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"Mischehen" zwischen Katholiken und Protestanten im Altkreis Halle: Wenn die Kirche sich einmischte

Der Altkreis Halle (mit Halle, Werther, Versmold, Borgholzhausen und Steinhagen) war nicht gerade eine katholische Hochburg. Im Gegenteil - im Grunde konnte man die katholischen Familien in den Städten an einer Hand abzählen, und bis zum 19. Jahrhundert tauchen immer wieder dieselben Namen auf. Man findet sie alle im Kirchenbuch von Stockkämpen. Ehepartner waren also Mangelware, zumindest, wenn sie auch katholisch sein sollten. Das führte dann auch dazu, dass die Zahl der "Mischehen" immer weiter zunahm. Viele Ehepartner werden dann als "acath." ("acatholicus" bzw. "acatholica") oder als "luth." im Kirchenbuch erwähnt. Phasenweise kommt in fast jedem zweiten Eintrag ein "acath." vor, auch bei den Taufpaten der Kinder. Die katholische Kirche mischte sich dann auch in die Eheschließung selbst ein: Wo sollte man sich trauen lassen, in Stockkämpen oder in der protestantischen Kirche? Überflüssig zu sagen, dass die katholische Ki...

Familienlegenden: Als Fräulein Ortmeyer sich abseilte

Jede Familie hat so ihre eigenen Legenden, bei denen keiner so genau weiß, was an der Geschichte denn nun stimmt und was nicht. Eines dieser Rätsel in meiner Familie betrifft Catharine Wilhelmine Martha Ortmeyer (geb. am 27.11.1892 in der Steinhauser Arrode in Halle) , die ältere Schwester meiner Urgroßmutter Caroline Wilhelmine.  Die Story, die ich zu hören bekam, geht nun so:  Catharine Wilhelmine Martha lernte in relativ jungen Jahren einen Mann kennen, und zwar nicht irgendeinen, sondern einen echten Hypnotiseur aus einem Ort namens Da(h)lhausen . Und weil der Mann eben ein Hypnotiseur war, hat er sie auch gleich hypnotisiert - mit der Folge, dass sie eines Nachts ihre Bettwäsche zusammenknotete und sich aus dem Fenster des elterlichen Hauses abseilte und mit ihm durchbrannte.  Soweit die Legende.  Mein Problem ist nun, dass ich tatsächlich nicht nachvollziehen kann, was aus Catharine Wilhelmine Martha geworden ist. Ich habe keine Ahnung, wie dieser angeblic...

Die Cronsbeins sind Hagmeisters

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In den Wertheraner Kirchenbüchern findet sich die Familie Hagmeister aus Häger (Bleeke) 1 . Die Familie interessiert mich hauptsächlich deshalb, weil ich von Hermann Hinrich Hagmeister (1682-1739) und seiner Frau Margrete Meyer zu Rahden (1685-1732) abstamme. Also habe ich irgendwann angefangen, die Wertheraner Hagmeisters (manchmal auch Hachmeister oder Hagemeister) auseinanderzupuzzeln. Das Trickige bei der Sache ist, dass kaum ein männlicher Hagmeister, der das Erwachsenenalter erreicht hat, auch als Hagmeister gestorben ist, und kaum einer der gestorbenen erwachsenen männlichen Hagmeisters auch tatsächlich als Hagmeister geboren wurde. In Ostwestfalen war dieses zwar grundsätzlich nichts Besonderes, aber in diesem Fall fällt die Häufung schon auf... Ich hatte mich immer schon gefragt, weshalb mein Hermann Hinrich Hagmeister eigentlich als Cronsbein auf dem Cronsbein-Hof in Rotenhagen 2 gestorben ist. Bis jetzt hatte ich vermutet, dass es irgendeine verwandtschaft...

Einmal über'n Berg...

... war wohl leichter gesagt als getan, jedenfalls dann, wenn es darum geht, den Teutoburger Wald zu überqueren und man aus Halle bzw. Werther kam. Beide Stadtkerne liegen und lagen nur rund 5 km voneinander entfernt. Trotzdem scheint es zumindest in familiärer Hinsicht nur relativ wenige Verbindungen zwischen den beiden Städten gegeben zu haben. Ich frage mich nun, ob es wirklich der beschwerliche Weg über den Teuto war, der hier Ehen verhinderte, oder ob es schon vor 200 Jahren diese "Liebe Deinen Feind"-Attitüde gab, die man ja auch heute noch ab und an findet. Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Wertheraner eher Richtung Wallenbrück, Spenge, Neuenkirchen, Dornberg oder Jöllenbeck geheiratet haben, während ich "verschollene" Haller eher in Hörste, Versmold oder Brockhagen vermuten würde. Natürlich, es gibt Ausnahmen. Bei diesen Ausnahmen fällt wiederum auf, dass es oft genug die Frauen waren, die "über den Berg" heirateten. Wenn ein M...