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Das Berufsrisiko des Hufschmieds

An Wilhelms Geburtstag kann ich einfach nicht anders; ich musste dieses Foto einfach nochmal posten. Nicht nur, weil mein Opa hier so lässig auf der Maschine sitzt, sondern auch, weil es eine Geschichte gibt, die in dieses Foto hereinspielt.
 
Wenn man genauer hinguckt, dann kann man erkennen, dass Wilhelms untere Gesichtspartie doch ein wenig angespannt aussieht, während der Rest von ihm doch ziemlich entspannt wirkt. Das lag an einem Arbeitsunfall...

Wilhelm hatte nach der Volksschule den Beruf des Schmiedes gelernt. Das passt auch zu ihm, vor allem, dass er auch als Hufschmied arbeiten konnte. Dass er Pferde (in seinem Duktus: Gäule) mochte, weiß ich noch aus meiner eigenen Erinnerung. Kurz bevor dieses Foto entstanden ist, hat sich einer dieser Gäule aber beim Beschlagen nicht ganz so kooperativ verhalten, wie Wilhelm es sich gewünscht hätte, im Gegenteil: Voll erwischt. Es ist leider nicht überliefert, wo genau sich diese Geschichte abgespielt hat. Ich kann mir auch nur ansatzweise vorstellen, wie weh das getan haben muss. Ich will's mir aber eigentlich auch gar nicht vorstellen. 

Ironischerweise wohne ich hier in einem Haus, das mal zu einer Schmiede gehört hat (das war aber erst, nachdem hier Steinkohle abgebaut worden ist). Von der eigentlichen Schmiede stehen zwar nur noch die Grundmauern, aber wir haben tatsächlich noch einen Amboss hier. Vor Jahrzehnten hat mal jemand versucht, das Ding zu klauen, aber die Herren sind nicht weit gekommen: Weil Schnee lag, konnte man ihre Fußspuren ohne großen Aufwand verfolgen, und weit sind sie auch nicht gekommen, weil so ein Amboss nunmal verflixt schwer ist. Ab und an wird dieser Amboss auch mal genutzt, von meinem Schwager und manchmal auch von meinem Mann. Irgendwie mag ich es, wenn dieses Klong-Klong-Klong zu mir 'rüberschallt... da schließt sich wieder ein Kreis. 


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