Schön an den Sterbeeinträgen aus den 1950ern ist, dass meist nicht nur die eigentliche (=konkrete) Todesursache eingetragen ist, sondern auch noch die Nebendiagnosen und chronische Zustände, an denen die Leute mitunter ihr ganzes Leben lang gelitten haben. Damit wird ein Lebenslauf immer ein bisschen "runder". Es gibt aber auch Einträge, über die man heute den Kopf schüttelt, weil man ihre Worte so nicht mehr wählen würde. Über so einen Eintrag bin ich im Jahr 1951 gestolpert; ein zweijähriger Junge war gestorben, was für die Eltern mit Sicherheit schon schlimm genug war. Als "Todesursache" waren genannt: "Herzfehler, Blausucht, Mongoloider Idiot." Diese letzte Formulierung würde man heute nicht mehr hinschreiben; sie klingt einfach nur rüde und abfällig. Und wenn man sich dann nochmal verdeutlicht, dass es hier um ein Kleinkind ging, dann findet man es nochmal doppelt schlimm. Um mal im Bild zu bleiben: Heute würden nur noch Idioten so reden. Aber dam...