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Es werden Posts vom April, 2022 angezeigt.

Frollein Meiers toter Punkt

Ich habe mal wieder in Burg bei Magdeburg gearbeitet. Also nicht in Burg selbst (obwohl ich es dort ja wirklich sehr schön fand), sondern in seinen Kirchenbüchern. Dieses Mal wollte ich bei Maria Sophia Besters anderer Großmutter noch ein Stückchen weiter kommen. Bislang wusste ich nur, dass sie eine geborene Maria Sophia Meier war, die den Bürger und Arbeitsmann Christian Lahne aus Burg geheiratet hatte und mit ihm mindestens sechs Kinder bekam, vier Töchter und einen Sohn.  Man könnte jetzt meinen, " Ausgerechnet eine Meier, davon muss es doch Hunderte gegeben haben ", aber das ist nicht mein Problem . Tatsächlich wäre man mit den Kirchenbüchern von Burg viel schneller durch, wenn nicht gefühlt ein Drittel der Menschen dort Schulze geheißen hätte... Ich habe nun Maria Sophias Sterbeeintrag gefunden, Nr. 78/1789 im Kirchenbuch von St. Nicolai . Ihr Alter ist mit 50 Jahren angegeben.  Gut, wir wissen alle, dass wir mit so runden Altersangaben immer ein bisschen vorsichtig ...

Mit Nadel und Faden

YouTube ist eine Wundertüte , und manchmal findet man auch Kanäle, bei denen man richtig etwas lernen kann. Zum Beispiel den eines Schneiders, der sich auf historische Kleidung spezialisiert hat, und deshalb viel per Hand näht. Warum ich hier davon berichte? Nun ja - erstens, weil es mir einen ganz neuen Blick auf das Thema eröffnet hat, und zweitens, weil ich - wie ich hier schon einmal geschrieben habe - ziemlich viele Schneider in meinem Stammbaum habe, vor allem bei meinen Sickendieks .  Wie also arbeitete so ein Schneider? Zunächst einmal wurde der Tisch so nah wie möglich ans Fenster gerückt, um das Tageslicht so effektiv wie möglich ausnutzen zu können. Alles andere hätte die Augen auf Dauer zu sehr angestrengt. Ein guter Schneider schaffte immerhin 30 Stiche in der Minute. Aber warum saß man zum Nähen überhaupt auf dem Tisch und nicht auf einem Stuhl oder auf dem Boden?  Der Boden schied schon aus zwei Gründen aus: erstens war er schwieriger sauber zu halten (was i...

Wenn das Dorf brennt, dann sollte jemand die Kirchenbücher retten...

Bei Ur-Opa Willys Teil der Familie bin ich auch wieder ein Stück weiter gekommen, um genauer zu sein, auf der Seite seiner Großmutter Maria Sophia (geb. am 29.11.1804), die eine geborene Bester aus Burg bei Magdeburg war. Maria Sophias Großmutter mütterlicherseits war eine gewisse Maria Catharina Meineke , die einen Johann Joachim Bester geheiratet hatte. Mehr wusste ich bis jetzt allerdings nicht über sie. Bis ich ihren Sterbeeintrag gefunden habe:  Hier ist sie, unter Nr. 56 im Kirchenbuch Unser Lieben Frauen in Burg, gefunden bei Archion.  Schön, dass der Pfarrer die Kinder so ausführlich mit in den Eintrag geschrieben hat, das freut die Forscherin. Fast (aber auch nur fast) hätte ich da vor lauter Kindern doch glatt ihren Geburtsort überlesen. Heißt das... Gerwisch?!   Ein kurzer Check bei google maps hat meine Lesart bestätigt. Das ist das Schöne, wenn man in den Kirchenbüchern der eigenen heimischen Gefilde unterwegs ist - man kennt die Namen. Von einer Stadt n...

Eine Dekade ist komplett...

Heute vor 10 Jahren habe ich meinen ersten Blogpost veröffentlicht . Auch ein Jahrestag, oder?  Als ich damals angefangen und das erste Mal auf "enter" gedrückt habe, war ich zwar etwas aufgeregt, aber ich habe nicht ernsthaft damit gerechnet, dass irgendjemand mein Geschreibsel lesen würde . Hauptsächlich ging es mir darum, meine eigenen Gedanken zu ordnen, und das ist auch heute noch eine ziemlich große Motivation. Aber doch, mein Blog wird gelesen, und ich habe so einige Cousins und Cousinen x. Grades dazu bekommen. Die Welt ist halt doch ein Dorf...   Und ich habe noch so viele Geschichten zu erzählen. Was bei mir aber nicht funktioniert, ist ein fester Redaktionsplan, so frei nach dem Motto, "jeden Donnerstag schreibe ich einen neuen Blogpost, dann schlafe ich eine Nacht drüber, und freitags veröffentliche ich ihn dann". Wenn ich es so angehe, dann geht ziemlich wenig und ich sitze vor dem sprichwörtlichen weißen Blatt. Andersherum läuft es besser: Ich lese i...

Halles "Lumpenbude"

Halle (Westf.) hat anscheinend ein Problem mit alten Gebäuden - bzw. mit der Frage, ob man sie abreißen soll oder ob es sich lohnt, sie in irgendeiner Art und Weise zu erhalten und wenn ja, als was? Eins dieser Probleme kennt man hier unter dem Stichwort " Borgers ".  Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Mutter im Auto unterwegs. Wir kamen an der Ecke Klingenhagen/Mönchstraße vorbei, und der Anblick, der sich einem dort bietet, ist wirklich kein schöner: Ein altes, verfallenes und ziemlich häßliches Fabrikgebäude, das wirklich nicht mehr zu retten sein dürfte. Darüber besteht sogar ein gewisser Konsens, was in Halle längst nicht bei allen alten Gebäuden der Fall ist. Das Problem ist nicht das Gebäude selbst, sondern das, was sich an Giftstoffen unter der Erde verbirgt: Altlasten. Der Kommentar, den ich von meiner Mutter hörte, ging dann auch in eine ähnliche Richtung:  "Die Lumpenbude... da haben sie sich alle die Lunge kaputt gemacht..."   Solche Sätze sollte ma...