Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom April, 2021 angezeigt.

Stammbaum-Software: Eine kleine Geschichte

Wer schon mal die Seite " Über Mich " aufgerufen hat, der hat wahrscheinlich gelesen, dass ich meine erste Software nur per Zufall auf einem Grabbeltisch in den USA gefunden habe. Oder hat sie mich gefunden? Keine Ahnung. Falls ja, dann muss ich mich bei ihr entschuldigen, denn ich kann mich beim besten Willen nicht mehr an ihren Namen erinnern... Diese Software hat mich richtig angefixt . Auch, wenn sie so rudimentär war, dass man außer den Geburts- und Sterbedaten kaum etwas anderes eingeben konnte. Quasi ein Dreirad im Vergleich zum ersten Fahrrad. Deshalb bin ich ihr auch ganz schnell untreu geworden, schon nach ein paar Monaten. Oder waren es nur Wochen? Kann durchaus sein. Da lief mir dann in einem etwas größeren Supermarkt hier in Deutschland der " Familienstammbaum 1.0 " (was ja nichts anderes war die deutsche Version vom Family Tree Maker 1.0 ) über den Weg. Ich weiß noch, dass ich die Daten damals per Hand umgetragen habe, weil ich von " gedcom ...

Die Neuenkirchener Ortmanns

Mein Ur-Ur-Großvater Johann Friedrich Gehring,  geb. am 31.01.1843 und seines Zeichens Müller in Häger 33, hatte sieben Geschwister, von denen aber nur zwei das Erwachsenenalter erreicht haben. Der eine war Johann Heinrich , 1834 geboren, den es letzten Endes nach Isingdorf verschlug. Und dann gab es da noch Anne Marie , geboren am 25.01.1840 in Häger 33, von der ich nur wusste, dass sie im April 1861 in Neuenkirchen den Colon Heinrich Wilhelm Ortmann geheiratet hatte.  Und da kommen die Neuenkirchener Taufen ins Spiel, über ich hier ja schon berichtet hatte.  Ich hatte mir schon gedacht, dass Anne Marie wahrscheinlich nicht kinderlos geblieben war, weil sie ja mit 21 auch für damalige Verhältnisse noch ziemlich jung war, als sie vor den Traualtar trat. Damit war sie übrigens immerhin noch ein Jahr älter als ihr Gatte - der war nämlich gerade erst 20... Was ich dann fand, überraschte mich aber doch ein bisschen, denn die beiden haben es auf insgesamt  10 Kinder ge...

Die Neuenkirchener Taufen sind online

  ... und ich hatte es noch nicht mal gemerkt!  Kann passieren.  Melle-Neuenkirchen ist ja so eine Dauerbaustelle bei mir. Es ist wirklich ironisch - ich wohne nur ungefähr 5 Kilometer von der Grenze nach Suttorf (das ja in den Neuenkirchener Kirchenbüchern zu finden ist) entfernt, und ich habe ja auch genug direkte Vorfahren, die im Kirchspiel Neuenkirchen gelebt haben, schon alleine, weil meine Urgroßmutter Lina Plessner , die Frau des hier schon öfter mal erwähnten August Gehring , aus Suttorf Nr. 20 kam.  Trotzdem ist es wie verhext. Klar, ich habe schon über den Neuenkirchener Kirchenbüchern gesessen, und zwar direkt in Neuenkirchen selbst. Aber dann kam immer irgendetwas dazwischen. Zeitmangel, Krankheit, Pandemie... das Leben halt. Und so gerne ich auch über Originalen brüte, ich habe schon so manches mal geflucht, dass die Kirchenbücher nicht im Netz zu finden sind.  Und dann läuft mir der Zufall über den Weg. In Form eines bloggenden Forscherkollegen n...

Bauer oder Landwirt?

Als jemand, der nicht auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, stellt sich mir die Frage, ob diese beiden Begriffe deckungsgleich sind. Je mehr ich in den Sterbeeinträgen des 20. Jahrhunderts unterwegs bin, desto stärker hege ich den Verdacht, dass dem nicht so ist und mehr dahintersteckt.  Ich habe also mal in meinem Umkreis rumgefragt. Und siehe da, so richtig sicher war sich da auch keiner. Es gab aber verschiedene Theorien, die ich jetzt einfach mal in den Raum stelle, ohne sie zu kommentieren:  1. "Bauern waren eher "konservativ und national" eingestellt, Landwirte schon fortschrittlicher."  2. "Bauern haben den Beruf von klein auf gelernt, Landwirte an irgendeiner Institution, Landwirtschaftsschule oder so. Und Landwirte legten mehr Wert auf den wirtschaftlichen Aspekt."  3. "Kann es sein, dass Bauern generell mehr Tierzucht betrieben und Landwirte mehr Ackerbau? So wie Rancher und Farmer im Englischen?"  4. "Bauer war der Oberbegriff, ab...

Werthers Gedächtnis 2.0

Ich muss wahnsinnig sein.   Gut, mein Mann weiß das schon länger, aber so langsam frage ich mich auch, ob mich diese ganze Pandemiesituation nicht auf merkwürdige Ideen bringt. Ich bin dabei, "Werthers Gedächtnis" komplett auseinander zu nehmen. Damit wir uns hier richtig verstehen: Wir reden von neun vollen Ordnern, gefüllt bis zum Anschlag mit beidseitig bedruckten Seiten.  Bis jetzt hatte ich für (fast) jeden Buchstaben des Alphabets eine Datei. Ausnahmen waren X und Y, weil ich einfach noch keine Familiennamen gefunden habe, die so anfangen, und C&K, die ich in einem langen Dokument zusammengefasst hatte (das fand ich ziemlich sinnvoll, weil Cronsbeins und Kronsbeins ja nun doch sehr eng zusammenhängen). Dann hatte ich noch eine Datei mit "Unbekannten", also mit Leichen, die in und um Werther auftauchten, von denen aber kein Mensch wusste, wer sie zu Lebzeiten waren.  In und mit diesen Dateien habe ich jahrelang gearbeitet. Ich hatte immer einen Papierausdr...