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Lektion gelernt: Zwillinge (Teil 1)


Wenn man an Zwillinge denkt, dann denkt man als erstes an das Wort "gleich". Gleiches Aussehen, gleiche Kleidung, gleicher Geburtstag...

Halt. Das muss alles nicht zwingend sein.

Abgesehen davon, dass es ja auch zweieiige Zwillinge gibt, bei denen man auf den ersten Blick keine so große Ähnlichkeit feststellen kann, und auch abgesehen davon, dass die Wahl der Kleidung völlig optional ist: Nur, weil jemand einen Zwilling hat, muss das noch lange nicht bedeuten, dass die beiden Zwillinge auch am selben (und erst recht nicht am gleichen) Tag Geburtstag haben!

Nehmen wir zum Beispiel mal den Urgroßvater meines Mannes, Johann Hermann Schwarte. Er wurde am 05.11.1862 als Sohn des Käthners Hermann Heinrich Schwarte und seiner Frau Elisabeth geb. Brümmer "zwischen Walchum und Steinbild auf'm Berge" (ja, das ist ein Zitat) im Emsland geboren1. Sein "kleiner" Zwillingsbruder Bernhard Heinrich dagegen erblickte erst am 06.11.1862 das Licht der Welt2. Die Lösung ist ganz einfach: Johann Hermann wurde vor Mitternacht geboren, Bernhard Heinrich erst kurz danach.

Lektion gelernt: Wenn ich weiß, dass es da noch einen Zwillingsbruder oder eine Zwillingsschwester gibt, ich aber den Geburts- bzw. Taufeintrag noch nicht einsehen konnte, dann notiere ich das Geburtsdatum dieses Zwillings jetzt immer als Circa-Datum.

Getauft wurden die beiden dann übrigens wieder zusammen, und zwar am 17.11.1862 in Steinbild3. Ich muss noch herausfinden, was mit Bernhard Heinrich passierte, aber bei Johann Hermann weiß ich es: Er heiratete am 19.02.1902 (wenn er sich das Datum nicht merken konnte, dann weiß ich es auch nicht!) in Lathen Anna Wilkens aus Oberlangen4
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1 Taufeintrag Kirchenbuch Steinbild (St. Georg), 45/1862
2 Taufeintrag Kirchenbuch Steinbild (St. Georg), 46/1862
3 wie oben
4 Trauungen Kirchenbuch Lathen (St. Vitus), 2/1902

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