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Wenn Deutschland gegen England spielt...

Während ich dies hier tippe, spielt die deutsche Nationalmannschaft der Männer gerade gegen die englische. So gerne ich auch Fußball gucke, irgendwas muss ich immer noch nebenbei machen. So wie bei jedem anderen Fernsehprogramm auch. 

Mit drei meiner Lieblingsmenschen habe ich eine kleine "Challenge" laufen: Wir tippen. Ein Punkt für die richtige Tendenz, drei für das richtige Ergebnis. Im Moment liege ich auf dem Bronzerang. Ich habe heute 2-1 getippt - wohl gemerkt, für England. Und schon musste ich mir sagen lassen, dass ich als Deutsche doch nicht gegen Deutschland tippen könne. Doch, kann ich! 

Zunächst mal: Fußball ist kein Wunschkonzert.

Außerdem haben mich in diesem Jahr bis jetzt weder die Engländer noch die Deutschen vom Stuhl gerissen. Wenn es nach mir ginge, dann wären Rückpässe über die Mittellinie verboten. 

Und drittens: Nur, weil ich einen deutschen Pass habe, muss ich jetzt keine deutschen Fähnchen an mein Auto frickeln und "Schland" schreien. Und nur, weil ich auf England getippt habe, heißt das auch nicht, dass ich mir wünschen würde, dass England gewinnt. Beim Tippen geht es schlicht um eine Prognose. Und die erste Viertelstunde war jetzt auch nicht so schlecht.

Trotzdem: Wie ich gerade gemerkt habe, wird beim Fußball Patriotismus erwartet. Oder sogar noch mehr? 

"Deutsch sein", was ist das eigentlich? Haben sich meine Vorfahren als "deutsch" definiert? "Deutschland" gibt es nun ja auch noch nicht sooo lange, Stichwort Flickenteppich. Schwierig also. Spontan würde ich sagen, dass die meisten wahrscheinlich eher "Preußen" gesagt hätten, oder vielleicht auch "Westfalen" oder "Ravensberger". Wieder andere hätten wahrscheinlich "Brandenburger" geantwortet, oder "Hannoveraner". Wenn ich die Geschichte weiter zurückdenke, dann waren manche auch mal zwischendurch für ein paar Jahre Franzosen, zumindest technisch gesehen. Da war er wieder, der Unterschied zwischen gefühlter Identität und Staatsbürgerschaft. Das, was sie alle geinsam hatten, war die Sprache, mit welchem Dialekt auch immer.

Die Wechsel der Staatsbürgerschaft muss ich jedenfalls noch in den Lebensläufen meiner Vorfahren einarbeiten. Schon alleine der Vollständigkeit halber.  

Der Vollständigkeit muss ich vielleich auch erwähnen, dass ich das Spiel alleine gucke. Mein Mann ist mit einem Kumpel spontan nach Werther gefahren, zur Eisdiele. "Ist jetzt vielleicht schön leer da." Damit könnte er Recht haben. Er ist halt nicht nur Familienforschungsmuffel, er ist auch Fußballmuffel...

Und falls sich jemand fragt, wen ich denn gerne als Europameister sehen würde - mit Dänemark könnte ich gut leben. Sind gute Typen dabei.

20.00 Uhr, Nachtrag. Da haben sie eigentlich ganz gut gespielt, aber geholfen hat's nicht. Tut mir ja leid, aber wenn ich den Ball nicht ins gegnerische Tor kriege, dann komme ich halt nicht ins Viertelfinale. Schade. Aber beim Tippen habe ich wieder einen Punkt aufgeholt... 

 

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