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Spuren Jüdischen Lebens in Werther

Ende 2007 wurde zum insgesamt vierten(!) Mal der Jüdische Friedhof in Werther geschändet. Diesen Friedhof oben an der Egge gibt es seit 1889; das letzte Begräbnis fand noch 1942 statt. Insgesamt findet man hier 23 Gräber. 

Man hätte sich nun darauf beschränken können, sich lautstark darüber zu beschweren, dass es Leute gibt, die so dermaßen neben der Spur sind, dass sie überhaupt auf die Idee kommen, Grabsteine zu beschmieren oder umzuschubsen (was aus meiner Sicht übrigens für alle Gräber gilt, nicht nur für die auf jüdischen Friedhöfen). Aber nein, in Werther passierte etwas anderes: Es gründete sich 2008 ein Arbeitskreis mit den Zielen, das Schicksal der jüdischen Familien aus Werther aufzuarbeiten, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen

Das war der Beginn des Arbeitskreises Spuren jüdischen Lebens in Werther. 

Dieser Arbeitskreis kann jetzt sein 15jähriges Jubiläum feiern, denn selbst in einer Kleinstadt wie Werther mit seinen knapp 12.000 Einwohnern kann es gelingen, über einen so langen Zeitraum durchgängig Menschen zu finden, die sich durchgängig engagieren. Dazu gehören nicht nur das Aufstellen des Gedenksteins an der Ravensberger Straße, nur ein paar Meter von dem Standort der ehemaligen Synagoge entfernt, und die Arbeit in den örtlichen Schulen. Wer in der Schule gelernt hat, was damals passiert ist, der wird wohl kaum auf die Idee kommen, Hakenkreuze auf Grabsteine zu sprühen. Danke dafür! 

Nun hat der Arbeitskreis endlich auch eine eigene Homepage, nämlich hier: 

www.arbeitskreis-spuren-werther.de

Wer sich für das Thema interessiert, der sollte sich auf dieser Seite mal angucken. Man findet unter dem Unterpunkt "Jüdische Familien" auch Stammbäume

Bis jetzt liegt der Schwerpunkt des Arbeitskreises eher auf den Geschehnissen des 20. Jahrhunderts, Wenn man sich mal vergegenwärtigt, was da bis jetzt an Recherche betrieben worden ist, dann kann das auch nicht verwundern, denn das ist der Teil, der auch in den Köpfen der Leute am präsentesten ist. Ich selbst würde mich freuen, wenn man auf der Seite demnächst mehr über das jüdische Leben in Werther vor 1933 erfahren könnte, denn das gab es ja schließlich auch.

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