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Dumpster-Diving

Vor ein paar Jahren habe ich hier mal über mein liebstes und am meisten gebrauchtes Erbstück geschrieben: Den Papierkorb meines Großvaters. Der steht auch heute noch in meinem Büro und leistet mir gute Dienste.  Eine Etage weiter oben im Haus steht noch ein anderes Exemplar, nichts besonderes, einer von Ikea, wie er wahrscheinlich in Millionen deutscher Haushalte rumsteht. In diesem Papierkorb enden dann die Blätter mit meinen handschriftlichen Notizen für Werthers Gedächtnis, sobald ich sie in eine digitale Form gebracht habe.  Zumindest sollte das so sein.  Am Wochenende hat mir der Familienforschungsmuffel beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht.  Mir war ein Stapel mit noch unbearbeitenden Blättern runtergefallen. So ungefähr 40 oder 50 Blatt. Auf den Boden, und natürlich genau an die einzige Stelle in unserem relativ kleinen Wohnzimmer, an die man nicht ganz so einfach dran kommt. Okay, präziser: an die ich mit meinen kurzen Armen nicht drankomme, ohne ...

Arbeiten mit "Ahnenblatt"

Ich hab's getan: Ich habe mir eine neue Software für meine Forschungen zugelegt! Es ist ja nun kein Geheimnis, dass ich schon eine ganze Weile damit geliebäugelt hatte. Vor ein paar Tagen habe ich mich nun durchgerungen und mir " Ahnenblatt " runtergeladen, und zwar die Version 3.22 . Und gerade gab es dann auch noch das Update mit der Version 3.23 . Um es gleich zu sagen: Ja, ich habe dafür den normalen Preis bezahlt, und nein, das hier ist keine bezahlte Kritik ( schön wär's ), sondern einfach nur mein ganz persönlicher Eindruck.  Bis jetzt finde ich's richtig gut . Ich arbeite gerne damit. Im Einzelnen: Der Übergang war einfach. Erschreckend einfach. Software runtergeladen, Key aus der Bestätigungsmail eingelesen, läuft. Jede gedcom-Datei wurde problemlos eingelesen und angezeigt. Nicht so wie bei meinem letzten Software-Wechsel , als mir gleich Tausende von Jahren abhanden gekommen waren. Auch alle Ereignisse, die ich angelegt hatte, sind da, selbst die,...

Stammbaum-Software: Eine kleine Geschichte

Wer schon mal die Seite " Über Mich " aufgerufen hat, der hat wahrscheinlich gelesen, dass ich meine erste Software nur per Zufall auf einem Grabbeltisch in den USA gefunden habe. Oder hat sie mich gefunden? Keine Ahnung. Falls ja, dann muss ich mich bei ihr entschuldigen, denn ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an ihren Namen erinnern... Diese Software hat mich richtig angefixt . Auch, wenn sie so rudimentär war, dass man außer den Geburts- und Sterbedaten kaum etwas anderes eingeben konnte. Quasi ein Dreirad im Vergleich zum ersten Fahrrad. Deshalb bin ich ihr auch ganz schnell untreu geworden, schon nach ein paar Monaten. Oder waren es nur Wochen? Kann durchaus sein. Da lief mir dann in einem etwas größeren Supermarkt hier in Deutschland der " Familienstammbaum 1.0 " (was ja nichts anderes war die deutsche Version vom Family Tree Maker 1.0 ) über den Weg. Ich weiß noch, dass ich die Daten damals per Hand umgetragen habe, weil ich von " gedcom ...

Werthers Gedächtnis 2.0

Ich muss wahnsinnig sein.   Gut, mein Mann weiß das schon länger, aber so langsam frage ich mich auch, ob mich diese ganze Pandemiesituation nicht auf merkwürdige Ideen bringt. Ich bin dabei, "Werthers Gedächtnis" komplett auseinander zu nehmen. Damit wir uns hier richtig verstehen: Wir reden von neun vollen Ordnern, gefüllt bis zum Anschlag mit beidseitig bedruckten Seiten.  Bis jetzt hatte ich für (fast) jeden Buchstaben des Alphabets eine Datei. Ausnahmen waren X und Y, weil ich einfach noch keine Familiennamen gefunden habe, die so anfangen, und C&K, die ich in einem langen Dokument zusammengefasst hatte (das fand ich ziemlich sinnvoll, weil Cronsbeins und Kronsbeins ja nun doch sehr eng zusammenhängen). Dann hatte ich noch eine Datei mit "Unbekannten", also mit Leichen, die in und um Werther auftauchten, von denen aber kein Mensch wusste, wer sie zu Lebzeiten waren.  In und mit diesen Dateien habe ich jahrelang gearbeitet. Ich hatte immer einen Papierausdr...

Eine kleine Anmerkung zum Datenschutz (und eine kleine Tirade)

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Ach ja, die Datenschutzgrundverordnung - wieder mal so ein Regelwerk, das an sich gute und legitime Absichten (also den respektvollen Umgang mit unseren personenbezogenen Daten) handwerklich so unglaublich schlecht umsetzt! Wer ein bisschen Ahnung von der Materie hat, der wird - falls er sich überhaupt die Mühe macht, mal in die DSGVO reinzugucken - bemerken, dass sie vor unbestimmten Rechtsbegriffen nur so wimmelt, und das macht sie so kompliziert. Wie kompliziert, das wird der EuGH in den nächsten Jahren zu entscheiden haben. Die Damen und Herren dort werden wahrscheinlich mehr Arbeit bekommen, als ihnen lieb sein dürfte. Um es klar zu sagen: Ja, ich nehme den Datenschutz ernst. Aber weil das hier eine reine Hobbyseite ist, verarbeite ich hier auch keine personenbezogenen Daten zu gewerblichen Zwecken. Erst recht verkaufe ich keine. Die einzigen Daten, die ich sammle, und die ich dann hinterher auch speichere, betreffen Leute, die schon längst tot sind. Oder mit mir verwandt...

Ich will meine gestohlenen Jahre zurück!

Nach jahrelangem Vor-mir-her-Schieben habe ich mich nun tatsächlich an die beinahe schon monumentale Aufgabe gemacht, meinen eigenen Stammbaum von meiner uralten amerikanischen Family Tree Maker-Version in eine den heutigen Standards angemessene Software zu verschieben. Zugegeben, ich konnte mich auch lange nicht entscheiden, welche Software ich mir zulegen sollte, aber irgendwann war die Schmerzgrenze eben überschritten. Ich weiß schon, weshalb ich diesen Moment gefürchtet habe . .. zu recht.  Das Konvertieren in eine gedcom-Datei war kein Problem, und auch das Importieren in die neue Software ging reibungslos. Bis auf ein paar " kleine Kleinigkeiten ", die mir gerade den letzten Nerv rauben:  Ich habe die Angewohnheit, bei Personen, von denen ich zwar weiß, wann sie geboren wurden, aber nicht, wie es nach der Taufe mit ihnen weitergegangen ist, als Sterbedatum einen Zeitraum von 100 Jahren einzugeben (erstens habe ich eine Vorliebe für runde Zahlen, und zweitens dürft...

Ein kleiner Alptraum - der Fall der Fälle

Was macht der Familienforscher an einem verregneten Sonntag Abend im Juli? Genau, er brütet über seinem Stammbaum. Das ist der Normalzustand. Wenn man die Datei mit dem Stammbaum aufbekommt. Man kann sich also eben meinen Schrecken vorstellen, als mir mein Rechner meldete, dass diese Datei leider beschädigt und deshalb nicht zu öffnen sei. Heute morgen ging es doch noch...?! Mmmmh. Eigentlich sollte das ja kein Problem sein, schließlich zieht mein Rechner ja immer automatisch ein Back-up. Bei der Back-up-Datei dann das gleiche Spiel - man kann sich also ungefähr vorstellen, welches Wort ich durch das sonntagabendlich ansonsten ruhige Wohnzimmer schrie. Denn auf meinem USB-Stick findet sich nur eine Version, in der die letzten beiden Besuche im Landeskirchenarchiv nicht gespeichert waren. Ich hatte mit den Kenter-Unterlagen gearbeitet und einiges an Information direkt in den Rechner eingegeben, dann aber nicht nochmal eine Sicherungs-Sicherungs-Kopie gemacht, gerade weil mein Rechne...