Ignatz Härtl, 22.07.1870 Brüsau, 20.02.1960 Engerstr. 46

29. Lisette Luise Dreier geb. Voß, 06.04.1894 Spenge, 28.02.1960 KH 

30. August Decker, 31.12.1885 Neuhof, 28.02.1960 KH 

31. Ida Pauline Lattner, 26.02.1892 Kottwitz, 29.02.1960 Kök 28

33. Anna Marie Rather geb. Griese, 03.07.1899 Spenge, 06.03.1960 KH 

34. Friedrich August Waldhecker, 06.01.1882 Neuenkirchen, 07.03.1960 KH 

35. Paul Heinrich Heitbrink, 10.01.1902 Spenge, 07.03.1960 KH 

36. Hermann Wilhelm Voß, 14.09.1884 Holterdorf, 10.03.1960 KH 

37. Auguste Amalie Beckmann geb. Schumann, 15.10.1888 Bielefeld, 13.03.1960 KH 

41. Bernd Gottlieb Wilhelm Schüler, 03.10.1885 Westerenger, 23.03.1960 KH 

44. Anne Marie Ilsabein Schwentker geb. Krüger, 19.08.1873 Bardüttingdorf, 27.03.1960 KH 

45. Wilhelm Joseph Hansen, 18.12.1884 Aachen, 28.03.1960 KH 

46. Marie Wilhelmine Dröge geb. Beckmann, 07.07.1873 Steinhagen, 30.03.1960 Nordstr. 45 

48. Paul Richard Heinzel, 07.09.1878 Friedland, 04.04.1960 KH 

49. Heinrich Friedrich Wilhelm Hohnhaus, 26.09.1874 Minden, 11.04.1960 KH 

50. Anna Johanne Brünger geb. Holz, 06.10.1898 Lenzinghausen, 12.04.1960 KH 

52. Johanna Marie Ziegan geb. Rößler, 02.08.1883 Borne, 16.04.1960 Engerstr. 38

53. Johanne Marie Blomeyer geb. Ruwe, 17.05.1887 Bardüttingdorf, 16.04.1960 KH 

55. Luise Karoline Bültmann geb. Mohrmann, 05.07.1888 Neuenkirchen, 23.04.1960 Arrode 61

56. Hermann August Kuhlmann, 28.11.1902 Hücker-Aschen, 25.04.1960 KH 

57. Sofie Else Mohrmann geb. Nöltgen, 13.09.1897 Bielefeld, 26.04.1960 KH

59. Anna Marie Auguste Rexmann geb. Düker, 30.01.1883 Wichlinghausen, 04.05.1960 KH 

61. Heinrich Schäpersmann, 19.02.1903 Wallenbrück, 04.05.1960 KH 

62. Fritz Adolf Paul Burkert, 15.01.1885 Breslau 14.05.1960 KH 

66. Karl Hugo Martin Kersten, 20.12.1887 Köslin, 19.05.1960 KH 

67. Johanne Marie Auguste Schacht geb. Beckmann, 16.05.1881 Spenge, 21.05.1960 KH 

68. Amalie Großewächter geb. Wöhrmann, 21.11.1909 Westerenger, 06.06.1960 KH 

69. Paul Karl Ehms, 21.03.1889 Kiel, 07.06.1960 KH 

70. Heinrich Franz Carl Stolle, 04.05.1896 Aschen, 07.06.1960 KH 

72. Catharina Johanne Mormann geb. Lührmann, 31.12.1874 Holterdorf, 12.06.1960 Theenhausen 13

73. Hermann Heinrich Fehring, 04.10.1875 Küingdorf, 11.06.1960 KH 

75. Hermann Heinrich Kamphöner, 31.12.1881 Pödinghausen, 14.06.1960 KH 

76. Ewald Paul Gärtner, 16.11.1890 Weißstein, 16.06.1960 KH 

77. Johanne Schüler 17.10.1895 Spenge, 15.06.1960 KH 

78. Wilhelmine Frosch geb. Püschel, 13.11.1876 Kieslingswalde, 19.06.1960 KH 

79. Minna Martha David geb. Jeschke, 04.04.1883 Steindorf, 22.06.1960 Bielefelder Str. 20

80. August Engel,  09.08.1890 Wanda-Backus, 30.06.1960 Theenhausen 

81. Auguste Elisabeth Konsemüller geb. Böker, 06.11.1882 Obernbeck, 04.07.1960 Feldweg 32

83. Marie Wilhelmine Luise Löwe geb. Lefhalm, 05.04.1884 Spradow, 05.07.1960 KH 

84. Paul Friedrich Leopold Kogel, 21.07.1886 Groß Massow, 07.07.1960 Krankenhaus

85. Alfred Paul Nitsche, 21.04.1883 Frankenstein, 10.07.1960 KH 

86. Robert August David, 27.03.1880 Weichseltal, 12.07.1960 Häger 7

89. Wilhelm Gottlieb Höner, 04.09.1885 Oberjöllenbeck, 16.07.1960 KH 

90. Michael Hoffmann, 18.05.1892 Franzjosefsfeld, 20.07.1960 KH 

91. Hermann Heinrich Robert Kirchhoff, 15.12.1897 Spenge, 21.07.1960 KH 

92. Johanne Marie Nienaber geb. Bille, 30.10.1895 Brockhagen, 23.07.1960 KH  

93. Peter Heinrich August Voß, 27.10.1888 Bardüttingdorf, 27.07.1960 KH 

99. Helene Ida Schlausch geb. Schreiber, 05.07.1891 Fellhammer, 07.08.1960 Haller Str. 17

101. Wilhelm Max Hilbert, 20.01.1887 Bielefeld, 13.08.1960 KH 

102. Karl Heinrich Friedrich Hildebrandt, 23.08.1905 Nienburg, zw. 10. und 15.08.1960 im Walde an der Egge 

105. Maria Hermine Katharina Wilhelmine Ellerbrock geb. Hagmann, 24.11.1870 Laggenbeck, 28.08.1960 KH 

108. Johanne Wilhelmine Kuhlmann geb. Evers, 05.11.1877 Steinhagen, 10.09.1960 Engerstr. 38

110. Luise Theodora Sperling geb. Bassalge, 11.01.1888 Herne, 24.09.1960 KH 

111. Marie Mathilde Emma Dresrüsse geb. Specht, 28.06.1887 Spenge, 30.09.1960 KH 

112. August Karl Scheika, 19.06.1883 Kownatken, 01.10.1960 Theenhausen 62

113. Emilie Hagemann geb. Lüking, 22.07.1878 Babenhausen, 02.10.1960 Ravensberger Str. 26

114. August Heinrich Wilhelm Tiemann, 20.01.1887 Wallenbrück, 04.10.1960 KH 

115. Auguste Karoline Steinbach geb. Hohmeister, 18.04.1892 Helmarshausen, 05.10.1960 KH 

117. August Wilhelm Karl Wiedey, 30.12.1890 Peckeloh, 05.10.1960 KH 

119. Franz Josef Meyer, 18.05.1896 Holtfeld, 08.10.1960 Borgholzhausener Str. 9

120. Anna Marie Katharina Niemeyer geb. Niermann, 29.04.1874 Bardüttingdorf, 10.10.1960 KH 

123. Rudolf Joseph Friedrich Böhm, 15.02.1909 Frankfurt/Main, 12.10.1960 KH 

124. Johann Gottlieb Baltschukat, 10.01.1889 Bersbrüden, 14.10.1960 KH 

126. Auguste Alma Weitkamp geb. Redecker, 14.06.1896 Spenge, 19.10.1960 KH 

128. Marie Friederike Johanne Sußiek, 19.02.1879 Oberjöllenbeck, 21.10.1960 Arrode 5

130. Franz August Kostka, 01.12.1892 Ratibor, 26.10.1960 KH 

136. Emma Johanne Friederike Bieder geb. Gronebaum, 17.05.1892 Gütersloh, 11.11.1960 KH 

139. Anna Barbara Kunze geb. Mosebach, 17.02.1892 Vacha, 17.11.1960 KH 

141. Emilie Kimmel geb. Hilbig, 18.02.1910 Königswalde, 26.11.1960 KH 

142. Erna Elisabeth Ella Poltrock geb. Dode, 31.03.1902 Lauenburg, 25.11.1960 KH 

143. Auguste Wilhelmine Brandt geb. Schulz, 08.10.1874 Elbing, 02.12.1960 KH 

144. Friedrich Wilhelm Heidemann, 22.03.1901 Spenge, 03.12.1960 KH 

145. Johanne Marie Luise Pilgrim geb. Henke, 12.11.1899 Lenzinghausen, 07.12.1960 KH 

146. Otto Hermann Heinrich Gentz, 04.11.1901 Berlin, 10.12.1960 KH 

147. Ida Fieger geb. Pohl, 05.03.1881 Litzmannstadt, 11.12.1960 Teutoburger-Wald-Weg 11

150. Marie Johanne Lechtermann geb. Jürgens, 14.10.1891 Oberjöllenbeck, 28.12.1960 KH  

Ich habe mich an die standesamtlichen Sperrfristen gehalten, soll heißen: Man findet hier keinen, der 1913 oder später geboren ist. Alle diese Informationen sind allgemein zugänglich, wenn auch noch nicht digitalisiert; ich verrate also nichts Neues. Wer genauere Informationen zu den einzelnen Einträgen haben möchte, der weiß nun, wo er suchen kann... viel Spass.

Freitag, 13. Januar 2023

Amtmann Mensing und die mutierten Fridas

Wann immer ich den Namen "Frida" sehe (und den sehe ich im Moment wieder relativ oft, weil ich gerade die Geburten von 1912 in Werthers Gedächtnis einarbeite), dann weiß ich genau, dass diese Frida irgendwann nach 1875 im Amt Werther geboren ist. Und ich weiß auch, wer bei der Schreibweise seine Finger im Spiel hatte: Amtmann Mensing. 

Amtmann Mensing war am 06.09.1840 als Carl Wilhelm Adolf Mensing in Minden geboren worden. Seine Eltern waren der Pfarrer der Marienkirche Johann Heinrich Gottlieb Mensing und dessen Frau Elise Hermine Nolting. Irgendwann muss der junge Adolf beim Militär gelandet sein, und dabei kann er sich nicht ganz schlecht angestellt haben, denn in seinem Traueintrag finde ich ihn als "Königl. Lieutenant a.D. und Amtmann".

Wie genau Adolf Mensing in Werther gelandet, kann ich nicht sagen. Es ging aber vom Militär in die Verwaltung, was ihm wahrscheinlich ein wesentlich entspannteres Leben bescherte. Vor allem im kleinen und doch recht überschaubaren Werther. Da taucht die Mensing'sche Schrift ab Januar 1876 in den Standesamtsregistern auf. Es scheint also sicher anzunehmen, dass Adolf Mensing ab Januar 1876 in der Amtsstube in der Schloßstraße saß. Da war er 35 Jahre alt. Und weil Werther so überschaubar war, wundert man sich auch nicht, dass dieser noch relativ junge gediente Herr auch ziemlich schnell eine Braut aus einer der angesehenen und alteingesessenen Wertheraner Kaufmannsfamilien fand, nämlich Friederike Henriette Louise Emmy Walbaum, geboren am 19.07.1846. Das Walbaumsche Haus steht noch heute mitten in Werther, und zwar am Venghaussplatz, der eigentlich genauso gut "Walbaumplatz" heißen könnte. 

Am 30.11.1876 wurde geheiratet. Da man sich auch damals schon nicht selbst trauen konnte, übernahm sein Kollege Johanning, dessen Name auch schon in den Jahren vor Mensings Amtsantritt öfter als Vertretung von Mensings Vorgänger Riensch auftauchte. Weil Pfarrer Mensing zu diesem Zeitpunkt schon tot war, wurde der jüngere Bruder Johannes, damals "Gerichts-Referendarius" in Minden, Trauzeuge. Adolf Mensing hat es sich aber trotzdem nicht nehmen lassen, zumindest den Eintrag im Trau-Nebenregister eigenhändig auszufüllen; seine Schrift kenne ich inzwischen. Nur unterschrieben hat Kollege Johanning. 

Die letzten Mensing'schen Einträge in den Wertheraner Registern finde ich Ende 1916: danach übernahm dann Georg Loges die Einträge. Er war es auch, der mit seiner leicht krakeligen Schrift den Eintrag für Adolf Mensing angefertigt hat: 

Wenn ich mal nachrechne, dann hat Amtmann Mensing seine letzten Einträge gemacht, als er 76 Jahre alt war. Ein halbes Jahr später war er dann tot. 

Und was war nun mit den Fridas? 

Nun ja - aus irgendeinem Grunde hat Amtmann Mensing alle weiblichen Kinder, die "Frieda" heißen sollten, als "Frida" eingetragen, also ohne das E. Die einzige andere Frida, die mir sonst noch einfällt, ist Frida Kahlo, und ich denke nicht, dass die Eltern, als sie sich einen Namen für ihren Nachwuchs ausdachten, die spanische Variante im Sinn hatten. Die dachten wohl eher an "Frieden". Und wir wissen ja: Was in der Geburtsurkunde steht, das gilt. Na ja, zumindest theoretisch: Viele dieser Fridas haben später auch in Werther geheiratet und mussten dann ja auch eigenhändig unterschreiben. Da findet man dann die "Frida" oben im Text der Urkunde, und wenn man sich dann die Unterschrift darunter genauer anguckt, sind viele Fridas zwischen Geburt und Trauung zu "Friedas" geworden... ich bin mir ziemlich sicher, dass viele von ihnen sich gar keine Gedanken gemacht bzw. gar nicht gewusst haben, dass sie als "Frida" zur Welt gekommen sind. Wer kommt denn auch darauf, dass man "Frieda" auch ohne E schreiben kann...?

Ach, und was Frida Kahlo angeht: Sie war tatsächlich als "Magdalena Carmen Frieda" geboren worden und hat ihren Namen später geändert. Welch Ironie...! 

Freitag, 6. Januar 2023

Spitzbuben beim Schneidermeister

 Im Haller Kreisblatt vom 22.03.1930 konnte man die folgende Meldung lesen: 

"*Werther, 22. März. Eingebrochen wurde in der vorletzten Nacht bei dem Schneidermeister Schwentker an der Bielefelder Straße. Die Spitzbuben verschafften sich durch Ausschneiden einer Fensterscheibe Eintritt in den Ladenraum. Von den dort aufbewahrten Anzugstoffen wurden für 2000 M gestohlen."

Die Bielefelder Straße, von der hier die Rede ist, ist heute die Alte Bielefelder Straße, und der Schneidermeister Schwentker, bei dem eingebrochen wurde, war der Bruder meines Urgroßvaters Hermann, der Schneidermeister Johann Wilhelm Schwentker. Der war 1877 in Wallenbrück geboren worden und hatte sich 1902 in Werther als Schneider selbstständig gemacht. Es würde mich also nicht wundern, wenn er auch meinem Uropa ein oder zwei Anzüge geschneidert hätte. 

Quelle: Geschichtsportal Werther
Quelle: Geschichtsportal Werther

Das ist die (Alte) Bielefelder Straße um das Jahr 1930 herum, also ziemlich passend. Zur Orientierung, da sich in Werther in den letzten 90 Jahren ja doch etwas verändert hat: Das Foto ist von dort aus aufgenommen, wo sich heute der Parkplatz an der Ecke Engerstraße/Ravensberger Straße befindet, ungefähr da, wo heute der Briefkasten steht. Rechts geht es zur Ampelkreuzung, und das Haus, das man vorne links sieht, wurde inzwischen durch den Neubau der Volksbank ersetzt. 

Man kann aber schön in die Bielefelder Straße hineinsehen. Das Haus direkt vor der Kirche, das ist es. Heute ist es fröhlich gelb gestrichen und im Erdgeschoss gibt es keine Schneiderei mehr, sondern das beste Erdbeereis der Welt: Richtig, da ist jetzt seit knapp 50 Jahren die Eisdiele. 

Damals aber war von Eis noch nicht die Rede. Umgekehrt würde man heute wohl auch wohl kaum jemanden, der nachts in ein Geschäft einbricht und in dem Umfang Waren stieht, als "Spitzbuben" bezeichnen.

Ich hoffe, dass Urgroßonkel einigermaßen gut versichert war. Wenn nicht, dann war das ein ziemlicher Verlust, auch wenn ich mich damit schwertue, die 2000 Mark von damals in Euro umzurechnen. Ich weiß auch nicht, ob man die Einbrecher hat dingfest machen können, aber ich nehme mal an, sie werden danach zumindest gut gekleidet gewesen sein...

Sonntag, 1. Januar 2023

Der Plan für 2023

 

 

Wie war das, "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"? Für mich liegt der Zauber immer in einer frischen "Want-to-Do"-Liste. Und ja, für 2023 habe ich mir wieder ein bisschen was vorgenommen: 

1. Die Geburten von 1912 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Die Geburten sind eigentlich immer mein Highlight, denn ich stolpere immer wieder über Menschen in meinem Stammbaum, von denen ich keine (oder nur ganz wenig) Ahnung hatte, dass es sie jemals gegeben hat.

2. Die Trauungen von 1942 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Ich nehme mal ganz stark an, dass das kriegsbedingt nicht allzu viele sein werden, und ich hoffe, dass nur ganz wenige Ferntrauungen dabei sein werden. Die brechen mir nämlich immer das Herz.

3. Die Sterbeeinträge aus den 1970ern in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Werther hat sich in den 70ern weiter verändert, und ich kann mich auch noch gut an das Werther der 1970 erinnern. Ich werde da mit 1973 nun auch in meinem Geburtsjahr ankommen, was ich aber doch irgendwie ein bisschen merkwürdig finde...

4. Jede Woche einen Blogpost veröffentlichen. Irgendwie fände ich ja freitags ganz schön. Gucken wir mal.

5. Werthers Gedächtnis komplett digitalisieren. Das ist der Job, dem ich mit Grauen entgegen sehe, der aber der Vollständigkeit und Übersichtlichkeit wegen gemacht werden muss. Ob ich in diesem Jahr wohl fertig werde? Wenn ja, dann werde ich es auch sein...

6. Zum Westfälischen Genealogentag nach Altenberge. Schon alleine, weil er dieses Jahr ja aller Wahrscheinlichkeit nach wieder in gewohnter Form stattfinden wird. Nirgendwo trifft man so viele Forscher wie hier ;-)

7. Herausfinden, wann und wo Caspar Heinrich Niemeyer starb. Irgendwo muss er ja eine Spur hinterlassen haben, oder?

8. Einen genealogischen Vortrag hören. Entweder in persona oder online, das ist mir eigentlich egal. Hauptsache, ich kann mein Hirn füttern.  

9. Familie Schwartz erforschen. Also die mütterliche Seite meines Mannes. Sein Stammbaum sieht ja immer noch so... unausgewogen aus.

10. Etwas im Geschichtsportal Werther veröffentlichen. Dieses Jahr aber wirklich.

11. Einen genealogischen Aufsatz schreiben. Ich weiß zwar noch nicht, über wen oder was, aber mein Ehrgeiz ist geweckt.

12. Meine Forschungen in eine logische Ordnung bringen. Ach ja, diese Zettelwirtschaft muss ich mir wirklich mal abgewöhnen... 

Klingt nach viel, ist es auch. Aber das alles ist wie gesagt nur eine "Want-to-Do"-Liste, keine "Must-Do"-Liste. Ich will ja schließlich den Spass an der Sache nicht verlieren. Es kann also gut sein, dass ich nicht alles schaffe, sondern nach hier und dort forsche, wenn es mich denn überkommt und ich neue Quellen finde. Wer weiß? 

Also - auf ein fröhliches und arbeitsreiches Jahr 2023!

 

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