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Es werden Posts vom März, 2026 angezeigt.

In memoriam

Es gibt so Tage, an die man sich wohl immer erinnern wird. Der 24. März 1986 ist einer davon, denn das ist der Tag, an dem meine Oma, also die Mutter meiner Mutter, gestorben ist. Martha Sickendiek geb. Hauffe .      Als ich sie kennengelernt habe, war sie natürlich nicht mehr so jung wie hier. Auf dem Foto hier sieht sie ein bisschen so aus, als wüsste sie nicht, was sie mit ihren Händen machen sollte, und das war später definitiv nicht mehr der Fall. Eigentlich habe ich sie nur als ältere Frau in Erinnerung, obwohl sie gerade mal 54 war, als ich geboren wurde, und damit just zwei Jahre älter als ich jetzt. Die Erinnerung verzerrt da ein bisschen. Die Vorliebe für Kleidung mit bunten Mustern hat sie jedenfalls beibehalten, auch wenn es später keine Blümchenkleider mehr waren. Und wo ich gerade so drüber nachdenke, da habe ich auf einmal trotz fliegender Pollen den Duft von Tosca in der Nase. Und ich muss etwas grinsen, weil ich gerade heute den Drogeriemarkt meiner Wahl ...

Augusts Karteikarte

Ja, jetzt ist es raus: Uropa August Gehring war ein Mitglied der NSDAP . Hier ist seine Karteikarte:    Hätte ich mir auch anders gewünscht, ist aber so. Verwechselung ausgeschlossen.  Aufnahme am 01.05.37, klassisch, also an dem Tag, an dem statistisch die meisten Mitglieder aufgenommen wurde.  Was ich mich aber frage, und dabei kann mir ja vielleicht die Schwarmintelligenz helfen : Der Aufnahme wurde am 22.11.37 beantragt, also ein halbes Jahr später. Ohne Antrag keine Aufnahme. Also: Bloßer Schreibfehler, was das Antragsdatum angeht? Kann ja mal passieren, wenn man mit einem Schlag ein paar Hundert Tausend Leute in eine Partei aufnimmt.   Ich hatte ja damit gerechnet, trotzdem bin ich im Moment doch ein bisschen wütend auf ihn.  Dafür bin ich nun umso neugieriger, was seine Entnazifizierungsakte hergeben wird. Also nicht an postapokalyptischem Wunschdenken, sondern an Fakten.    

Die Einschläge kommen näher... Erste Erfahrungen mit der NSDAP-Mitgliederkartei

Okay, nun haben also die Amerikaner das online gestellt, das die Deutschen bisher aus Gründen des "Datenschutzes" nur im analogen Archiv und damit mit den entsprechenden langen Wartezeiten zugänglich gemacht haben: Die Mitgliedskartei der Nazis. Oder jedenfalls den größten Teil davon, denn 20 % haben es seinerzeit ja anscheinend doch leider in den Schredder geschafft.  Für Familienforscher wesentlich interessanter als die Epstein Files.  Und was ist nun?  Sagen wir mal: Es ist mühsam...  Die Kartei als solche ist leicht zu finden. Einfach bei catalog.archives.gov "12044361" als Suchbegriff eingeben.   Der schwierige Teil ist, in die Kartei auch tatsächlich reinzukommen. Als ich es es erstmals endlich geschafft hatte, musste ich schon nach ein paar Minuten unterbrechen, weil Besuch kam (die lebende Verwandtschaft sollte der toten doch noch vorgehen), und als ich mich dann eine Stunde später wieder an den Rechner gesetzt habe, bekam ich nur eine Fehlermeldun...