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Posts mit dem Label "Das Gehring-Projekt" werden angezeigt.

Großonkels Sterbeeintrag

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Das hier ist der Sterbeeintrag meines Großonkels Helmut Gehring . Standesamt Werther, Nr. 71/1943. Der war mir so wichtig, dass ich ihn mir abfotografiert habe, als ich ihn letzte Woche im Archiv fand. Vor der coronabedingten Archivschließung war ich bei den Sterberegistern ja nur bis 1942 gekommen, und da war dieses Schätzchen hier noch nicht dabei, obwohl ich das Sterbedatum (15.07.1942) ja schon kannte. Ich musste mich also ein bisschen gedulden. Erstaunlich finde ich Helmuts Sterbeeort: "1,5 km westlich Solchose links der Straße (östlicher Kriegsschauplatz)".   Ähem. Da ist wohl ein Fehler passiert, in Kombination mit einer einer Auslassung. Einen Ort namens "Solchose" gab es auf dem "östlichen Kriegsschauplatz" (wussten die Nazis eigentlich selbst nicht, wie sie die Länder nennen sollten, in die sie gerade einfielen?) nicht, und wenn ich mich nicht irre, auch sonst nirgendwo. Da sind wohl die "Kolchose" und die "Sowchose...

"Geburtstag im Hause Gehring"

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Ein aufmerksamer Forscherkollege hat sich augenscheinlich an mich und meine Suche nach den Gehrings erinnert, als er die Westfalen-Zeitung von 1950 durchstöberte und dabei auf einen Artikel mit dem oben genannten schönen Titel stieß - und nicht nur das, er hat mir den Artikel auch noch gemailt! Nochmal vielen Dank an dieser Stelle! Der Jubilar war in diesem Falle Wilhelm Gehring , Bruder meines Uropas August und Bäcker in Theenhausen. Ich habe ihn hier im Blog schon ab und an mal erwähnt, zum Beispiel hier . Wilhelm war am 25.01.1875 in Häger Nr. 33 geboren worden, und der Artikel bezieht sich demnach auf seinen 75. Geburtstag. Ich nehme mal an, dass Uropa August bei der Party auch dabei war! Der Artikel hat für mich eine wichtige Frage beantwortet, nämlich die, wann Wilhelm seine Bäckerei gegründet hat: Im Jahre 1900, als er 25 war. Da war er schon frischgebackener Vater und und auch frisch verheiratet, und zwar genau in dieser Reihenfolge. Dieses kleine Detail lässt der Artike...

Wie hieß Wilhelm Gehring eigentlich wirklich?

Ich hatte mich neulich ja schon einmal über die zumindest teilweise ziemlich verquere Namensgebung in der Gehring-Familie ausgelassen. Als ich jetzt wieder einmal über den Nebenregistern der standesamtlichen Geburtseinträge von Werther saß, habe ich mir noch einmal explizit den Jahrgang 1875 vorgenommen, um zu gucken, ob Augusts Bruder Friedrich Wilhelm (Rufname Wilhelm) tatsächlich ein Friedrich Wilhelm war (Standesamt Werther, 19/1875). Und tatsächlich: Er war es. Wenigstens da stimmen Taufeintrag und Geburtseintrag überein. Immerhin!

Wie hieß August Gehring eigentlich wirklich?

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Als ich damals mit meiner Forschung angefangen habe, war für mich klar: Einer meiner vier Uropas hieß August Gehring. Das war die Info, die ich von meinen Eltern bekommen hatte, denn August selbst konnte ich ja nicht mehr fragen: Er war 1965 gestorben; wir haben uns also um gute acht Jahre auf dieser Welt verpasst. Ich hatte mir ja schon gedacht, dass es nicht beim "August" bleiben würde, denn die meisten Kinder, die im 19. Jahrhundert geboren wurden, bekamen ja noch einen oder auch zwei Vornamen zum eigentlichen Rufnamen noch dazu, oft die der Paten. Also wunderte ich mich nicht, als ich Augusts Taufeintrag fand (Kirchenbuch Werther, Nr. 111/1880): Sein voller Taufname lautete Friedrich Wilhelm August. Soweit, so gut. Dann wurde es etwas komplizierter: Mir fiel das Testament in die Hände, das er zusammen mit seiner Frau Lina (geb. Plessner) handschriftlich aufgesetzt hatte. Darin bezeichnete er sich selbst als "Friedrich Wilhelm genannt August". Ab dem Mome...

Was wurde aus Helmut Gehring?

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Ich wusste, dass Großonkel Helmut Gehring , Bruder meiner Oma Anne, geboren am 9. Oktober 1916 in Häger 33, Mitte 1942 in "Russland" gefallen war. Das hier ist das beste Foto, das ich von ihm finden konnte, wobei ich mich frage, wo und bei welcher Gelegenheit es aufgenommen wurde: Im Jahr 2011 habe ich dann einfach mal auf gut Glück eine Online-Anfrage beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gestartet. Das hier kam dabei heraus: Zum besseren Verständnis, wo sich das Ganze abgespielt hat, hat man mir netterweise auch noch gleich einen Ausdruck von google maps mitgeschickt:  Wenn in der Familie immer erzählt wurde, dass Helmut in "Russland" geblieben wäre, dann muss man den Satz in der Retrospektive korrigieren: Altschewsk gehört heute zur Ukraine.  Von Militärgeschichte und dem Aufbau der Wehrmacht habe ich leider immer noch relativ wenig Ahnung. Vielleicht gibt es ja aber da draußen einige Cracks, die mir etwas über sein...

Wer ist der kleine Junge? Und was hat er in der Hand?!

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Ich weiß ja, wer das Mädchen auf diesem Foto ist: Meine zukünftige Großmutter Anne Gehring , geboren am 24. Januar 1911.  Was den Kleinen im Matrosenanzug angeht, so bin ich mir aber nicht ganz sicher . Ich denke mal, dass es einer ihrer Brüder war (ich weiß bis jetzt von fünf Brüdern, aber eine Schwester hatte sie nicht). Anne wirkt auch wie die beschützende ältere Schwester. Wenn es um Kinder geht, dann habe ich immer das Problem, dass ich unheimlich schlecht darin bin, ihr Alter zu schätzen. Ich gehe aber davon aus, dass zwischen Anne und dem Lütten hier mindestens fünf Jahre liegen (aber vielleicht macht die Schleife auf ihrem Kopf sie auch nur optisch größer?). Demnach würden Willi und Herbert , geboren 1912 und 1913, nicht in Frage kommen. Ich glaube aber nicht, dass der Altersunterschied ganze zehn Jahre beträgt; danach scheidet auch Fritz als Kandidat aus. Damit bleibt noch einer übrig: Helmut , geboren 1916. Dann lägen die beiden auf dem Foto hier ungefähr fün...

Bleeke oder Häger?

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Nicht nur meine Gehrings, sondern auch viele andere Menschen, die in meinem Stammbaum und in Werthers Gedächtnis auftauchen, wohnten im Nordosten von Werther. Aber wohnten sie tätsächlich in Häger oder auf der Bleeke? Quelle: wikipedia Heute heißt dieser Ortsteil ganz offiziell "Häger", keine Frage. Kein Mensch sagt Sätze wie: "Wenn Sie die Engerstraße hochfahren, dann kommen Sie nach Bleeke!". Häger hat es immerhin auch zu seinem eigenen, inzwischen recht informativen Eintrag bei wikipedia geschafft. Ich darf zitieren: "Während die anderen Ortsteile von Werther bereits im Ravensberger Urbar von 1556 ihre konkreten Vorläufer-Bauerschaften hatten, gab es die Hägeraner Struktur damals noch nicht. Was später Häger wurde, lag zwischen den Bauerschaften und Einzelhöfen und nannte sich Nienhagen , weil es jünger war und nicht zu den Urhagen gehörte. Trotzdem bildete sich eine kleine Siedlungsstruktur der untersten Zentralitätsstufe mit Windmühle, Gas...

Mein unbekannter Großonkel

Eins habe ich beim Forschen gelernt: Geduld . Manchmal muss man sich durch Jahrzehnte und Jahrzehnte von Unterlagen wühlen, und dann findet man doch nicht das, was man eigentlich gesucht hatte... aber dafür etwas völlig anderes! So ging es mir neulich in im Landesarchiv in Detmold. Ich ging die Sterbefälle von Werther durch, weil ich da noch einige Lücken im Stammbaum habe, was die letzten 110 Jahre angeht. Es ist aber auch frustrierend, dass die entsprechenden Kirchenbücher nur bis einschließlich 1904 einzusehen sind! Ich saß also da und blätterte mich, mit Papier und Bleistiften bewaffnet, durch dieses Mal Gott sei Dank nicht ganz so staubige Unterlagen, die auch noch ziemlich gut zu lesen sind, und achtete auf Namen, die mir irgendwie im Zusammenhang mit meinem Stammbaum bekannt vorkamen. Was im übrigen ziemlich viele sind. Und plötzlich sehe ich den Sterbeeintrag für einen totgeborenen Jungen.  Und die Namen der Eltern: August Gehring und Karoline Plessner. Meine Urgroß...

Das Gehring-Projekt: Gehrings, Gehrings, und nochmal Gehrings

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Wenn ich mir die Gehrings wirklich noch einmal vornehmen will, dann muss ich in der "Neuzeit" anfangen; eine andere Wahl habe ich nicht. Wenn man so will, dann wird das mein persönliches "Genealogy-Do-Over". Das Problem, vor dem man als Forscher steht, wenn man die Gehrings im Kirchspiel Werther auseinandernimmt, ist nämlich, dass es in Werther vor Gehrings nur so wimmelte (und es auch heute noch ziemlich viele davon gibt). Schon alleine aus dem Wertheraner Stadtgebiet nahmen 12 Gehring-Männer am Ersten Weltkrieg teil (vier davon sind gefallen) 1 , und das, obwohl in Werther-Stadt im Jahr 1910 nur insgesamt 2.183 Menschen gewohnt haben 2 . Wenn man die Kirchenbücher durchguckt, dann findet man kaum eine Seite, auf der der Name Gehring (in früheren Zeiten auch oft "Gering" geschrieben) nicht auftaucht. Vor allem Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die Gehrings ziemlich erfolgreich fortgepflanzt hatten, verteilten sie sich ziemlich gleichmäßig und vor...

Schwerpunkt: Familie Gehring

Am 10. Juni hatte ich mir im Landesarchiv in Detmold diverse Kopien aus der Grundakte Häger 33 geordert, sprich: Dem Grundstück, auf dem meine Gehring-Vorfahren lebten und arbeiteten. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie habe ich nicht die Ruhe, mich im Archiv hinzusetzen und längere Texte durchzuarbeiten, deshalb bestelle ich mir lieber die Kopien und gehe sie dann zu Hause, abends in meinem Lieblingssessel, in Ruhe durch. Wegen des blöden Poststreiks hatte ich ja schon Befürchtungen, dass die Unterlagen in der Post verschütt gegangen sind und irgendwo in einem großen Postsack in irgendeinem Briefverteilzentrum liegen, aber dem ist glücklicherweise nicht so: Gestern fand ich einen dicken und schweren Umschlag in meinem Postfach. Ich habe es gestern Abend nur geschafft, einmal grob durchzugucken, denn da kommt noch ein großes Stück Arbeit auf mich zu, auch wenn das meiste einigermaßen lesbar ist. Was ich aber schon gesehen habe ist, dass mein Ururgroßvater, der Mühlenbesitz...