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Mohnblumen und Narrenkappen

Es fällt mir in jedem Jahr wieder auf: 

Ganz Europa erinnert sich an diesem Tag an den Waffenstillstand von Compiègne, denn damit war der Erste Weltkrieg beendet. 

Überall sieht man Poppies, also Mohnblumen. Jedenfalls dann, wenn man mal über den deutschen Tellerrand hinausschaut. 

Foto: mati-foto auf pixabay.com

Und was sieht man bei uns? 

Leute, die sich freuen, dass die "fünfte Jahreszeit" wieder anfängt. Tätä-täta-tätä. 

So ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Der Erste Weltkrieg fällt in der Erinnerung im Vergleich zum Zweiten Weltkrieg ziemlich hinten runter, und das, obwohl er gerade mal etwas mehr als 100 Jahre her ist - und obwohl er im Grunde den Weg für die N*zis leichter gemacht hat, weil alle wegen seiner Folgen "mit der Gesamtsituation unzufrieden" waren. Und was unzufriedene Wähler anrichten können, hat man am Beispiel der Geschichte gesehen. Da muss man gar nicht auf die aktuellen Nachrichten zurückgreifen.  

Ich will ja keinem den Karneval vermiesen. Ich meine nur, dass beides seinen Platz im öffentlichen Gedächtnis haben sollte. 

Wer mal auf einem Soldatenfriedhof war, der kann diese Gedanken vielleicht nachvollziehen. Ich denke heute noch an unseren Besuch in Cambrai. Oder den in Ypern

 

        In Flanders fields, the poppies blow              

        between the crosses, row on row...


 

 

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