Meine Abende verbringe ich im Moment oft mit Sterbeeinträgen, und zwar mit denen aus dem 2. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts aus Werther. Soll heißen: Der Erste Weltkrieg ist in meinen Gedanken immer noch sehr präsent, vor allem, wenn ich sehe, wie und wo die Leute gestorben sind. Nehmen wir als Beispiel mal 1918. Für dieses letzte Kriegsjahr (wobei der Krieg ja "schon" am 11.11.1918 formell durch den Waffenstillstand von Compiègne formell beendet war) hat der Standesbeamte Hesse 165 Eintragungen vorgenommen. Nur zum Vergleich: Für das folgende Jahr, 1919, gibt es insgesamt nur 95 Einträge, und von denen gehören noch fünf zu Gefallenen, die erst später eingetragen wurden, weil ihr Tod 1918 noch nicht offiziell bestätigt war. Es gibt also so einiges, das mir an diesem Jahrgang 1918 auffällt: 1. Wenn ich richtig gezählt habe, dann waren 52 der 165 Toten (also fast ein Drittel) Gefallene oder solche, die von fiesen Krankheiten in Lazaretten dahingerafft worden waren . Ei...