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Alles Liebe zum Geburtstag, Wilhelm Sickendiek!


Heute wäre er 100 Jahre alt geworden!

Ist schon lässig, wie er auf dem Motorrad sitzt, oder? Dabei war er völlig uneitel.

Das Foto ist kurz nach einem nicht ganz unerheblichen Unfall entstanden, den er gebaut hatte. Er fühlte sich nämlich - augenscheinlich! - nicht nur auf zwei Rädern ganz wohl, sondern auch auf vieren: Ich habe ihn jedenfalls auch als furchtlosen Autofahrer in Erinnerung, der sich auch von dem fiesesten Glatteis nicht abschrecken ließ... oder eben von Bäumen am Straßenrand in Klacks Kurve.

Obwohl man es von einem Mann, der 1914 in einem kleinen Dorf wie Hörste geboren worden ist, nicht wirklich erwartet: Er war schon auf seine Art und Weise modern. Er hat mir zum Beispiel nie gesagt: "Das kannst Du nicht, weil Du ein Mädchen bist!" Im Gegenteil. Ich erinnere mich noch gut, wie herrlich ich es fand, mit ihm auf dem Stapler über den Hof zu krajohlen. Ich glaube, ich habe heute vor einem Jahr schon erzählt, dass er auch derjenige war, der mich immer mit Panini-Bildern versorgt hat: Er hat mir sowohl die von Heidi und Sarah Kay als auch die der Bundesliga-Saison 1981/82 mitgebracht. Diejenigen, die heute auf eine geschlechtsneutrale Erziehung Wert legen, hätten schon damals ihre Freude an ihm gehabt. 

Das mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass er sein ganzes Leben lang viel von Frauen umgeben war: Sein Vater fiel, als er gerade mal ein Jahr alt war, so dass er zunächst mit seiner Mutter und seiner zwei Jahre älteren Schwester allein lebte. Als seine Mutter später wieder heiratete, bekam er noch eine jüngere Schwester dazu. Als er 25 war, heiratete er während eines kurzen Fronturlaubs meine Oma Martha, und kurz nach Kriegsende bekamen die beiden dann eine Tochter - meine Mutter. Es erscheint eigentlich nur logisch, dass sein einziges Enkelkind auch ein Mädchen war...

Und ich bin froh, dass ich seine Enkelin sein durfte.






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