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Es werden Posts vom November, 2014 angezeigt.

Anna Christina Schulte, die Weihnachtszwillinge und die verdammte Ruhr

Anna Christina stelle ich mir immer als Matriarchin vor, die den Schulte-Clan lenkte . Ich weiß nicht, warum, aber es mag daran liegen, dass sie die Anerbin des Hofes Künsebeck 2 im Kirchspiel Halle war. Und weil sie die Anerbin war, musste sie auch trotz ihrer zwei Ehemänner, die sie immerhin beide überlebte, niemals ihren Nachnamen ändern. Genauso, wie es schon bei ihrer Mutter war. Der Hof wurde zweimal über die mütterliche Linie vererbt. Schon als Anna Christina geboren wurde, waren die Zeiten nicht sonderlich einfach: Es war Krieg - der Siebenjährige Krieg , um genau zu sein. Auch viele junge Männer hier aus dem Altkreis Halle nahmen dran teil, und mit ziemlicher Sicherheit auch welche aus ihrer Verwandtschaft. Das bedeutete auch, dass die Frauen auf den Bauernhöfen noch mehr zupacken mussten als so schon. Anna Christina hatte immerhin zwölf Kinder von ihren beiden Gatten, fünf Söhne und sieben Töchter. Auch da scheint sich die weibliche Überzahl weiter fortzusetzen. Ihren ...

Kranichbeine

Kennen Sie diese Serie im Westfalen-Blatt, in der die Bedeutung westfälischer Familiennamen von Dr. Winfried Breidenbach erklärt wird? Dieses Mal gab es einen typischen Wertheraner Namen: Kronsbein. Wenn man ins Wertheraner Telefonbuch guckt, dann gibt es auch heute noch einige davon. Kein Wunder also, dass mein eigener Stammbaum auch nur so von Kronsbeins und Cronsbeins wimmelt. Ich habe sie ja auch in der direkten Linie, wenn sie ja technisch gesehen eigentlich Hagmeisters waren... Die Erklärung des Herrn Dr. Breidenbach hat mich dann doch überrascht: Als "Übersetzung" nimmt er " Kranichbein " an. Und weil Kraniche lange Beine haben... Nun ja. Da passen bei mir dann auch die Hagmeisters ins Bild:  Die langen Beine sind an mir definitiv vorbeigegangen. 

Mauerfall und Kirchenbücher

Ich habe gestern auch vor dem Fernseher gesessen und mir die Übertragung aus Berlin zum 25. Jahrestag des Mauerfalls angesehen. Schade, dass auf diesen Überschwang der Gefühle damals gleich wieder so viel Pessimismus und Nörgelei folgten. Wenn ich mir da etwas wünschen könnte, dann dass wir uns ein bisschen von dieser Aufbruchstimmung hätten bewahren können. Peinlich ist nur, dass ich den Mauerfall damals glatt verschlafen habe. Aber was soll ich sagen? Ich war gerade 16 geworden und hatte am nächsten Tag Schule. Wo es natürlich auch nur ein Thema gab... :-) Was mir in diesem Moment damals gar nicht so bewusst war: Ich musste ja auch noch Verwandte "im Osten" haben. Logisch - mein Uropa kam ja auch aus Burg bei Magdeburg. Und waren nicht mal so alte Leute von "drüben" bei Oma und Opa zu Besuch...? Inzwischen weiß ich über diesen Teil der Verwandtschaft ein bisschen mehr. Und in der nächsten Woche hoffe ich, noch ein wenig mehr darüber herauszufinden, denn dan...

Der Rorschach-Test nach Pastor Eggerling

Es gibt Menschen, die einem auch noch posthum das Leben schwer machen - wenn auch unbeabsichtigt.  Pastor Eggerling aus Werther  ist so einer. An seine Schrift habe ich mich langsam aber sicher gewöhnt. Wo andere (meine bessere Hälfte zum Beispiel) nur merkwürdige Farbkleckse erblicken (" Ach, so wurde also der Rorschach-Test erfunden!" ), bin ich inzwischen in den allermeisten Fällen in der Lage, zu entziffern, was er denn in seinen Eintragungen gemeint haben könnte. Zumindest dann, wenn er Worte geschrieben hat. Kompliziert wird es nur bei den Zahlen. Die schrieb der gute Mann nämlich so klein und krakelig, dass man wirklich manchmal daran verzweifeln kann.  Nach dem Motto:  "Ist das eine 2? Nee, könnte auch eine 3 sein. Oder vielleicht doch eher eine 5? Mit ein bisschen gutem Willen könnte die 5 auch eine 8 sein, und die 1 eine 7..."  Da lobt man in Gedanken tatsächlich den Schwung der Schrift eines Pastors Bösch und die mathematische Präzision ...

Die "blödsinnige" Anne Marie Ilsabein Wiechmann

Heute gibt es mal einen kleinen Abstecher in die Seitenlinie: Anne Marie Ilsabein Wiechmann  wird am 5. Januar 1840 in Rotenhagen 12 im Kirchspiel Werther geboren; ihre Eltern sind der  Colon Hermann Heinrich Wiechmann , der übrigens auch noch nebenbei Presbyter in Werther ist, und seine Frau  Anna Catharine Ilsabein geb. Meyer zu Theenhausen . Ich weiß nicht, ob Anne schon seit ihrer Geburt "blödsinnig" gewesen ist, wie man es damals so wenig nett nannte, oder ob später eine Krankheit zu einem Entwicklungsrückstand geführt hat. Die Bezeichnng "blödsinnig" taucht jedenfalls 1872 auf, als Anne am 13. April mit immerhin auch schon 32 Jahren einen Sohn namens  August Heinrich  zur Welt bringt. Zu diesem Zeitpunkt lebt sie auf dem elterlichen Hof, den inzwischen (der Vater war 1856 gestorben) ihr Bruder  Johann Heinrich  übernommen hat. Der wird auch der alleinige Pate seines Neffen. Wer August Heinrichs Vater ist? Gute Frage. Man weiß es nicht. O...