Donnerstag, 11. Februar 2021

Hilfe aus dem Homeoffice: Die "kleine Fingerübung"

Wir sind nach Sturmtief Tristan immer noch ziemlich eingeschneit hier. Der Blick aus meinem Fenster auf den inzwischen in der Sonne glitzernden Schnee ist als Ausgleich dafür zwar traumhaft, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag am Schreibtisch verdösen, oder? 

Aus einer Spontanlaune hinaus habe ich beschlossen, mich der Schulte-Sippe aus dem Emsland zu widmen. Um das hier einmal einzuordnen: Die Großmutter meines Mannes war Maria Gesina Schulte. Ich wusste bislang nur, dass sie 1907 geboren war, aber der Geburtsort fehlte mir genauso wie die notwendige Information, wer denn ihre Eltern waren. Und wer schon mal im Emsland geforscht hat, der weiß, dass gefühlt drei Schulte-Kinder auf jeder Seite des Taufregisters stehen... außerdem sieht matricula-online.eu die Sache mit den Sperrfristen sehr, sehr eng: Für Taufen haben sie 120 Jahre angesetzt, und für Trauungen und sogar Sterbefälle glatt 100 Jahre. Ich persönlich finde das ein bisschen übertrieben, aber so isses nunmal. Ich bin ja froh, dass die Matriken überhaupt online sind, und das sogar noch umsonst. Das erspart mir so einige Fahrten nach Osnabrück und Unmengen an Parkgebühren. 

Aber ich schweife ab. 

Trotz der Schneeproblematik dachte ich mir, ich kann ja einfach mal im Diözesanarchiv in Osnabrück anrufen. Vielleicht hatte ja irgendwer den Schnee überlisten können und war aus dem Homeoffice zur "regulären" Arbeit geflüchtet? 

Nein. Es klingelte durch. Schade. 

Gerade, als ich überlegte, welche - andere - Forschungsbaustelle ich mir denn stattdessen vornehmen sollte, klingelte dann mein Telefon. Eine Vorwahl, die ich nicht wirklich zuordnen konnte, die aber irgendwo aus der Osnabrücker Ecke kommen musste, weil sie mit Null-Fünf-Vier-Irgendwas begann. Am anderen Ende der Leitung: Ein sehr netter Mensch aus dem Archiv, der in seinem Homeoffice saß. Ich schilderte ihm mein Problem und versicherte ihm vorsichtshalber noch, dass irgendwo in seinem Archiv auch noch eine Vollmacht liegen musste, die meine bessere Hälfte mir mal unterschrieben hatte. Er sagte (ich konnte sein Grinsen quasi hören), dass er sich über die "kleine Fingerübung" freue, und nach nicht allzu langer Zeit hatte ich dann tatsächlich die Info, die brauchte, um weiterzukommen: 

Hermann Heinrich Schwarte und Maria Gesina Schulte haben 1933 geheiratet, und sie kam aus Oberlangen. Ihre Eltern waren Bernhard Heinrich Schulte und Maria Angela Jänen. 

Damit war mein Tag gerettet - und ich hatte einen guten Grund, mich vor dem Schneeschieben zu drücken. 

Manchmal kann es so einfach sein... warum habe ich den Teil des Stammbaums eigentlich geschlagene vier Jahre(!) brach liegen lassen?! 


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