Direkt zum Hauptbereich

Tour de Force Teil 3: Omaha Beach

Wenn man das Wort "D-Day" hört, denkt man automatisch an Omaha Beach. Eigentlich gehört der Strand zu einem kleinen Dorf namens Saint Laurent-sur-Mer mit gerade einmal 268 Einwohnern, 22 km von Bayeaux entfernt, wo man den berühmten Wandteppich bestaunen kann. 

Neben Verdun ist das einer der Orte, den ich an bestimmten Tagen in der Geschichte als "Hölle auf Erden" beschreiben würde. 

77 Jahre später stand ich nun da und versuchte, mir vorzustellen, wie die Ereignisse des 6. Juni 1944 damals abgelaufen sind. Klar, mir kam auch die Anfangsszene aus "Der Soldat James Ryan" in den Sinn, aber dazu sollte man vielleicht wissen, dass sie nicht am Originalschauplatz, sondern in Irland gedreht worden ist. Trotzdem, ungefähr so musste es gewesen sein. 

Massensterben. 

Ich habe auf den kleinen Mäuerchen gesessen, aufs Meer geguckt und mich im Stillen bei den Männern bedankt, die ihr Leben dafür gelassen haben, dass Europa von den Nazis befreit worden ist, mit der Konsequenz, dass meine Eltern und ich nicht in einer Diktatur aufwachsen mussten und Krieg etwas ist, dass ich nie selbst erleben musste. Die meisten waren noch so schrecklich jung... 


Wie man sehen kann, waren wir nicht alleine da. Leute gingen mit ihrem Hund spazieren, Kinder buddelten im Sand. Vielleicht hätten wir direkt morgens nach Sonnenaufgang hinfahren sollen und nicht am Nachmittag? Andererseits hat mich diese Normalität aber auch irgendwie beruhigt - trotz allem geht das Leben weiter.  


Ja, es gibt Denkmäler. Ich fand es anrührend, dass dort noch frische Blumen lagen. 

Man sah natürlich auch ziemlich viele Touristen. Es gibt nur ein paar Meter vom Strand entfernt ein relativ großes Museum, das sich mit der Landung am D-Day beschäftigt. Das haben wir uns aber gespart, weil wir uns nicht ganz sicher waren, wie authentisch ein Museum zu einem solchen Thema sein kann, wenn es sich selbst als "child-friendly" bezeichnet. Kann man den Schrecken dieser Tage wirklich deutlich machen, wenn man auch Kinder als Publikum haben will? Abgesehen von diesem gibt es aber noch mehrere Museen, die sich mit dem D-Day befassen, man muss nur ein paar Kilometer fahren. Die Spuren des D-Day sind halt noch allgegenwärtig. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Als Hörste unabhängig wurde

Seit geraumer Zeit tendiert man ja dazu, Orte zusammenzulegen und einzugemeinden. Sinn und Zweck dieser Übung ist, wohl, sie besser verwalten zu können, wobei ich mir nicht immer sicher bin, ob das auch so klappt, wie es einmal beabsichtigt war. Und weil immer mehr Menschen aus den beiden großen Hauptkirchen austreten, passiert in diesem Bereich genau dasselbe: Pfarreien werden zusammengelegt. Vor etwas mehr als 300 Jahren, nämlich im Jahr 1707, konnte man die umgekehrte Entwicklung in Hörste beobachten: Hörste nabelte sich von der Haller Kirchengemeinde ab und wurde selbstständig!  Das Geld für den Kirchenbau hatte man übrigens durch eine Lotterie zusammenbekommen... Zu dieser Zeit lebten auch Vorfahren von mir in Hörste, zum Beispiel ein Teil meiner Fronemann-Sippe: Gerhard Hinrich Fronemann , Colon in Hörste 6, und seine Frau Anne Catharine geb. Heitmann . Beide waren im Jahr 1671 geboren worden und heirateten dann 1701. Die entsprechenden Eintragungen finden sich also im K...

Hilfe vom Sofa aus

Im Moment arbeite ich mal wieder etwas weniger an meinen eigenen Sachen, was aber nicht bedeutet, dass ich untätig bin. Vergrippt, ja, mitunter, aber untätig? Nee...  Bei den Arolsen Archives kann ich mich auch vergrippt und vom Sofa aus nützlich machen: Die Ausländermeldekartei des ehemaligen Amtes Halle (Westfalen) steht online, und es warten noch Tausende von Karten darauf, transkribiert zu werden. Hier ist der  Link .  Das Schöne ist: Man braucht kein Benutzerkonto , um mitzumachen. Das einzige, was man braucht, ist ein bisschen Zeit - und es könnte nicht schaden, wenn man Kurrent und Sütterlin lesen kann.  Man muss sich auch keine Sorgen machen, dass man etwas falsch macht, denn es gilt das Sechs-Augen-Prinzip . Soll heißen: Wenn nicht wenigstens drei Leute unabhängig voneinander dasselbe gelesen haben, wird die Angabe im Endergebnis nicht frei gegeben. Das finde ich persönlich jetzt mal sehr beruhigend, vor allem, wenn es um die Namen und Herkunftsorte der oft...

Der Arbeitskreis Familienforschung Steinhagen

... trifft sich wieder, und zwar am    Samstag, dem 21. Juni 2025,  um 14.30 Uhr  in der Alten Feuerwehr in Steinhagen-Amshausen.    Ja genau, das ist der Samstag zwischen dem Fronleichnams-Brückenfreitag und dem Sonntag des letzten langen Wochenendes dieses Halbjahrs. Mit den ganzen Feiertagen kann man ja nur durcheinander kommen...    ;-)