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Es werden Posts vom Juni, 2015 angezeigt.

Martha, Wilhelm und das schwarze Kleid

Dieses Foto steht gerahmt in meinem Bücherregal. Es wurde heute vor 75 Jahren aufgenommen, am 25. Juni 1940. Meine (zukünftige) Großmutter, Martha Hauffe , heiratete meinen (ebenso zukünftigen) Großvater Wilhelm Sickendiek , und zwar zu Hause in Halle (Westf.). Selbstverständlich war das nicht, denn Wilhelm, damals 25 Jahre alt, war Soldat, wie man an der Uniform unschwer erkennen kann. Auch Martha, damals gerade einmal 21, hätte wohl lieber in einem weißen anstatt in einem schwarzen Kleid geheiratet, aber es ging nun mal nicht anders, denn die beiden hatten keine monatelange Vorlaufzeit, um Hochzeit, Feier und Kleid zu organisieren: Sie waren darauf angewiesen, dass Wilhelm ein paar Tage Urlaub bekam. Im Juni 1940 war es dann soweit, und alles musste dementsprechend sehr schnell gehen. Das schwarze Kleid war das beste, das sie finden konnte. Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Foto erinnert mich immer daran, was wirklich wichtig ist. Es bringt mich auf den Boden der Tats...

Mein allerliebstes Erbstück

Wenn es nach den typischen Klischees ginge, dann müsste es eigentlich ein Schmuckstück sein. Ein Ring, eine Kette, zumindest aber doch eine Brosche... Nein, bei mir nicht. Vielleicht bin ich da etwas pragmatischer? Mein Lieblingserbstück ist nämlich das hier: Ja genau - es ist ein Papierkorb!  Dieser Papierkorb steht heute bei mir im Büro unter meinem Schreibtisch. Ich benutze ihn gerne, täglich und ausgiebig...  Ich weiß nicht genau, wie alt er ist, aber er hat schon bei meinem Opa Schwentker (den ich ja nie kennengelernt habe, weil er schon 1966 gestorben ist) in dessen Büro unter dessen Schreibtisch gestanden. Später, bis ungefähr 1980, hat ihn dann mein Vater benutzt. Als ich alt genug war, einen eigenen Schreibtisch zu brauchen und vor allem auch zu wollen, habe ich ihn dann bekommen, weil er eben gerade da war. Und "da" ist er immer noch, obwohl meine Schreibtische in den letzten 30+ Jahren öfter mal gewechselt haben. Er war da, als ich für die Schule lernt...

Wo ist das nur heute?!

Ihr Lieben, wollt Ihr wissen, was mir das Forscherdasein unheimlich erleichtern würde? (Und wahrscheinlich nicht nur mir?) Wenn es online eine Datenbank gäbe, in der man nachgucken könnte, wo die ganzen "alten" Adressen" aus der Zeit, in der es noch keine Straßennamen gab, heute sind!  Wenn ich zum Beispiel nach "Theenhausen 3" suche, würde dann automatisch "Borgholzhausener Str. 87, Werther" dabei rauskommen, oder bei "Eggeberg 30" die "Nordstraße 1, Halle (Westf.)". Am besten, aber nicht notwendigerweise, wären diese "neuzeitlichen" Adressen dann auch noch mit google maps verknüpft, damit man auch genau auf einer Karte sehen kann, wo sie heute sind. Dabei könnten sich dann ja auch neue Forschungsergebnisse oder zumindest -anreize ergeben, zum Beispiel, wenn man merkt, dass es tatsächlich Nachbarn und keine Verwandten waren, die als Paten auftauchen, oder wenn deutlich wird, dass "er" zwar aus Schröttingha...