Langsam komme ich in die Phase, in der mir die Pandemie auf die Nerven geht. Bis jetzt hatte ich eigentlich das Gefühl, ziemlich gut durchgehalten zu haben. Arbeiten aus dem Homeoffice? Mache ich eh seit 10 Jahren. Homeschooling? Fällt flach, wir haben Schildkröten. Ausgedehnte Shoppingtrips? Waren auch "vorher" nur die Ausnahme. Was mir langsam fehlt, ist der Austausch mit den Forscherkollegen. Und die Besuche in den Archiven! Wären dies "normale" Zeiten, denn hätte ich schon längst die Geburten des Jahres 1910 gepinnt und in Werthers Gedächtnis eingearbeitet. Wahrscheinlich würde ich jetzt über den Trauungen von 1940 sitzen und dabei den Ehemännern die Daumen drücken, dass sie aus diesem Scheiß-Krieg heile zurückkommen (was leider oft genug nicht der Fall war, die Randvermerke sprechen da eine deutliche Sprache). Aber nein, ich sitze hier und warte, bis der Lockdown mich wieder in der Teeküche des Herrenhauses in Werther arbeiten lässt. Grmpf. Ich kann's j...