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Posts mit dem Label "Im Bücherregal" werden angezeigt.

Frühlingsgefühle und deren Auswirkungen

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Jetzt, wo es wärmer wird, die Sonne öfter mal hinter den Wolken auftaucht und die Tage wieder länger werden, packt es mich. Es muss frische Luft ins Haus, und der Staub, den Herbst und Winter hinterlassen haben, muss raus. Sei es der gefühlte, sei es der tatsächlich vorhandene.  Vor ein paar Tagen stand ich vor meinem doch etwas größeren Bücherregal in einer eher dunklen Ecke des Wohnzimmers. Ungefähr 1,50 Meter breit, knapp 1,80 Meter hoch. Wir haben im Wohnzimmer halt ziemlich niedrige Decken. Ich war auf der Suche nach einem ganz bestimmten Buch, von dem ich wusste, dass es irgendwo in diesem Regal stehen musste. Ich hatte es ja erst vor knapp einem Jahr gekauft und erstmal "zwischengeparkt". Und ja, ich lese tatsächlich noch Bücher in Papierform. Nicht immer, aber immerhin. Wie sich dann herausstellte, hatte ich dieses Buch so dermaßen gut zwischengeparkt, dass ich vor dem völlig vollgestopften Regal stand wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berge und dieses verflixte Buch...

Mit dem Kopf gegen die Wand: Die Geschichte von Amédé de Jongh, Teil 2

Vor knapp fünf Jahren habe ich hier schon einmal über Amédé de Jongh geschrieben, nachdem mir bei meinen Recherchen zufällig sein Sterbeeintrag in die Hände gefallen war. Hier ist der Link .  (Für diejenigen, die nicht auf Links klicken: Amédé de Jongh war ein belgischer Kriegsgefangener, der 1916 bei einem Fahrradunfall in Werther ums Leben kam.)  Nun habe ich Amédé "wiedergetroffen", und zwar in der Chronik der Volksschule zu Langenheide , die Ulrich Maaß Ende letzten Jahres herausgegeben hat (und die ich uneingeschränkt empfehlen kann). Darin findet sich auch die Ortschronik des Lehrers Karl Schwabedissen , und der hat über Amédé de Jongh geschrieben, nur dass er wahrscheinlich dessen Namen nicht kannte.  Ich lese also auf Seite 138 zuerst, dass am 25. April 1916 belgische Kriegsgefangene angekommen waren, " um den Landwirten behilflich zu sein ". Als wären sie aus reiner Höflichkeit dort gewesen. O-Ton Schwabedissen: " Sie scheinen sehr willig und fügsam z...

Eine kleine To-Do-Liste für das neue Jahr

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Hach, ein neues Jahr!  Komisch, dass da bei mir immer so diese Energie aufkommt, bei der es mir in den Fingern juckt, Listen zu schreiben. Ich gehöre allerdings zu denen, die schon immer gerne Listen geschrieben haben, schon alleine, weil es sich so gut anfühlt, etwas abhaken zu können.  Die logische Konsequenz dessen ist...  Meine genealogische To-Do-Liste für 2022:   Die Geburten von 1911 in Werthers Gedächtnis einarbeiten.  Die Trauungen von 1941 in Werthers einarbeiten.  Meine restlichen Familienfotos digitalisieren.  Die Vorfahren meines Mannes in eine eigene Stammbaum-Datei packen.  Jede Woche einen Blogpost veröffentlichen.  Einen Apfelstrudel im Quellental verspeisen.  Mein Bücherregal aussortieren.  Die kompletten Wertheraner Sterbeeinträge aus den 1960ern in Werthers Gedächtnis einarbeiten.  Einheitliche Familienblätter anlegen für meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern.  10 Veröffentlichungen ...

Ein Päckchen zum Jahresende

Gestern drückte mir mein Postbote ein Päckchen in die Hand, das ich für mich durchaus als "Happy Mail" bezeichnen würde: Post vom Historischen Verein , dieses Mal die Ravensberger Blätter II/2021 und der inzwischen 106. Jahresbericht , Jahrgang 2021. Und das, obwohl ich es noch nicht einmal geschafft habe, die neue Computer-Genealogie ganz zu lesen, die mir derselbe Postbote kurz vor Weihnachten gebracht hatte...!  Dieses Mal befassen sich die Ravensberger Blätter schwerpunktmäßig mit dem Thema "Bomben auf Bielefeld - Aspekte des Luftkriegs" , was für mich ja auch interessant ist, weil ja auch meine erweiterte Familie betroffen war; ich hatte hier schon mal darüber berichtet. Trotzdem habe ich mich erst einmal auf einen anderen Artikel gestürzt: "Die Geschichte der jüdischen Familie Stern in Halle (Westf.)" von Wolfgang und Katja Kosubek und Martin Wiegand. Die Historie als solche kannte ich zwar schon, und die Sterns sind mir im "Juden- und Diss...

Cousin Fritz: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Der 30. September 1944 war ein schlimmer Tag - Bielefeld wurde von den Alliierten bombardiert, in diesem Fall von den Amerikanern. Quasi die gesamte Altstadt fiel den Bomben - und danach den Flammen - zum Opfer. Hier kann man eine gute Zusammenfassung der Ereignisse lesen:  Historischer Rückklick   Der Bielefelder Stadtkern liegt gerade mal 10 km vom Wertheraner Stadtkern entfernt. Es war also kein Wunder, dass an diesem 30. September auch viele Wertheraner in Bielefeld unterwegs waren. Leute, die Besorgungen machten. Schüler, die die weiterführende Schule besuchten. Alles Menschen, die mit der Kleinbahn von dem Bahnhof an der Herforder Straße aus über Schildesche und Dornberg wieder nach Werther zurück fahren wollten.  Es kam anders.  In ihrer Chronik "Werther - 1000 Jahre von "wartera" bis Werther" schrieb Erika Stieghorst :  "Waren im Laufe des Krieges auch schon Luftangriffe auf Bielefeld geflogen worden, so brach mit dem Großangriff vom 30. September 19...

Mit den besten Wünschen vom Jungfrauenverein

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Freunde von uns haben ein Haus gekauft, das noch nicht leergeräumt war.  Und was fand sich dort?  Das hier:  " Brastberger's Predigten ", schön im Schuber und noch gut erhalten. Die stehen ab heute bei mir im Bücherregal. Nicht, weil ich vorhätte, meinem Gatten jeden Sonntag eine Predigt vorzulesen (ich glaube, er würde dann die Scheidung einreichen), sondern weil es einer Person gehört hat, die in meinem Stammbaum vorhanden ist, wie die Widmung zeigt:  "Dem treuen Mitglied des Jungfrauenvereins zu Werther  Anna Johanne Luise Schwenker  zur Erinnerung und mit dem Wunsche eines  gesegneten Gebrauchs gewidmet.  Werther, 17. Oktober 1902                                        Der Jungfrauenverein Werther                                 ...

Menschen von heute

"Es kostet so viel Energie sich klarzuwerden, dass Geschichte aus Menschen von heute besteht, nur ist es ein anderes Heute. Dass sie dachten wie wir, auf der Suche waren, Sachen ausprobiert haben, dass ihr Leben aus schwierigen Entscheidungen bestand, aus wirklichem Leid und echtem Schmerz. Dass es echt war, ein genauso wirres und chaotisches Leben wie jetzt unseres."  aus Marjolijn van Heemstra, "Ein Name für dich" Dieses Zitat hier habe ich zufälligerweise in einem Roman gefunden, das ich mir im letzten Jahr aus der Bücherei in Halle ausgeliehen hatte. (Welchen Familienforscher wundert es, wenn Familienforscher Bücher über andere Familienforscher lesen? Wahrscheinlich keinen.)  Der Gedanke hinter diesem Zitat ist aber nicht fiktional, im Gegenteil. Unsere Vorfahren lebten zwar in anderen Zeiten als wir, aber waren sie als Menschen wirklich so anders? Ich glaube nicht. 

Die Verknüpfungslust des Genealogen

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Im Moment schlafe ich jeden Abend über einer neuen Biografie ein, die jemand namens Frank Schäfer über Henry David Thoreau geschrieben hat und die ich hier in Halle in der Bücherei gefunden habe. Normalerweise halte ich ja einen gewissen Abstand, wenn ein Deutscher meint, einen Amerikaner analysieren zu können, aber hier hat immerhin der Suhrkamp-Verlag sein Geld investiert, so dass ich dachte, es könne ja nicht schaden, wenigstens mal ins Buch hineinzuschauen - zumal es mich nichts kostet. Bei Biografien ist es ja Standard, auch ein paar Worte über die Vorfahren, zumindest aber über die Eltern des zu Biografierenden, zu verlieren. Das macht Herr Schäfer auch: 200 Jahre werden auf einer knappen Seite (nämlich auf Seite 23 von 242) abgehandelt. Auf dieser einen Seite bin ich über einen Satz gestolpert: "Man muss bei genealogischen Kausalzusammenhängen vorsichtig sein - sie beweisen ja vor allem die Verknüpfungslust des Interpreten -, aber es ist doch zumindest bemerkenswert, da...

Demnächst in meinem Bücherregal - wenn ich es denn wieder benutzen kann...

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Das war er nun also, der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Man hat das Gefühl, als hätte es die Feiertage gar nicht gegeben, so sehr ging der ganz normale Wahnsinn heute wieder los... Zur Belohnung und als Ausgleich sitze ich nun mit einer großen Tasse heißer Milch mit Honig (bei der Kälte da draußen genau das richtige, um auch innen und im Inneren warm zu bleiben) in meinem Lieblingssessel, genieße den ersten Feierabend im Jahre 2017 und blättere in den beiden neuen Publikationen des Historischen Vereins, den Ravensberger Blättern (Zweites Heft 2016) und dem 101. Jahresbericht. Ist schon praktisch, dass man beides als Mitglied im Historischen Verein automatisch zugeschickt bekommt, auch wenn ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe, weil ich beides sonst in meinem Lieblingsbuchladen kaufen würde, und man sollte den lokalen Einzelhandel ja schließlich unterstützen... aber ich will mich ja gar nicht beschweren. Im Gegenteil, ich freue mich immer richtig, wenn ich einen di...

Der 100. Jahresbericht des HV Ravensberg ist da!

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In meinem Fall fand ich ihn in dieser Woche hübsch als Päckchen verpackt in meinem Postfach. Das ist das Schöne, wenn man Mitglied im Historischen Verein ist: Man bekommt die Ravensberger Blätter und eben die Jahresberichte automatisch nach Hause geliefert... manchmal bin ich doch ziemlich bequem, ich geb's zu. Für alle, die genau wissen wollen, was sich darin verbirgt: Hier ist der Link zum Inhaltsverzeichnis. Ich bin noch nicht damit durch, aber das Wochenende ist ja auch noch nicht vorbei. Zwischen den ganzen Weihnachtsmärkten bleibt ja immer ein bisschen Zeit zum Schmökern...

Braucht jemand noch die Ravensberger Blätter?

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Weil sich in meinem "Bügelzimmer" (das nur so heißt, weil wir hier bei unserem Einzug das Bügelbrett gefunden  haben und nicht weil ich ein eigenes Zimmer zum Bügeln bräuchte) meiner werten Ansicht nach in den letzten Jahren viel zu viel Papier angesammelt hat, habe ich beschlossen, auszumisten. Wieviel Papier braucht der Familienforscher wirklich...? Und was finde ich dabei? Eine völlig ungebrauchte und doppelte Ausgabe der  Ravensberger Blätter, Heft II/2012. Thema "Genealogie: Archive und Forschung".  Viel zu schade, um sie in den Papiermüll zu werfen. Falls also jemand Interesse hat: Einfach einen Kommentar hinterlassen, dann schicke ich sie raus. Möge sie jemandem von Nutzen sein...

Ravensberger Blätter: "1914-1918: Bielefeld im Ersten Weltkrieg"

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Wenn das mal kein perfektes Timing ist: Pünktlich zum 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sind die neuen Ravensberger Blätter erschienen. Wer also wissen will, wie Bielefeld (immerhin meine Geburtsstadt!) diese Zeit erlebt hat, der hat über das Wochenende gut zu tun. Es sind einige Dinge in diesem kleinen Heft erhalten, die ich auch noch nicht wusste. Beispielsweise, dass das erste Bielefelder Opfer tatsächlich ein elfjähriges Mädchen namens  Erika Buddeberg  war, die auf dem Rückweg von einem Aufenthalt bei ihrem Onkel in Marburg (ihre Eltern meinten, sie wäre zu pummelig geworden, also hatte man sie zum Professorenonkel auf Diät verschickt - armes Kind!) in einem Ort namens Kleinenberg erschossen wurde. Und zwar, weil ein paar schießwütige und übernervöse Idioten vom örtlichen Kriegerverein sie und ihre Mutter für vermeintliche russische Spione hielten... schon allein wegen dieser Geschichte, die sich so dermaßen absurd anhört, dass man sich erst ei...

Mein kleiner privater Kampf mit dem Ersten Weltkrieg

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In diesen Tagen kommt man um das Thema "Erster Weltkrieg" ja nicht wirklich herum. Ich auch nicht - meine Kenntnisse zu diesem Thema sind leider trotz diverser Jahre gymnasialen Geschichtsunterrichts eher rudimentär. Ich meine mich noch zu erinnern, dass von dem "Hurra-Patriotismus" im August 1914 die Rede war. Dann hieß es aber nur noch: "Deutschland hat den Krieg verloren und musste horrende Reparationszahlungen leisten, was zusammen mit der Hyperinflation den Aufstieg der Nationalsozialisten begünstigte." Das war's. Mehr gab es zu den vier Jahren anscheinend nicht zu sagen. Falls ja, dann habe ich es dank der äußerst monotonen Sprechweise meines Geschichtslehrers verschlafen. Hätte ich damals allerdings gewusst, was ich heute über meine Familiengeschichte weiß, dann hätte ich mich wohl wenigstens bemüht, ihm zuzuhören. Wenn man die Geschichte der eigenen Familie mit der Weltgeschichte verknüpfen kann, dann wird die Weltgeschichte ungleich inter...

Das Kirchspiel Werther und der Krieg 1914-1918

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Wenn sich der Beginn des Ersten Weltkriegs in diesen Tagen zum hundertsten Mal jährt, dann kann (und will!) ich das natürlich auch hier im Blog nicht unberücksichtigt lassen. Dazu ist das Thema einfach zu wichtig! Ein wahrer Fundus an Informationen für Heimat- und Familienforscher ist das Buch "Das Kirchspiel Werther und der Krieg 1914-1918" , das sich wahrscheinlich noch auf vielen Wertheraner Dachböden finden lässt - wenn man sich denn die Mühe macht, danach zu suchen. Das Buch wurde 1920 bei Bertelsmann gedruckt, und zwar "Zum dankbaren Gedenken an unsere Gefallenen und Kriegsteilnehmer" . Jeder dieser Kriegsteilnehmer, der diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts überlebt hatte, bekam ein Exemplar, so auch mein Urgroßvater in der väterlichen Linie, Hermann Schwentker . Hermanns Exemplar habe ich hier bei mir, auch wenn es nicht mehr wirklich gut erhalten und in mehrere Teile auseinander gefallen ist (ich muss es wirklich unbedingt neu binden lassen!). I...