Anna Christina stelle ich mir immer als Matriarchin vor, die den Schulte-Clan lenkte . Ich weiß nicht, warum, aber es mag daran liegen, dass sie die Anerbin des Hofes Künsebeck 2 im Kirchspiel Halle war. Und weil sie die Anerbin war, musste sie auch trotz ihrer zwei Ehemänner, die sie immerhin beide überlebte, niemals ihren Nachnamen ändern. Genauso, wie es schon bei ihrer Mutter war. Der Hof wurde zweimal über die mütterliche Linie vererbt. Schon als Anna Christina geboren wurde, waren die Zeiten nicht sonderlich einfach: Es war Krieg - der Siebenjährige Krieg , um genau zu sein. Auch viele junge Männer hier aus dem Altkreis Halle nahmen dran teil, und mit ziemlicher Sicherheit auch welche aus ihrer Verwandtschaft. Das bedeutete auch, dass die Frauen auf den Bauernhöfen noch mehr zupacken mussten als so schon. Anna Christina hatte immerhin zwölf Kinder von ihren beiden Gatten, fünf Söhne und sieben Töchter. Auch da scheint sich die weibliche Überzahl weiter fortzusetzen. Ihren ...