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Der Duft von Tosca


Eines meiner mehr oder weniger heimlichen Vergnügen ist ja das Gucken von Dokus über sogenannte Familiendynastien. Von den Tudors über die Kennedys bis zu den Oetkers - ich bin dabei. Im Gegenzug erspare ich es mir, mich fremdzuschämen, wenn sich irgendwelche E-Promis in irgendwelchen Villen respektive in irgendwelchen Camps zum Horst machen. Dafür wurden schließlich Fernbedienungen erfunden. 

Neulich habe ich im ZDF eine Doku über Familie Mülhens gesehen - ja, genau, "die von 4711". Nicht uninteressant. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es eine Wiederholung war, was ja im Sommer auch nicht verwundert. Den Link gibt es bestimmt noch in der ZDF-Mediathek. 

Wirklich hellhörig wurde ich ja, als der Name "Tosca" fiel - und schwupp, da waren sie wieder, die Erinnerungen: Meine Oma hat es immer benutzt, und jedes Mal, wenn ich an sie denke, habe ich irgendwie diesen Duft in der Nase, obwohl ich ihn wohl tatsächlich seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr gerochen habe. 

Ist es nicht merkwürdig, wie sehr man bestimmte Düfte mit bestimmten Menschen verbindet? Das sind solche Erinnerungen, die man meist nirgendwo in Schriftform findet - vielleicht sollte man sie gerade deshalb in einer ruhigen Minute auch mal aufschreiben. 

Ich habe "Tosca" jedenfalls erstmal wikipediert - die Kopfnote besteht aus Bergamotte, Zitrone, Neroli und Orange. Hätte ich so nicht sagen können. Ich hätte auch nicht gewusst, dass es zur selben Zeit herausgekommen ist wie Chanel No 5, nämlich 1921. Konzipiert als Duft für die Frau ab 50, was ich jetzt mal kommentarlos dahinstehen lasse. Ob Uroma wohl auch schon Tosca genommen hat? Ich werde da wohl mal meine Mutter befragen müssen, die mich wahrscheinlich wieder mit diesem Blick bedenken wird, "Du stellst wieder Fragen...!" 

Aber unabhängig davon, ob ich eine Antwort finde - wenn ich das nächste Mal in einer Parfümerie bin, dann sprühe ich mir einen dieser Papierteststreifen mit Tosca ein und nehme ihn mit. 

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