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Spitzbuben beim Schneidermeister

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  Im Haller Kreisblatt vom 22.03.1930 konnte man die folgende Meldung lesen:  "*Werther, 22. März. Eingebrochen wurde in der vorletzten Nacht bei dem Schneidermeister Schwentker an der Bielefelder Straße. Die Spitzbuben verschafften sich durch Ausschneiden einer Fensterscheibe Eintritt in den Ladenraum. Von den dort aufbewahrten Anzugstoffen wurden für 2000 M gestohlen." Die Bielefelder Straße, von der hier die Rede ist, ist heute die Alte Bielefelder Straße, und der Schneidermeister Schwentker, bei dem eingebrochen wurde, war der Bruder meines Urgroßvaters Hermann, der Schneidermeister Johann Wilhelm Schwentker . Der war 1877 in Wallenbrück geboren worden und hatte sich 1902 in Werther als Schneider selbstständig gemacht. Es würde mich also nicht wundern, wenn er auch meinem Uropa ein oder zwei Anzüge geschneidert hätte.  Quelle: Geschichtsportal Werther Das ist die (Alte) Bielefelder Straße um das Jahr 1930 herum, also ziemlich passend. Zur Orientierung, da sich in Wer...

Meine Nadel im Heuhaufen: Johann Friedrich Schulze

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Johann Friedrich Schulze, oder Schultze, war mein 4fach-Urgroßvater. Er war mit Margarethe Elsabein Herkströter aus Amshausen verheiratet, und meine Linie geht über ihren Sohn Zacharias (geb. am 11.03.1814 in Amshausen Nr. 4) weiter über dessen Tochter Katharine Caroline , die die Großmutter mütterlicherseits meines Großvaters Wilhelm Sickendiek war.  So weit, so gut. Ich bezweifele nur, dass ich in dieser Linie noch weiter kommen werde. Johann Friedrich ist mein Phantom, meine Nadel im Heuhaufen. Frei nach dem Motto: Auf einmal war er da .  Seine Unterschrift kenne ich. Diese hier stammt aus dem Zivilstandsregister von 1811, als er bei Pastor Bremer in Halle die Geburt seiner Tochter Anna Margaretha Elisabeth anzeigte.  262. Im Jahre Eintausend achthundert und Eilfe am  dreyzehnten des Monats October, Nachmittags um  halb Ein Uhr, zeigte der Kleidermacher Johann  Friederich Schulze, Heuerling bei No. dreyzehn  in der hiesigen Bauerschaft Amshausen...

Mit Nadel und Faden

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YouTube ist eine Wundertüte , und manchmal findet man auch Kanäle, bei denen man richtig etwas lernen kann. Zum Beispiel den eines Schneiders, der sich auf historische Kleidung spezialisiert hat, und deshalb viel per Hand näht. Warum ich hier davon berichte? Nun ja - erstens, weil es mir einen ganz neuen Blick auf das Thema eröffnet hat, und zweitens, weil ich - wie ich hier schon einmal geschrieben habe - ziemlich viele Schneider in meinem Stammbaum habe, vor allem bei meinen Sickendieks .  Wie also arbeitete so ein Schneider? Zunächst einmal wurde der Tisch so nah wie möglich ans Fenster gerückt, um das Tageslicht so effektiv wie möglich ausnutzen zu können. Alles andere hätte die Augen auf Dauer zu sehr angestrengt. Ein guter Schneider schaffte immerhin 30 Stiche in der Minute. Aber warum saß man zum Nähen überhaupt auf dem Tisch und nicht auf einem Stuhl oder auf dem Boden?  Der Boden schied schon aus zwei Gründen aus: erstens war er schwieriger sauber zu halten (was i...

22 auf einen Streich

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Viele Familienforscher, die ich kenne, gucken sich gesamte Familien nur dann genauer an, wenn es sich um "alte Bauerngeschlechter" handelt. Unterhaltungen beginnen dann oft mit den Worten: "Ich stamme aus dem alten Bauerngeschlecht der .... (Meier/Müller/Schulze)", und zwar mit einer Inbrust, die nahe legt, dass diese Forscher meinen, dass es etwas Besonderes sei. Ein Fall von genealogischem Snobismus. Nun ja. Wenn ich hier darlegen würde, von welchen alten Bauerngeschlechtern ich abstamme, dann würde das locker den Rahmen dieses Posts sprengen. Abgesehen davon finde ich gerade die Vielfältigkeit spannend. Ich freue mich immer, wenn ich herausfinde, dass ein Vorfahre von mir einmal nicht Heuerling oder Colon war. Was mir im Laufe der Jahre aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass sich unter "meinen" Sickendieks, die ursprünglich aus Bockhorst kamen, ziemlich viele Schneider tummelten. Es war ja auch ziemlich praktisch, bei den eigenen Eltern zu ler...

Johann Friedrich Schulze

Ein toter Punkt, über den ich wahrscheinlich nie hinwegkommen werde, ist die Geburt meines direkten Vorfahren Johann Friedrich Schulze. Johann Friedrich war Heuerling und Schneider und starb am 26.02.1855 in Ascheloh 10 an Altersschwäche. Sein Alter ist in seinem Sterbeeintrag im Haller Kirchenbuch mit 80 Jahren angegeben, so dass er entweder 1774 oder 1775 geboren wurde. Leider beschränkt sich der Eintrag darauf, dass Johann Friedrich "aus dem Waldeckschen" stammte. Das sind die Momente, in denen man sich Vorfahren mit sehr speziellen Nachnamen wünscht. "Schulze" gehört leider nun so gar nicht dazu. Den ersten Hinweis auf Johann Friedrich finde ich in seinem Heiratseintrag vom 20.09.1800. Auch bei den Paten seiner Kinder habe ich bis jetzt noch keinen Hinweis auf die weitere "Schulze"-Linie gefunden. Wenn einem von Ihnen also ein Johann Friedrich Schulze, der um 1775 im Waldeckschen geboren wurde, "abhanden gekommen" ist, dann lassen Sie...