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Posts mit dem Label "Sterberegister" werden angezeigt.

Die kleinste Schrift der Welt

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Das Standesamt Eschweiler war dann doch schneller, als ich zu hoffen gewagt hatte! Am Dienstag hatte ich das hier in der Post:    Allerdings ohne die Lochung; die stammt von mir. Ich konnte mich also doch schon vor Pfingsten auf die Suche nach den weiteren Vorfahren des Familienforschungsmuffels machen. Der guckte übrigens nur etwas verdattert auf die beiden Kopien und sagte:  "Ich sehe nur schräge Striche...!"   Er sieht Striche, ich sehe Möglichkeiten.   Zugegeben, die Schrift ist wirklich sehr klein, aber zum einen hilft das jahrelange Kurrent-Lesen, und zum anderen weiß man ja immer schon zumindest ungefähr, was in den  Lücken der Formulare stehen muss - eine Berufsbezeichnung, gefolgt von einem Namen, oder eine Zahl als Datumsangabe...  Das einzige Wort, bei dem ich etwas gekämpft habe, war der Geburtsname der Mutter der Braut. Kümmerling vielleicht?  Nein, nicht Kümmerling. Kämmerling . Da die Sterberegister von Dürwiß bei www.archive,...

Menschen, die 1960 in Werther gestorben sind, aber nicht in Werther geboren waren

So, die Sterbeeinträge für 1960 habe ich nun auch in Werthers Gedächtnis eingearbeitet. Und weil ich gerade so schön im Flow war, habe ich auch gleich noch eine kleine Liste mit den Leuten erstellt, die zwar in Werther (bzw. im Bereich des Amtes Werther) gestorben sind, die aber nicht in Werther geboren worden waren. Mein Hintergrundgedanke war, dass eine solche Liste vielleicht helfen kann, wenn man als Forscher jemanden sucht, der aus seinem Heimatort "verschwunden" war, aus welchen Gründen auch immer. Nicht immer hat man ja die Gelegenheit, die Geburtsregister mit dem entsprechenden Vermerk einzusehen, oder die Vermerke fehlen.  Die Liste ist ganz einfach aufgebaut: Nummer im Register, Name, Datum und Ort der Geburt, Datum und Ort des Todes. KH bedeutet Krankenhaus.     1. Heinrich Ludwig Strothenke , 14.03.1881 Borgholzhausen, 01.01.1960 KH 2. Christiane Ernestine Kalms geb. Berger , 02.07.1887 Oberwüstegiersdorf, 06.01.1960 KH 3. Hermann Martin Paul Mittmann , 18.04...

"Kommen Sie zum Sterben nach Werther!"

Auch, wenn es makaber klingt - manchmal denke ich, dass die Stadt Werther in den 1950ern und 1960ern mit diesem Spruch hätte Werbung machen können . Und wenn nicht die Stadt, dann zumindest das Krankenhaus, das damals anscheinend einen ziemlich guten Ruf hatte. Leider (jedenfalls aus meinerForscherinnensicht) wurden die Todesursachen später nicht mehr festgehalten, sonst könnte ich das wahrscheinlich noch etwas konkretisieren. Nur mal als Beispiel:  Ich bin heute mit den Sterbeeinträgen von 1967 fertig geworden. Ja, ich erfasse in Werthers Gedächtnis auch diejenigen, die nicht in Werther gewohnt haben, sondern "nur" in Werther gestorben sind. Die gehören für mich auch dazu. Insgesamt sind in Werther im Jahr 1967 immerhin 159 Menschen gestorben . Davon waren 75 männlich und 84 weiblich, was mich nicht weiter überrascht hat, denn immerhin war das noch die Zeit, als man die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs (und des entsprechenden Männermangels, wenn man es denn so ausdrücken...

Meine genealogische To Do-Liste: Ein kurzer Zwischenstandsbericht

Am 1. Januar hatte ich hier meine kleine genealogische To Do-Liste für 2022 gepostet. Und da wir nun - wie immer ganz plötzlich - schon Juli angekommen sind, ist es mal an der Zeit zu überprüfen, wie weit ich denn schon gekommen bin. Also:  Die Geburten von 1911 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Ja. Habe ich. Alle 148.  Die Trauungen von 1941 in Werthers einarbeiten. Ist auch passiert. Es waren allerdings auch nur 36 Ehen. Und davon waren viele traurigerweise sehr kurz.  Meine restlichen Familienfotos digitalisieren. Ein paar, aber noch längst nicht alle. Da habe ich noch Nachholbedarf.  Die Vorfahren meines Mannes in eine eigene Stammbaum-Datei packen. Ich bin dabei, aber im Moment fahre ich noch zweigleisig. "Seinen" Teil in "meinem" Stammbaum habe ich jedenfalls noch noch nicht gelöscht.   Jede Woche einen Blogpost veröffentlichen. Fast. Aber ich bin schon schreibfreudiger als in manchen früheren Jahren. Man unterschätzt immer, wieviel Zeit man b...

Eine kleine To-Do-Liste für das neue Jahr

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Hach, ein neues Jahr!  Komisch, dass da bei mir immer so diese Energie aufkommt, bei der es mir in den Fingern juckt, Listen zu schreiben. Ich gehöre allerdings zu denen, die schon immer gerne Listen geschrieben haben, schon alleine, weil es sich so gut anfühlt, etwas abhaken zu können.  Die logische Konsequenz dessen ist...  Meine genealogische To-Do-Liste für 2022:   Die Geburten von 1911 in Werthers Gedächtnis einarbeiten.  Die Trauungen von 1941 in Werthers einarbeiten.  Meine restlichen Familienfotos digitalisieren.  Die Vorfahren meines Mannes in eine eigene Stammbaum-Datei packen.  Jede Woche einen Blogpost veröffentlichen.  Einen Apfelstrudel im Quellental verspeisen.  Mein Bücherregal aussortieren.  Die kompletten Wertheraner Sterbeeinträge aus den 1960ern in Werthers Gedächtnis einarbeiten.  Einheitliche Familienblätter anlegen für meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern.  10 Veröffentlichungen ...

Ich bin durch mit den 1950ern!

Es ist vollbracht - sämtliche Sterbeeinträge aus den 1950ern sind in "Werthers Gedächtnis" eingearbeitet. Und das waren immerhin fast 1.200...  Es hat eine Weile gedauert; ich hatte irgendwann im Frühjahr damit angefangen, aber nicht kontinuierlich jeden Tag daran gearbeitet, sondern immer mal wieder. Richtig ehrgeizig wurde ich tatsächlich erst in den letzten drei Monaten: Auf meiner täglichen To-Do-Liste stand dann immer: "10 Sterbeeinträge 195x". Oft genug konnte ich den Punkt abhaken (und meist habe ich dann auch mehr als nur 10 Einträge abgearbeitet), aber ich habe mich auch nicht gerade umgebracht, wenn ich's mal nicht geschafft habe. Sterbeeinträge laufen einem ja nicht weg. Mein Ziel war aber trotzdem, vor Weihnachten damit fertig zu sein. Ich muss sagen, die 1950er waren insgesamt doch interessanter, als ich vorher gedacht hatte . Ich habe viel über meine Heimatstadt gelernt, und ich glaube, dass ich nun ein etwas besseres Bild davon habe, wie es in de...

Politisch und menschlich nicht korrekt (Sterben in den 1950ern, Teil 3)

Schön an den Sterbeeinträgen aus den 1950ern ist, dass meist nicht nur die eigentliche (=konkrete) Todesursache eingetragen ist, sondern auch noch die Nebendiagnosen und chronische Zustände, an denen die Leute mitunter ihr ganzes Leben lang gelitten haben. Damit wird ein Lebenslauf immer ein bisschen "runder".  Es gibt aber auch Einträge, über die man heute den Kopf schüttelt, weil man ihre Worte so nicht mehr wählen würde. Über so einen Eintrag bin ich im Jahr 1951 gestolpert; ein zweijähriger Junge war gestorben, was für die Eltern mit Sicherheit schon schlimm genug war. Als "Todesursache" waren genannt:  "Herzfehler, Blausucht, Mongoloider Idiot."   Diese letzte Formulierung würde man heute nicht mehr hinschreiben; sie klingt einfach nur rüde und abfällig. Und wenn man sich dann nochmal verdeutlicht, dass es hier um ein Kleinkind ging, dann findet man es nochmal doppelt schlimm. Um mal im Bild zu bleiben: Heute würden nur noch Idioten so reden. Aber dam...

Cousin Fritz: Zur falschen Zeit am falschen Ort

Der 30. September 1944 war ein schlimmer Tag - Bielefeld wurde von den Alliierten bombardiert, in diesem Fall von den Amerikanern. Quasi die gesamte Altstadt fiel den Bomben - und danach den Flammen - zum Opfer. Hier kann man eine gute Zusammenfassung der Ereignisse lesen:  Historischer Rückklick   Der Bielefelder Stadtkern liegt gerade mal 10 km vom Wertheraner Stadtkern entfernt. Es war also kein Wunder, dass an diesem 30. September auch viele Wertheraner in Bielefeld unterwegs waren. Leute, die Besorgungen machten. Schüler, die die weiterführende Schule besuchten. Alles Menschen, die mit der Kleinbahn von dem Bahnhof an der Herforder Straße aus über Schildesche und Dornberg wieder nach Werther zurück fahren wollten.  Es kam anders.  In ihrer Chronik "Werther - 1000 Jahre von "wartera" bis Werther" schrieb Erika Stieghorst :  "Waren im Laufe des Krieges auch schon Luftangriffe auf Bielefeld geflogen worden, so brach mit dem Großangriff vom 30. September 19...

Der Soldatenfriedhof von Cambrai (Frankreich, Teil 1)

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Im letzten Jahr hatte ich mir ja für Werthers Gedächtnis die Sterberegister aus dem Ersten Weltkrieg vorgenommen. Diese ganzen Ortsnamen, die einem auf Anhieb nicht allzu viel sagen. Valenciennes, Cambrai, Amiens, ...  Wenn man von OWL aus startet, dann kommt man über Köln und Belgien in unser Nachbarland hinein, und nicht allzu weit hinter der belgisch-französischen Grenze liegen Valenciennes und Cambrai dann an der (französischen) A2. Bis jetzt waren wir auf dem Weg nach Paris nur daran vorbeigefahren, aber dieses Jahr haben wir auch angehalten: An der Route de Solesmes in Cambrai.  Einen richtigen Parkplatz gibt es zwar nicht, aber am Straßenrand ist genug Platz - zumal wir an diesem warmen Sommerabend die einzigen Besucher auf dem ganzen Gelände waren.  Die Jahreszahlen täuschen ein bisschen, denn tatsächlich wurde der Friedhof von den deutschen Besatzern erst im März 1917 eingerichtet - der alte Friedhof Porte de Paris in der Stadt Cambrai reichte einfach nicht mehr...

Großonkels Sterbeeintrag

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Das hier ist der Sterbeeintrag meines Großonkels Helmut Gehring . Standesamt Werther, Nr. 71/1943. Der war mir so wichtig, dass ich ihn mir abfotografiert habe, als ich ihn letzte Woche im Archiv fand. Vor der coronabedingten Archivschließung war ich bei den Sterberegistern ja nur bis 1942 gekommen, und da war dieses Schätzchen hier noch nicht dabei, obwohl ich das Sterbedatum (15.07.1942) ja schon kannte. Ich musste mich also ein bisschen gedulden. Erstaunlich finde ich Helmuts Sterbeeort: "1,5 km westlich Solchose links der Straße (östlicher Kriegsschauplatz)".   Ähem. Da ist wohl ein Fehler passiert, in Kombination mit einer einer Auslassung. Einen Ort namens "Solchose" gab es auf dem "östlichen Kriegsschauplatz" (wussten die Nazis eigentlich selbst nicht, wie sie die Länder nennen sollten, in die sie gerade einfielen?) nicht, und wenn ich mich nicht irre, auch sonst nirgendwo. Da sind wohl die "Kolchose" und die "Sowchose...

Die Sterberegister von 1918

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Meine Abende verbringe ich im Moment oft mit Sterbeeinträgen, und zwar mit denen aus dem 2. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts aus Werther. Soll heißen: Der Erste Weltkrieg ist in meinen Gedanken immer noch sehr präsent, vor allem, wenn ich sehe, wie und wo die Leute gestorben sind.  Nehmen wir als Beispiel mal 1918. Für dieses letzte Kriegsjahr (wobei der Krieg ja "schon" am 11.11.1918 formell durch den Waffenstillstand von Compiègne formell beendet war) hat der Standesbeamte Hesse 165 Eintragungen vorgenommen. Nur zum Vergleich: Für das folgende Jahr, 1919, gibt es insgesamt nur 95 Einträge, und von denen gehören noch fünf zu Gefallenen, die erst später eingetragen wurden, weil ihr Tod 1918 noch nicht offiziell bestätigt war. Es gibt also so einiges, das mir an diesem Jahrgang 1918 auffällt: 1. Wenn ich richtig gezählt habe, dann waren 52 der 165 Toten (also fast ein Drittel) Gefallene oder solche, die von fiesen Krankheiten in Lazaretten dahingerafft worden waren . Ei...