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Eine gute Fehlanzeige

Im Stadtarchiv hier in Halle gibt es eine Mitgliederkartei der NSDAP von 1938. In dieser Kartei findet man zumindest die Mitglieder, die in Halle-Stadt und Oldendorf gewohnt haben; die anderen Ortsteile aus dem heutigen Stadtgebiet sind nicht dabei, weil sie damals ja noch nicht eingemeindet waren (bei Oldendorf war das am 01.10.1938 passiert). 

Wenn man solche Quellen hat, dann sollte man sie auch nutzen. Deshalb hier eine Zwischenmeldung aus dem Stadtarchiv: 

Keine Sickendieks, keine Hauffes, keine Ortmeyers. 

Auch nicht in den anderen phonetischen Schreibweisen. 

Ich kann mir nicht helfen, aber ich war doch ein bisschen erleichtert, obwohl ich mich ja nun wirklich nicht für das Handeln meiner Großeltern und Urgroßeltern in der Nazizeit verantwortlich fühle. Eher dafür, dass wir nicht wieder in die Lage kommen, in der sie damals waren. 

Dennoch, eine Gewähr dafür, dass meine Vorfahren nicht das damalige Regime in irgendeiner Art und Weise unterstützt haben, ist das Fehlen in der Kartei nicht. Sie könnten außerdem ja auch nach 1938 noch eingetreten sein. Aber es ist immerhin etwas. 

Wie Katja Kosubek, unsere Stadtarchivarin, so treffend anmerkte: 

"So kann "Fehlanzeige" auch eine gute Nachricht sein."  

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