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Kleiner Bericht vom Westfälischen Genealogentag 2017

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Was macht man an einem regnerischen Vorfrühlingstag? Ganz einfach: Man setzt sich morgens um kurz vor neun ins Auto und fährt nach Altenberge, zum inzwischen 7. Westfälischen Genealogentag.  Für mich war es inzwischen der dritte, und ich kann jetzt schon sagen, dass ich 2019 auch wieder dabei sein werde, wenn mir das Leben nicht dazwischen kommt. Ich parkte also wieder in derselben Anliegerstraße wie beim letzten Mal (die Parkgewohnheiten der Familienforscher und die damit zusammenhängenden Parkplatzprobleme haben sich in den letzten beiden Jahren nicht wesentlich verbessert) und begann den Genealogentag mit einem kleinen Rundgang durch die Halle. Fast hätte ich mich dort schon festgequatscht - inzwischen kennt man sich ja untereinander, und da laufen einem halt auch schon um zwanzig nach 9 die ersten bekannten Menschen über den Weg -, aber ich habe es gerade noch vermeiden können und war dementsprechend punktgenau um 9.29 Uhr nebenan in der Ludgeri-Schule zum ersten Vortrag...

Der schlimmste Eintrag in meinem Stammbaum

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Normalerweise freut man sich ja über jeden Eintrag im Stammbaum. Heute ist das bei mir anders. Am letzten Donnerstag, also heute vor einer Woche, ist mein Vater gestorben. Gestern haben wir ihn beerdigt. Vor diesem Eintrag im Stammbaum hatte ich seit sieben Monaten Angst. Und nun sehe ich ihn da stehen und denke, "Das kann doch überhaupt gar nicht wahr sein", obwohl ich ja dabei war. Keine weitere Primärquelle notwendig, jedenfalls nicht für mich. Ohne jetzt hier ins Detail gehen zu wollen: Die letzten Wochen waren nicht einfach, für keinen von uns. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich nicht wirklich den Kopf frei hatte zum Ahnenforschen, geschweige denn zum Bloggen.  Seht's mir nach. Im Moment bin ich in so einer Phase, in der ich mit Verwunderung registriere, dass sich die Welt trotzdem weiterdreht. Gesackt ist das alles noch längst nicht. Trotzdem - es muss irgendwie weitergehen. Und es wird auch weitergehen. Auch hier im Blog. Ich bin mir noch nicht g...

Die Sache mit der Beschneidung...

... betrifft mich jetzt zwar nicht direkt, interessiert mich aus irgendeinem Grunde aber trotzdem. Das ist wahrscheinlich die Eigenschaft, die man bei allen Forschern in überproportionalem Maße findet - Neugier.  Als ich die Judenregister von Werther bzw. aus dem Altkreis Halle durchguckte, fiel mir auf, dass bis 1846 in den allermeisten Fällen nicht nur das Datum der Beschneidung (Brit Mila) genannt wurde, sondern auch derjenige, der dieses Ritual durchgeführt hat. In der Zeit von 1815 bis 1821, als Pastor Gieseler das Register geführt hat, erwähnt er zwar nur in einem einzigen Fall, wer die Beschneidung vorgenommen hatte ("Rabbi Moses"), aber danach, im kreisweiten Register, steht es bei jedem Jungen explizit dabei. Und ich frage mich, was diese Information überhaupt in behördlichen Akten zu suchen hatte. Ist ja schließlich ein religiöser und kein staatlicher Akt. Trotzdem: Wenn man diese Informationen schon mal hat, dann kann man sie ja auch nutzen. Ich habe sie also...

Die Geburten in der Stadt Werther von 1815 bis 1846

Wenn ich schon einmal dabei bin, die jüdischen Wertheraner in Werthers Gedächtnis einzutragen, dann ist das eine schöne Gelegenheit, auch mal ein bisschen Statistik zu betreiben. Da bietet es sich doch an, mit den Geburten anzufangen... Zwischen 1815 und 1846 wurden in Werther insgesamt 104 jüdische Kinder geboren. Es ist irgendwie schön, die Statistik genau aufgehen zu sehen, denn es sind genau 52 Jungen und 52 Mädchen: Jahr Jungen Mädchen gesamt 1815 1 1 2 1816 0 1 1 1817 1 2 3 1818 1 2 3 1819 0 2 2 1820 1 3 4 1821 0 0 0 1822 2 0 2 1823 0 1 1 1824 3 5 8 1825 4 0 4 1826 3 3 6 1827 4 3 7 1828 2 0 2 1829 2 2 4 1830 ...

Die westfälischen Juden- und Dissidentenregister von 1808 bis 1874

Von vielen Familienforschern unbemerkt hat das unbemerkt hat das Landesarchiv NRW inzwischen sämtliche Juden- und Dissidentenregister aus den Jahren 1808 bis 1874 online gestellt . Und das auch noch gratis! Da muss man doch mal "danke" sagen. Man klicke einfach auf den gewünschten Ort, dann dort auf das Kamerasymbol, und schwupp - man hat die Register innerhalb ein von nur ein paar Sekunden auf dem Bildschirm. Eine kleine Tücke hat die Sache allerdings doch: Wie zum Beispiel für Werther findet man die meisten Register nicht unbedingt in der Stadt, in der man eigentlich sucht - dann muss man sich mal in der nächsten Kreisstadt umgucken (Werther gehörte damals ja zum Kreis Halle, der 1973 aufgelöst wurde - also findet man die Register unter Halle).  Oft lohnte es sich eben nicht, für jede Kleinstadt eigene Register anzulegen... Meinen Nachmittag habe ich dann auch damit verbracht, die jüdischen Geburten von 1815 bis 1846 in "Werthers Gedächtnis" einzutragen. Da...

Demnächst in meinem Bücherregal - wenn ich es denn wieder benutzen kann...

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Das war er nun also, der erste Arbeitstag im neuen Jahr. Man hat das Gefühl, als hätte es die Feiertage gar nicht gegeben, so sehr ging der ganz normale Wahnsinn heute wieder los... Zur Belohnung und als Ausgleich sitze ich nun mit einer großen Tasse heißer Milch mit Honig (bei der Kälte da draußen genau das richtige, um auch innen und im Inneren warm zu bleiben) in meinem Lieblingssessel, genieße den ersten Feierabend im Jahre 2017 und blättere in den beiden neuen Publikationen des Historischen Vereins, den Ravensberger Blättern (Zweites Heft 2016) und dem 101. Jahresbericht. Ist schon praktisch, dass man beides als Mitglied im Historischen Verein automatisch zugeschickt bekommt, auch wenn ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe, weil ich beides sonst in meinem Lieblingsbuchladen kaufen würde, und man sollte den lokalen Einzelhandel ja schließlich unterstützen... aber ich will mich ja gar nicht beschweren. Im Gegenteil, ich freue mich immer richtig, wenn ich einen di...

Die Magie des Neuanfangs...

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Wie war das nochmal - jedem Anfang wohnt ein Zauber inne? Das erlebe ich gerade in Sachen Familienforschung. Nachdem ich ja nun ganz offiziell in die Familie meines Mannes eingeheiratet habe, fühle ich mich irgendwie legitimiert, auch da mal ein bisschen zu forschen. Obwohl er gebürtiger Rheinländer ist (ja, die Kombination aus Rheinländer und Ostwestfälin kann funktionieren, denn er wurde hier sozialisiert), ist die Sache mit weniger Fahrerei verbunden, als man gemeinhin meinen sollte, denn väterlicherseits stammt die Familie Schwarte aus dem Emsland und war - soweit ich bis jetzt weiß - durchgehend katholisch. Das bedeutet, dass die Kirchenbücher aus Lathen und Umgebung im Diözesanarchiv in Osnabrück liegen. Wenn man es erstmal geschafft hat, die B68 hinter sich zu lassen, ist man von Halle aus ziemlich schnell da. Der andere Teil der Familie war zwar (wieder: soweit ich bis jetzt weiß) katholisch, lebte aber in der Gegend von Aachen. Die ersten Namen, die ich hier nennen ...