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Es werden Posts vom April, 2012 angezeigt.

Tod durch Windkraft

Eine der skurrilsten Todesursachen in meinem Stammbaum betrifft meinen Ur-Ur-Urgroßvater Johann Heinrich Gehring. Er wurde am 20.07.1800 in Bleeke 33 (Häger) geboren und starb 80 Jahre später auch dort, und zwar am 28.09.1880. Noch 1844, als seine erste Frau, meine Ur-Ur-Urgroßmutter Katharine Marie Wichmann aus Rotenhagen 12, von der Schwindsucht dahin gerafft wurde, wurde Johann Heinrich in den Kirchenbüchern der Wertheraner Landgemeinden als Spinnradmacher geführt. Hätte er es dabei belassen, hätte er sein Leben aller Wahrscheinlichkeit nach anders beendet: Er wurde "vom Windmühlenflügel gefaßt" - und zwar von dem seiner eigenen Mühle, die er während seiner zweiten Ehe mit Friederike Wilhelmine Niedergassel gebaut hatte. Wie man sieht: Es handelte sich um einen sog. "Erdholländer";  die Flügel der Mühle endeten ungefähr in Kopfhöhe. Man kann sich also ungefähr vorstellen, wie der Unfall abgelaufen ist. Bei der Vorstellung muss es zunächst auch bleibe...

Einmal über'n Berg...

... war wohl leichter gesagt als getan, jedenfalls dann, wenn es darum geht, den Teutoburger Wald zu überqueren und man aus Halle bzw. Werther kam. Beide Stadtkerne liegen und lagen nur rund 5 km voneinander entfernt. Trotzdem scheint es zumindest in familiärer Hinsicht nur relativ wenige Verbindungen zwischen den beiden Städten gegeben zu haben. Ich frage mich nun, ob es wirklich der beschwerliche Weg über den Teuto war, der hier Ehen verhinderte, oder ob es schon vor 200 Jahren diese "Liebe Deinen Feind"-Attitüde gab, die man ja auch heute noch ab und an findet. Für mich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Wertheraner eher Richtung Wallenbrück, Spenge, Neuenkirchen, Dornberg oder Jöllenbeck geheiratet haben, während ich "verschollene" Haller eher in Hörste, Versmold oder Brockhagen vermuten würde. Natürlich, es gibt Ausnahmen. Bei diesen Ausnahmen fällt wiederum auf, dass es oft genug die Frauen waren, die "über den Berg" heirateten. Wenn ein M...

Johann Friedrich Schulze

Ein toter Punkt, über den ich wahrscheinlich nie hinwegkommen werde, ist die Geburt meines direkten Vorfahren Johann Friedrich Schulze. Johann Friedrich war Heuerling und Schneider und starb am 26.02.1855 in Ascheloh 10 an Altersschwäche. Sein Alter ist in seinem Sterbeeintrag im Haller Kirchenbuch mit 80 Jahren angegeben, so dass er entweder 1774 oder 1775 geboren wurde. Leider beschränkt sich der Eintrag darauf, dass Johann Friedrich "aus dem Waldeckschen" stammte. Das sind die Momente, in denen man sich Vorfahren mit sehr speziellen Nachnamen wünscht. "Schulze" gehört leider nun so gar nicht dazu. Den ersten Hinweis auf Johann Friedrich finde ich in seinem Heiratseintrag vom 20.09.1800. Auch bei den Paten seiner Kinder habe ich bis jetzt noch keinen Hinweis auf die weitere "Schulze"-Linie gefunden. Wenn einem von Ihnen also ein Johann Friedrich Schulze, der um 1775 im Waldeckschen geboren wurde, "abhanden gekommen" ist, dann lassen Sie...

Die Herkströter-Schwestern

Einer meiner Ahnenschwundfälle betrifft die Familie Herkströter aus Amshausen, das im 18. und 19. Jahrhundert ja noch zu Halle gehörte. Caspar Henrich Herkströter (*1743) und seine Frau Catharina Elsabein Wissmann (*1750) hatten zumindest acht Kinder, von denen ich weiß. Darunter waren die beiden Töchter Marie Elsabein (*16.06.1777) und Margarethe Elsabein (*28.08.1780). Margarethe Elsabein hatte übrigens auch noch eine Zwillingsschwester, Marie Elisabeth, die 1804 in Halle Jobst Henrich Küthe heiratete. Bemerkenswert in dieser Familie ist auch die besonders geringe Kindersterblichkeit. Am 20.09.1800 heiratete Margarethe Elsabein in Halle Johann Friedrich Schulze. Am 11.03.1814 wurde ihr Sohn Zacharias Schulze geboren. Marie Elsabein heiratete ein paar Jahre später als ihre kleine Schwester; sie schloss am 27.10.1810 mit Peter Heinrich Kleine Kindermann die Ehe. Mit der Eheschließung haben sich die beiden nicht gerade beeilt, denn schon am 21.12.1810, also genau 25 Tage nach der ...

Liste der Nachnamen meiner direkten Vorfahren

Hier eine Liste der Nachnamen meiner direkten Vorfahren (teilweise mit abweichender Schreibweise und ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Abecke, Ahlemeier (Ahlemeyer, Alemeier), Ahlewelt (Aleweld, Alleweld), Althoff, Auf dem Holze, Auf der Heide (Aufderheide) Barlemeyer (Barlmeyer), Baum, Beckmann, Bergmann, Biermann, Birkmann, Blank, Böggemeyer, (Bogmeyer), Brinkmann, Brüggenkoch, Brune, Buschmann Castrup, Covert, Cronsbein (Kronsbein) Dammann (Damman), Dammschröder, Deppermann, Detreinck (Detering), Dickenhorst, Dicke-Wentrup, Dickhake (Diekhacke), Dieckmannskamp, Doet, Dröge, Dücker (Düker), Düvelsieck (Düvelsick) Eggeringhaus, Eggert, Elbracht (Ellebracht), Ellerbrock (Ellerbrok), Engelbracht (Engelbrecht), Engeling, Eppe, Esdar (Esser), Esselmann, Evering Fammer (FIemer, im Fenne, Vemmer), Fenckinghaus (Funkhus, Venckhaus, Venkhaus, Venghaus), Flachmeyer (Flagmeyer), Flandermeyer, Flotman, Furm Brocke (Furm Broke), Fromme, Fronemann, Frönning, Fulsieck Gehring (Gering), Gerling (G...

Wieso, weshalb, warum?

Ich habe 1996 durch einen bloßen Zufall angefangen, nach meinen Vorfahren zu forschen. Seitdem bin ich dabei, sämtliche Zweige meiner Familie auszukundschaften - ich könnte mich nie auf nur eine oder auf zwei Linien beschränken, wer weiß, was mir sonst entginge? Mich interessieren nicht nur die bloßen Daten. Generell möchte ich so viel wie möglich über jeden einzelnen meiner Vorfahren herausfinden. Ich möchte wissen, wie sie lebten, wie ihr Alltag aussah und wie sich die große Geschichte vielleicht in ihren kleinen Geschichten wiederfindet. Wie der Name dieses Blogs schon sagt: Die meisten dieser Geschichten spielen hier in Ostwestfalen. Die zahlenmäßig meisten Vorfahren kamen aus dem Altkreis Halle (Westf.) und bestimmten Ortsteilen von Bielefeld, zum Beispiel Jöllenbeck und Dornberg. Andere Linien führen mich nach Niedersachsen (insbesondere nach Melle), nach Sachsen-Anhalt und nach Brandenburg. Bei den Berufen meiner Vorfahren geht es ebenfalls ziemlich querbeet: V...