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Kleiner Bericht vom Tag der Archive am 4. September 2016 im Kreishaus Gütersloh

Man könnte meinen, der Tag der Archive hätte nicht im September, sondern im April stattgefunden. Hier in Halle bin ich bei strahlendem Sonnenschein mittags um kurz nach halb zwei losgefahren, und als ich mein Auto dann auf dem Mitarbeiterparkplatz des Kreishauses parkte, goß es so dermaßen in Strömen, dass man sich schon ganz automatisch Gedanken über die nächste Sintflut und die Sicherung der Archive bei derselben machen konnte...



Weshalb ich auf dem Mitarbeiterparkplatz geparkt habe? Ganz einfach: Der "normale" Parkplatz war voll. Was zum Teil auch wieder daran lag, dass sich meine Vermutung zu bewahrheiten schien, dass manche Ahnenforscher einfach nicht einparken können... zugegeben, die Parkplätze am Kreishaus sind jetzt nicht wirklich riesig, aber das heißt noch lange nicht, dass man sich einfach so mitten auf gleich zwei davon stellen muss.

Weil der gut organisierte Forscher aber immer auch einen funktionierenden Schirm im Auto hat, hielt sich mein Ärger aber in Grenzen und wich der Erleichterung, als ich dann (trotzdem ein wenig triefend) im Trocknen angekommen war. Und schon war ich mittendrin! Und es war voll. Das Thema scheint also doch zu interessieren.

In der ersten Viertelstunde bin ich gefühlte zehn Meter weit gekommen: Der Grund war, dass sich im Foyer doch ziemlich viele Leute tummelten, die ich aus den verschiedensten Gründen kannte - und mal im Ernst: Nur weil man nach Verstorbenen forscht, macht es doch Spass, auf die Lebenden zu treffen, die in der Beziehung gleich ticken...! Und bei mir gab es ja in letzter Zeit einiges zu erzählen.

Ich habe es dann tatsächlich auch noch geschafft, meine Runde zu drehen und mich an den diversen Infoständen mit Infomaterial, Büchern und Postkarten einzudecken. Ich musste jedenfalls feststellen, dass die gar nicht mal kleine Tasche, die ich mitgenommen hatte, trotzdem zu klein war. Eigentlich wollte ich mir ja auch noch den Vortrag "Meine liebste Hanna" über Böckstiegels Briefe an seine Frau anhören, aber ich fürchte, dass ich mich da gerade ganz klassisch festgequatscht hatte und ihn deshalb verpasst habe. Aber egal. Stattdessen habe ich mir mit meinen Forscherkollegen einen kleinen Informationsaustausch in der Kantine des Kreishauses gegönnt - und war positiv überrascht, dass es im 21. Jahrhundert tatsächlich noch Orte gibt, an denen man eine Cola für 60 Cent bekommt!

Weil ich tatsächlich an diesem Sonntag noch an den Schreibtisch musste, um ein paar Sachen für meinen Job zu erledigen, die man dummerweise nur erledigen kann, wenn man eine gewisse Ruhe hat, bin ich nach rund zwei Stunden wieder gefahren - um etwas Geld ärmer, aber um einige Informationen und Forschungsansätze reicher... 


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