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Samstag, 8. Juni 2024

Tant' Liesbeth

Eine ist hier im Blog bis jetzt definitiv zu kurz gekommen: Tante Liesbet. Das "e" bei der Tante fällt irgendwie immer der Umgangssprache zum Opfer. 

Liesbeths voller Name war Anna Auguste Elisabeth Schwentker, und diesen Namen hat sie auch nie geändert. Sie hatte auch keinen Grund dazu, denn sie hat nie geheiratet. 

Liesbeth war eine der jüngeren Schwestern meines Großvaters. Sie wurde am 30.01.1912 im Haus Engerstraße 25 (damals Werther Nr. 203, heute Engerstraße 57) in Werther geboren, und in Werther ist sie am 27.07.1968 auch gestorben. 

Böse Zungen könnten nun behaupten, dass Liesbeth nicht weit gekommen sei, aber bei genauerem Hingucken merkt man, dass das nicht der Fall ist. 

Ganz abgesehen davon, dass wir heute wissen, dass es kein Makel ist, wenn eine Frau nicht heiratet: Sie musste es auch gar nicht. Und sie musste es nicht, weil sie - im Gegensatz zu ihren Schwestern und den meisten anderen Frauen ihrer Generation - einen Job hatte, der sie ernähren konnte. Was eine potenzielle Ehe angeht: Es gabe wohl Angebote, aber mein Vater, der sie ja im Gegensatz zu mir noch gekannt hat, erzählte immer, dass sie ihre (ältere!) Schwester Luise nicht allein lassen wollte, mit der sie in ihrem Haus in der Neuen Straße zusammengewohnt hat. So ganz hat das am Ende nicht geklappt, denn Luise hat sie überlebt.

Liesbeth hat bei Poppe und Potthoff gearbeitet, in Werther immer nur kurz P&P genannt. Bei uns in der Familie wird erzählt, sie sei praktisch die Privatsekretärin von Anneliese Potthoff gewesen, der Gattin des Chefs Hermann Potthoff. Es gab zwar auch noch den "anderen" Chef, Friedrich Poppe, aber soweit ich weiß, war der mit seiner Familie nie wirklich in Werther ansässig. Korrekturen an dieser Stelle nehme ich aber immer gerne entgegen. Herrn Poppe findet man heute noch nichtmal mehr in der englischen Übersetzung der P&P-Homepage.

Die Herrn Poppe und Potthoff haben im Jahr 1928 einen "Spezial-Betrieb für die Erzeugung von kaltgezogenen Präzisions-Stahlrohren in nahtloser und autogen geschweißter Ausführung" gegründet; so steht es zumindest auf ihrer Homepage. Die Firma und auch einen Großteil des Firmengeländes gibt es in Werther immer noch auf dem Grundstück zwischen Engerstraße, Nordstraße, Speckfeld und Wiesenstraße. Zur Arbeit hatte Liesbeth also nun wirklich nicht weit: 250 Meter Luftlinie.

Viel mehr gibt die Homepage inzwischen nicht mehr her; leider findet man zur Geschichte des Unternehmens nur noch einen relativ kurzen Text, der ziemlich nichtssagend ist, und ein paar Bilder von den akquirierten Unternehmen und Fertigungsstätten im Ausland und den aktuellen Produkten, die eben nicht mehr in Werther gefertigt werden . Vor ein paar Jahren war das noch anders. Ich kann mich daran erinnern, dass ich in einer Mußestunde mal ein bisschen im Netz unterwegs war und per Zufall auf der Seite gelandet bin. Und da habe ich auch die folgenden beiden Fotos gefunden: 

Da ist Liesbeth, direkt in der Mitte. Nicht die mit den Zöpfen, sondern die etwas Kernige rechts daneben, die dem adrett gekleideten jungen Mann, der sie halb verdeckt, über die gepolsterte Schulter seines Zweireihers guckt.
Auf diesem Foto scheint sie dann schon ein bisschen älter zu sein, Und auch ihre Ausstrahlung hat sich wesentlich verändert. Nicht nur, dass sie nicht einfach eine weiße Bluse oder ein weißes Kleid trägt wie auf dem ersten Bild, nein - Liesbeth trägt jetzt einen auf Taille geschnittenen Blazer mit prominentem Kragen und kombiniert eine auffällige Kette dazu. Auch die Art, wie sie da steht - so aufrecht, die Hände auf dem Rücken zusammengenommen - spricht für ein ruhiges, gesundes Selbstbewusstsein. Sie scheint auch kein Problem damit zu haben, in der ersten Reihe zu stehen und in die Kamera zu lächeln... 

Leider hat P&P diese historischen Fotos wieder aus dem Netz genommen, so dass ich nicht mehr nachvollziehen kann, in welchen Jahren und in welchem Zusammenhang sie jeweils entstanden sind. Ich hätte es mir aufschreiben sollen, habe es damals aber gelassen, weil ich wusste, wo ich die Infos finden würde. Flötepiepe, wie man so schön sagt. Aber immerhin habe ich sie mir damals abfotografiert, weil ich sie aus irgendeinem Grunde nicht speichern konnte, was auch die schlechte Qualität der Bilder erklärt. Wieder 'ne Lektion gelernt. 

Gerade, wenn ich dieses zweites Foto sehe, dann finde ich es unheimlich schade, dass ich Liesbeth auf dieser Welt verpasst habe. Sie ist leider nicht alt geworden, nur 56, aber mit Ausnahme ihrer älteren Schwester Marie waren alle Schwentker-Kinder in dieser Generation leider nicht sonderlich langlebig, weshalb auch immer. Ihr ging es den Erzählungen nach übrigens ähnlich wie mir, sie hatte schon Babysachen für mich gekauft, in der Hoffnung, dass ich mich irgendwann mal ankündige. Augenscheinlich in einer neutralen Farbe, denn die Strampler hat mein Großcousin bekommen - der war halt schneller als ich...
 

Freitag, 6. Oktober 2023

Das Jahr der Hausfrauen

Im Moment beschäftige ich mich - unter anderem, muss man sagen - mit den Wertheraner Sterbeeinträgen von 1979. Eine Sache ist mir dabei aufgefallen, die ich doch etwas kurios finde. 

Wenn eine verheiratete Frau starb, wurde bis dahin keine besondere Bezeichnung angegeben. Sie war halt einfach die "Ehefrau des XY", es sei denn, sie arbeitete, was in den seltensten dieser Fälle so gewesen zu sein scheint. Also "arbeiten" im Sinne von "bezahlt von jemand anderem und Tätigkeit für für jemand anderen als die eigene Familie". Bei den unverheiratet gestorbenen Frauen findet sich fast immer eine Berufsbezeichnung, was auch nicht weiter verwundert, weil sie ja von irgendetwas leben mussten. 

So ab August 1979 wimmeln die Sterbeeinträge nun von gestorbenen "Hausfrauen". Plötzlich war man nicht nur die "Ehefrau des XY", sondern auch noch quasi zusätzlich "Hausfrau".

Nicht, dass sich dadurch an der Realität etwas geändert hätte. Diese Frauen haben sich eben um ihre Familie und den Haushalt gekümmert, oft genug aber auch im Geschäft des Mannes mitgearbeitet, ohne dass es offiziell angemessen gewürdigt wurde, denn auch sie haben ja oft wirklich hart geschuftet. Nur eben ohne Bezahlung.

Trotzdem finde ich den Zeitpunkt dieser "Hausfrauenbenennung" merkwürdig. Bei den 70ern, die ich ja nun noch teilweise miterleben durfte, denke ich nicht nur an Prilblumen, wilde Muster in orange, braun und grün und Schlaghosen, sondern auch an die Frauenbewegung mit dem legendären "Wir-haben-abgetrieben"-Cover des Sterns aus dem Jahr 1971 und vor allem der Familienrechtsreform, die dazu führte, dass verheiratete Frauen ab 1977 endlich auch ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten konnten. 

Mitten in dieser Umbruchszeit also tauchen plötzlich die "Hausfrauen" auf. 

Kurios, kurios... 

Freitag, 25. Juni 2021

Die erste Martha

Ich hatte hier im Blog vor geraumer Zeit schon einmal kurz über über Catharine Wilhelmine Martha Ortmeier berichtet, die älteste Tochter meiner Ur-Ur-Großeltern Friedrich Wilhelm August Ortmeyer und Franziska Wilhelmine (genannt Minna) Torweihe. Das ist diejenige welche, die nie auf Familienfotos auftaucht (jedenfalls habe ich sie noch nicht identifizieren können) und von der die Familienlegende erzählt, dass sie mit einem Hypnotiseur das Weite gesucht haben soll...

Inzwischen weiß ich etwas mehr über Martha. Ich kann sie jetzt einfach nur Martha nennen, weil das der einzige Name war, der in ihrem Geburtseintrag steht: 


Nr. 187
Halle am 2. December 1892
Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute, der 
Persönlichkeit nach bekannt, 
der Ackersmann Friedrich Wilhelm 
August Ortmeier, 
wohnhaft zu Oldendorf, Arode Steinhausen No. 5, 
evangelischer Religion, und zeigte an, daß von der 
Franziska Wilhelmine Ortmeier, 
geborene Torweihe, seiner Ehe-
frau, 
evangelischer Religion, 
wohnhaft bei ihm, 
zu Oldendorf, Arode Steinhausen No. 5, 
in seiner Wohnung, 
am siebenundzwanzigsten November des Jahres 
tausend acht hundert neunzig und zwei, Nachmittags 
um neun Uhr ein Kind weiblichen 
Geschlechts geboren worden sei, welches den Vornamen 
Martha 
erhalten habe. 

Martha war also ein Sonntagskind. Ihr Vater ist aber nicht gleich am nächsten Morgen beim Standesamt erschienen, sondern erst am Freitag. Er hat sich also Zeit gelassen. Oder besser: Er hat sich Zeit genommen, denn auch für ihn und seine Frau war es eine ereignisreiche Vorwoche gewesen. 

Die Frage, ob es nun "Ortmeier" oder "Ortmeyer" heißen muss, kann für Martha nun ziemlich eindeutig beantwortet werden: Sie ist eine Ortmeier. Wenn man sich den Taufeintrag etwas genauer anguckt, dann findet man dort ja auch Augusts Unterschrift, und die lautet ganz einfach 

Ortmejer. 

Okay, damit gibt es noch eine dritte Variante. Ich hätte eigentlich damit rechnen müssen, denn damals schrieb man ja oft das "I" als "J", trotzdem musste ich grinsen. Optisch gesehen ist das ja eigentlich ein schöner Kompromiss zwischen "i" und "y"...

In ihrem Taufeintrag ist Martha dann schon eine Catharine Wilhelmine Martha, da hat sie noch die beiden Vornamen ihrer Taufpatinnen vorangestellt bekommen: 

Dass ein Kind nicht unbedingt genau auf den oder die Namen getauft wird, die im Geburtsregister stehen, ist für mich nichts Neues. Da sind die Gehrings das beste Beispiel, und wenn ich mich nicht ganz stark irre, dann hatte sogar mein Schwiegervater im Jahr 1948 zur Taufe noch einen zusätzlichen Hermann bekommen. 

Ihre Patin Catharine Torweihe war ihre Großmutter mütterlicherseits, also meine Ur-Ur-Urgroßmutter. Sie war eine geborene Lünstroth aus Hörste. Wie Wilhelmine Bohnekamp aus Bielefeld ins Bild passt, weiß ich dagegen noch nicht.

Martha ist die erste Martha in der Familie. Sie sollte aber nicht die letzte sein, denn auch ihre kleine Schwester Lina nannte ihre erste Tochter Martha, obwohl die erste Martha da nicht einmal Taufpatin war. Kann ich das als Hinweis nehmen, dass die beiden sich nahe standen? Diese zweite (und wohl auch letzte) Martha war dann meine Oma mütterlicherseits, Martha Sickendiek (geb. Hauffe)

Ab diesem Zeitpunkt werden die Informationen zur ersten Martha wesentlich knapper. Kein Wunder, wenn sie weggezogen war, ob nun mit dem ominösen Hypnotiseur durchgebrannt oder nicht. Ich wusste bislang nur, dass sie 1930 noch gelebt haben musste, denn als ihre Mutter Minna 1930 starb, waren dort alle zwölf Kinder als Hinterbliebene im Kirchenbuch eingetragen. 

Tatsächlich lebte Martha bis 1964. Im Geburtseintrag findet sich ganz unten der entsprechende Randvermerk: "Gestorben am 28.2.1964 in Forst". Den Ort Forst gibt es heute als solchen nicht mehr, er gehört nun zu Bitze, das wiederum ein Ortsteil von Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis ist. Bitze liegt Luftlinie ungefähr 20 km östlich von Bonn. Der Wikipedia-Eintrag zu Bitze gibt nicht viel her, aber immerhin soll Angelo Kelly da mal für ein paar Jahre gewohnt haben, was für mich jetzt wiederum nicht wirklich interessant ist...

Ob und wann Martha geheiratet hat, weiß ich immer noch nicht, genauso wenig, ob sie Kinder hatte und meine Großmutter vielleicht Heerscharen von rheinländischen Cousins und Cousinen. Martha ist jedenfalls als Rheinländerin gestorben. 

Mein nächster Schritt wird nun sein, mir vom Landesarchiv NRW Marthas Sterbeeintrag zu besorgen. Die Registernummer kenne ich ja jetzt, also werde ich nicht selbst hinfahren, sondern suchen lassen. Bei der Gelegenheit kann ich dann auch noch eine bis drei andere rheinländische Fliegen mit einer Klappe schlagen.  Man wird hier im Blog wohl noch öfter auf Geschichten aus dem Rheinland stolpern.        


Samstag, 8. Mai 2021

Mit den besten Wünschen vom Jungfrauenverein

Freunde von uns haben ein Haus gekauft, das noch nicht leergeräumt war.  Und was fand sich dort? 

Das hier: 


"Brastberger's Predigten", schön im Schuber und noch gut erhalten. Die stehen ab heute bei mir im Bücherregal. Nicht, weil ich vorhätte, meinem Gatten jeden Sonntag eine Predigt vorzulesen (ich glaube, er würde dann die Scheidung einreichen), sondern weil es einer Person gehört hat, die in meinem Stammbaum vorhanden ist, wie die Widmung zeigt: 


"Dem treuen Mitglied des Jungfrauenvereins zu Werther 

Anna Johanne Luise Schwenker 

zur Erinnerung und mit dem Wunsche eines 

gesegneten Gebrauchs gewidmet. 

Werther, 17. Oktober 1902                                Der Jungfrauenverein Werther 

                                                                                       Münter, Pfarrer"

Zugegeben, ich musste auch erstmal gucken, wer denn dieser ominöse Herr Brastberger ist, denn ich hatte noch nie etwas von ihm gehört. Und einen "Jungfrauenverein", der mir ein solches Buch hätte widmen können oder wollen, gab es zu meiner Zeit halt auch nicht mehr. 

Im Netz wurde ich schnell fündig: Immanuel Gottlob Brastberger, Geistlicher, einer der Begründer des Württembergischen Pietismus. Alt ist er nicht geworden, er starb 1764 mit erst 48 Jahren in Nürtingen. Das Buch mit seinen Predigten war anscheinend damals eine Art Bestseller; es ist in zig Auflagen gedruckt worden und hat sich durch die vielen Auswanderer, die es augenscheinlich mitgenommen haben (trotz des Gewichts), in der ganzen Welt verteilt. Auf dem Bild sieht man Pfarrer Brastberger auf einem Stich von Johann Jacob Haid, den man nicht nur bei wikipedia findet, sondern auch in meinem Buch hier, direkt gegenüber dem Titelblatt, auf dem es heißt: 


Evangelische 

Zeugnisse der Wahrheit

zur 

Aufmunterung im wahren Christenthum

theils aus den gewöhnlichen 

    Sonn-Fest- und Feiertags-Evangelien, 

theils 

aus der Passions-Geschichte unsers Erlösers. 

In einem 

vollständigen Predigt-Jahrgang 

zusammengetragen und 

mit einem Anhang einiger Casual-Predigten 

versehen von 

M. Immanuel Gottlob Brastberger, 

gewesenen Special-Superintendenten und Stadtpfarrer zu Nürtingen. 

Kein Wunder, dass sie es auf dem Buchrücken mit "Brastberger's Predigten" abgekürzt haben. Klingt auch irgendwie... kompakter. 

Die Anna Johanne Luise Schwenker (diesen Mal Schwentker ohne t), die das Buch bekommen hat, war am 24.11.1879 in Rotenhagen Nr. 17 geboren worden; ihre Eltern waren der Heuerling Hermann Heinrich Schwenker und Catherine Ilsabein Vossieck

Soweit ich weiß, bin ich in der Schwen(t)ker-Linie mit Anna "nur" verschwägert, trotzdem bekomme ich aber eine direkte Linie zu ihr hin: Über die Hapkes und die Bergmanns aus Theenhausen Nr. 3 bzw. Nr. 8, denn dort kreuzen sich unsere direkten Linien. 

Auch den Anlass der Schenkung kenne ich: Es war Annas Hochzeit mit dem Heuerling Johann Heinrich Horstkotte aus Schröttinghausen Nr. 9, die an genau diesem 17. Oktober 1902 in Werther stattfand. Anscheinend hat Anna das Buch nach ihrer Hochzeit tatsächlich auch noch zumindest ab und an zur Hand genommen, denn in der Gründonnerstagspredigt fand ich als Lesezeichen ein Kalenderblatt aus dem Jahr 1909, auch sehr christlich mit dem Spruch des Tages bedruckt. Nach ihrer Hochzeit wurde Anna ziemlich schnell schwanger; am 20. August 1903 brachte sie in Rotenhagen Nr. 9 ein totgeborenes Mädchen zur Welt. Vielleicht hat das Buch ihr ja geholfen, darüber hinwegzukommen und ihr in irgendeiner Art und Weise eine Erklärung für ihren Verlust geliefert? 

Irgendwie wünsche ich mir, dass es so war. 

Freitag, 5. März 2021

Die Ortmeyers

Es wird Zeit, dass ich mich wieder einmal den Ortmeyers zuwende. 

Der Sterbeeintrag meiner Ur-Urgroßmutter Franziska Wilhelmine (genannt Minna) Ortmeyer (geb. Torweihe) im Haller Kirchenbuch von 1930 ist schon etwas besonders, jedenfalls wenn man sich anguckt, was denn bei den Hinterbliebenen steht: 

12 Kinder. 

Das sind auch alle, die sie hatte - jedenfalls soweit ich weiß. 

Im einzelnen waren das

Catharine Wilhelmine Martha, geb. am 27.11.1892

Caroline Wilhelmine, geb. am 14.06.1895

Heinrich August, geb. am 09.12.1896

Luise Catharine, geb. am 12.11.1898

Karl Wilhelm, geb. am 27.01.1900

Emma Catharine, geb. am 31.03.1901

Wilhelm August, geb. am 18.07.1902

Catharine Wilhelmine Ella, geb. am 09.02.1904

Friedrich Wilhelm, geb. am 24.05.1906

Heinrich August Erich, geb. am 03.08.1907 

Paul Friedrich Wilhelm, geb. am 30.04.1909

und 

Friedrich Emil Otto, geb. am 09.03.1911. 

Alle wurden im selben Haus geboren, nämlich in der Steinhauser Arrode Nr. 5 hier in Halle (Westf.). 

12 Kinder in 18einhalb Jahren. Wie organisiert man das alles, vor allem, wenn man ständig schwanger ist? Ich habe wahrscheinlich nur eine vage Vorstellung davon, wie todmüde sie abends immer ins Bett gefallen sein muss. 

Das erste Kind bekam Minna fünf Tage nach ihrem 24. Geburtstag, das letzte mit 43. Da war sie vier Jahre jünger als ich jetzt. Und alle zwölf Kinder haben sie überlebt, sie musste keins von ihnen begraben. Das ist schon etwas Besonderes in dieser Generation. 

Ich muss sagen, dass ich mit diesen ganzen Ortmeyers (oder Ortmeiers, manche schrieben sich später mit "i", andere mit "y") noch einige Probleme habe. Bei vielen weiß ich zwar, was ungefähr aus ihnen geworden ist, aber bei vielen fehlen mir noch die Todesdaten. Die meisten sind in oder um Halle herum geblieben. Deshalb - falls sich hier jemand angesprochen fühlt und mit noch Daten, Informationen und Fotos liefern kann - immer man her damit!