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Ein Päckchen zum Jahresende

Gestern drückte mir mein Postbote ein Päckchen in die Hand, das ich für mich durchaus als "Happy Mail" bezeichnen würde: Post vom Historischen Verein, dieses Mal die Ravensberger Blätter II/2021 und der inzwischen 106. Jahresbericht, Jahrgang 2021. Und das, obwohl ich es noch nicht einmal geschafft habe, die neue Computer-Genealogie ganz zu lesen, die mir derselbe Postbote kurz vor Weihnachten gebracht hatte...! 

Dieses Mal befassen sich die Ravensberger Blätter schwerpunktmäßig mit dem Thema "Bomben auf Bielefeld - Aspekte des Luftkriegs", was für mich ja auch interessant ist, weil ja auch meine erweiterte Familie betroffen war; ich hatte hier schon mal darüber berichtet. Trotzdem habe ich mich erst einmal auf einen anderen Artikel gestürzt: "Die Geschichte der jüdischen Familie Stern in Halle (Westf.)" von Wolfgang und Katja Kosubek und Martin Wiegand. Die Historie als solche kannte ich zwar schon, und die Sterns sind mir im "Juden- und Dissidentenregister" auch schon über den Weg gelaufen, aber man liest selten eine komprimierte Familiengeschichte, die so auf den Punkt geschrieben ist, aber trotzdem mehrere Jahrhunderte umfasst. Je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger kann ich eigentlich verstehen, wie es dazu kommen konnte, dass die Geschichte der Sterns zumindest in Halle endete. Obwohl - wenn ich mir angucke, welchen Hass man heutzutage im Netz lesen muss, dann sollte mich das eigentlich nicht wundern.

Den Jahresbericht muss ich mir noch ein bisschen genauer angucken; auf den ersten Blick scheint er thematisch ziemlich abwechslungsreich zu sein, aber ein bisschen fehlt mir da (wie im Übrigen auch bei den Ravensberger Blättern) der genealogische Faktor. Vielleicht liegt es daran, dass es halt etwas schwierig ist, genealogische Themen in Aufsätze zu verpacken? Schließlich kann ja nur veröffentlicht werden, was auch geschrieben wurde. 

Wie dem auch sei - für die nächsten Tage habe habe ich genug Lesestoff. Nicht, dass ich nicht schon genug hätte. Abgesehen davon, dass ich gedanklich gerade auch noch mit Commissaire Georges Dupin durch die Bretagne streife, wartet danach auch noch ein anderer historischer Stoff auf mich: Bruno Preisendörfers "Als Deutschland erstmals einig wurde - Reise in die Bismarckzeit". Sowas kommt dabei raus, wenn ich eine Buchhandlung betrete... je mehr ich über meine Vorfahren weiß, desto mehr will ich über die Zeit wissen, in der sie lebten. Klingt komisch, ist aber so. 

Gut, dass jetzt zwei freie Tage anstehen. In diesem Sinne: 

Allen einen guten Rutsch und ein fröhliches, gesundes Jahr 2022!

 


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