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Herzschuss

Ich habe hier ja öfter schon etwas über meinen Urgroßvater Heinrich Sickendiek geschrieben. Was mir bislang noch fehlte, war sein Sterbeeintrag. Hier ist er: 

Auf der Seite des Landesarchivs sind inzwischen die Sterberegister aus dem Altkreis Halle (in Form der Zweitschriften) zumindest bis 1938 hochgeladen. Fragen Sie mich nicht, warum man ausgerechnet 1938 einen Cut gemacht hat, aber es ist ja auch eine ziemliche Datenmenge. 

Trotzdem dauerte es nicht allzu lange, bis ich Heinrich gefunden habe. Ist ja auch nicht verwunderlich, denn sooo groß war Hörste damals ja nun auch nicht, und die Gefallenen wurden nun mal beim Standesamt ihres letzten Wohnorts eingetragen. Das war bei Heinrich zweifelsohne Hörste. Heinrich ist auch schon ziemlich schnell eingetragen worden, am 17. November 1915, also gerade mal etwas mehr als zwei Monate nach seinem Tod. 

Und dieser Tod dürfte ziemlich schnell eingetreten sein. Ich wusste bis jetzt nur, dass Heinrich gefallen war. Die genaue Todesursache kannte ich nicht - jetzt schon: "infolge Infanteriegeschoss (Herzschuss)". Da lief es mir doch kalt den Rücken runter, als ich das gelesen habe... 

Ein zweiter Schauer folgte, als mir auffiel, dass ich mit meinen 46 Jahren genau doppelt so alt war wie Heinrich, als er mit seinen gerade mal 23 Jahren eben diesen besagten Herzschuss bekam. Und ich komme mir heute noch nichtmal sonderlich alt vor. 

Hier in diesem Eintrag sieht es so aus, als hätten sie seine Leiche direkt vor Ort verscharrt ("und daselbst beerdigt"), aber die Gräbersuche beim Volksbund verrät mir, dass er ein Einzelgrab in Puoriai in Litauen hat, das ist ungefähr 40 km nordwestlich von Vilnius. Anscheinend haben sie ihn in der Zwischenzeit umgebettet. Vielleicht schaffe ich es ja mal nach Litauen. Wenn Corona vorbei ist. 


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