Direkt zum Hauptbereich

Wenn aus Freunden Verwandte werden...

Neulich habe ich, aus Jux und Dollerei, mal angefangen, am Stammbaum einer meiner Freundinnen zu werkeln. Nennen wir sie der Privatsphäre halber hier einfach mal "M". Ich kenne sie seit der 5. Klasse, also seit 32 Jahren, und irgendwie kamen wir auf das Thema, wo eigentlich ihre Vorfahren "wech" kamen.

Vom Geburtsdatum ihres Opas ausgehend raste ich also erstmal durch die Kirchenbücher von Halle und Brockhagen und kam schnell einige Generationen weit. Todesdaten und Geschwister ließ ich erstmal außen vor. In einer Stunde kann man da schon einiges schaffen.

Das erste Mal kam ich ins Stocken, als ich auf den Namen "Knuffinke" stieß. Mooooment. Knuffinkes habe ich auch unter meinen direkten Vorfahren. Wir werden doch wohl nicht verwandt sein...?

Ich blieb bei einem Henrich Christoph oder Johann Christoph Knuffinke hängen, der so um 1759 - aller Wahrscheinlichkeit nach - in Brockhagen geboren wurde, also zu der Zeit, in der man es mit den ganzen Vornamen der Geborenen oder Gestorbenen nicht ganz so genau nahm (er hat 1789 eine Margarethe Ilsabein Elbracht geheirat, und Elbracht-Vorfahren habe ich auch). Wer seine Eltern waren, weiß ich aber noch nicht.

An dieser Stelle geht es nur noch im Ausschlussverfahren weiter, und weil das ja bekanntlich ziemlich aufwändig ist (sogar in einem kleinen Dorf wie Brockhagen), habe ich den Knuffinke schweren Herzens erstmal Knuffinke sein lassen lassen.

Stattdessen guckte ich, wie es mit M's Wertheraner Linie weitergeht. Ja, tatsächlich - ausgerechnet diejenige, die mich von jeher genussvoll damit aufgezogen hat, dass ich ja im Grunde "von hinterm Berg" komme (also von der anderen Seite des Teutoburger Waldes), hat Vorfahren aus Häger - um genauer zu sein, aus Häger Nr. 12: Familie Wöhrmann genannt Nagel!

Wer in dieser Ecke von OWL forscht, dem fällt beim Namen Wö(h)rmann erstmal Jöllenbeck ein. Und genau da geht es mit dieser Linie auch weiter. Und zwar in Niederjöllenbeck 8.

Dort lebte in den Zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts Johann Hermann Nagel (geb. 1692) mit seiner Ehefrau Anne Marie Ilsabein Maag (geb. 1700). Die beiden hatten einen Sohn namens Johann Hermann, der mein direkter Vorfahr werden sollte, und eine Tochter namens Anna Ilsabein, die M's direkte Vorfahrin werden sollte. Wir sind also tatsächlich verwandt. Nur, dass Johann Hermann und Anne Marie Ilsabein meine 9fach-Urgroßeltern waren und ihre 6fach-Urgroßeltern. Bei mir liegen also drei Generationen mehr dazwischen, weil ich eher von den älteren Kindern der verschiedenen Ehe abstamme und M von den jüngeren.

Gibt es dafür im Deutschen eigentlich irgendeine Verwandtschaftsbezeichnung? Wenn ja - sagt's mir bitte...! 

Ach ja, eine Familienähnlichkeit kann ich übrigens nicht mehr feststellen. Aber nach 300 Jahren wäre das wohl auch ein bisschen zuviel verlangt...

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Als Hörste unabhängig wurde

Seit geraumer Zeit tendiert man ja dazu, Orte zusammenzulegen und einzugemeinden. Sinn und Zweck dieser Übung ist, wohl, sie besser verwalten zu können, wobei ich mir nicht immer sicher bin, ob das auch so klappt, wie es einmal beabsichtigt war. Und weil immer mehr Menschen aus den beiden großen Hauptkirchen austreten, passiert in diesem Bereich genau dasselbe: Pfarreien werden zusammengelegt. Vor etwas mehr als 300 Jahren, nämlich im Jahr 1707, konnte man die umgekehrte Entwicklung in Hörste beobachten: Hörste nabelte sich von der Haller Kirchengemeinde ab und wurde selbstständig!  Das Geld für den Kirchenbau hatte man übrigens durch eine Lotterie zusammenbekommen... Zu dieser Zeit lebten auch Vorfahren von mir in Hörste, zum Beispiel ein Teil meiner Fronemann-Sippe: Gerhard Hinrich Fronemann , Colon in Hörste 6, und seine Frau Anne Catharine geb. Heitmann . Beide waren im Jahr 1671 geboren worden und heirateten dann 1701. Die entsprechenden Eintragungen finden sich also im K...

Hilfe vom Sofa aus

Im Moment arbeite ich mal wieder etwas weniger an meinen eigenen Sachen, was aber nicht bedeutet, dass ich untätig bin. Vergrippt, ja, mitunter, aber untätig? Nee...  Bei den Arolsen Archives kann ich mich auch vergrippt und vom Sofa aus nützlich machen: Die Ausländermeldekartei des ehemaligen Amtes Halle (Westfalen) steht online, und es warten noch Tausende von Karten darauf, transkribiert zu werden. Hier ist der  Link .  Das Schöne ist: Man braucht kein Benutzerkonto , um mitzumachen. Das einzige, was man braucht, ist ein bisschen Zeit - und es könnte nicht schaden, wenn man Kurrent und Sütterlin lesen kann.  Man muss sich auch keine Sorgen machen, dass man etwas falsch macht, denn es gilt das Sechs-Augen-Prinzip . Soll heißen: Wenn nicht wenigstens drei Leute unabhängig voneinander dasselbe gelesen haben, wird die Angabe im Endergebnis nicht frei gegeben. Das finde ich persönlich jetzt mal sehr beruhigend, vor allem, wenn es um die Namen und Herkunftsorte der oft...

Der Arbeitskreis Familienforschung Steinhagen

... trifft sich wieder, und zwar am    Samstag, dem 21. Juni 2025,  um 14.30 Uhr  in der Alten Feuerwehr in Steinhagen-Amshausen.    Ja genau, das ist der Samstag zwischen dem Fronleichnams-Brückenfreitag und dem Sonntag des letzten langen Wochenendes dieses Halbjahrs. Mit den ganzen Feiertagen kann man ja nur durcheinander kommen...    ;-)