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Ravensberger Blätter: "1914-1918: Bielefeld im Ersten Weltkrieg"

Wenn das mal kein perfektes Timing ist: Pünktlich zum 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs sind die neuen Ravensberger Blätter erschienen. Wer also wissen will, wie Bielefeld (immerhin meine Geburtsstadt!) diese Zeit erlebt hat, der hat über das Wochenende gut zu tun.
Es sind einige Dinge in diesem kleinen Heft erhalten, die ich auch noch nicht wusste. Beispielsweise, dass das erste Bielefelder Opfer tatsächlich ein elfjähriges Mädchen namens Erika Buddeberg war, die auf dem Rückweg von einem Aufenthalt bei ihrem Onkel in Marburg (ihre Eltern meinten, sie wäre zu pummelig geworden, also hatte man sie zum Professorenonkel auf Diät verschickt - armes Kind!) in einem Ort namens Kleinenberg erschossen wurde. Und zwar, weil ein paar schießwütige und übernervöse Idioten vom örtlichen Kriegerverein sie und ihre Mutter für vermeintliche russische Spione hielten... schon allein wegen dieser Geschichte, die sich so dermaßen absurd anhört, dass man sich erst einmal vergewissert, dass man auch richtig gelesen hat, ist das Heft lesenswert. Der Beitrag zu Erika Buddeberg stammt von Peter Salchow.
Die weiteren Beiträge sind:
Johannes Altenberend: "Mars regierte die Stunde - Der Kriegsausbruch 1914 im Bielefelder Gymnasium zwischen Euphorie, Skepsis und Ernüchterung"
Fritz Achelpöhler: "Zwischen Kochtopf und Pickelhaube: Adele Kroppenberg als Handelsangestellte im Büro und im Heeresdienst"
Bernd J. Wagner: "Zwischen vaterloser Familie und vaterländischen Pflichten - Kindheit und Jugend in Bielefeld während des Ersten Weltkriegs"
und
Stephan M. Probst: "Das Andenken an die im Ersten Weltkrieg "für Kaiser und Vaterland" gefallenen Bielefelder Juden".

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