Direkt zum Hauptbereich

Vorsicht vor dem Fahnenmast - oder: Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

 

Es gibt einen Grund, weshalb bei uns heute noch einmal Waschmaschine und Trockner gequält wurden: Zwischen Weihnachten und Neujahr werden beide nämlich still und unangetastet bleiben. 

Bei meiner Mutter auch. 

Meine Oma mütterlicherseits hat es auch so gehalten. 

Und meine Urgroßmutter mütter-mütterlicherseits auch. 

Das wären mindestens schon mal vier Generationen. 

Aber warum ist das so? 

Bis vor nicht allzu langer Zeit war mir das gar nicht klar. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass es zwischen den Jahren halt auch einmal eine Zeit geben muss, in denen selbst die pflichtbewussteren Hausfrauen, von denen ich rätselhafterweise, aber ganz sicher abstamme, sich mal ein paar Tage ohne die verflixte Wäsche gegönnt und nur das Nötigste gemacht haben, um dann im nächsten Jahr und mit neuer Energie wieder loszulegen. 

Aber nein - die Geschichte hat noch einen ganz anderen Hintergrund. Wenn man zwischen Weihnachten und Neujahr wäscht, dann bringt das Unglück! 

Den Beweis dafür trat zum Beispiel eine Cousine meiner Großmutter an, von der ich nicht genau weiß, ob sie noch lebt, deshalb lasse ich ihren Namen hier mal vorsichtshalber unerwähnt. Sie wurde in den 1940ern vor der Haller Volksschule an der Bismarckstraße von einem Teil getroffen, das sich von einem Fahnenmasten gelöst und sie Sekundenbruchteile später ziemlich schmerzhaft getroffen hat... die erste Reaktion ihrer Mutter war laut Familienlegende: "Daran bin ich Schuld, ich habe gewaschen!"

Auch, wenn ich in den nächsten Tagen wohl kaum Gelegenheiten haben werde, unter einem Fahnenmasten zu stehen - das Risiko gehe ich nicht ein! Zumal es ja nicht zwingend ein Fahnenmast sein muss und es anscheinend auch andere einem nahestehende Menschen treffen kann.

Die offizielle Erklärung wird natürlich sein, dass ich zwischen den Feiertagen einfach nicht dazu komme. Nicht, dass da jemand abergläubisch wäre... in mindestens vierter Generation. 

ALLEN FRÖHLICHE und unfallfreie WEIHNACHTEN!


 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Als Hörste unabhängig wurde

Seit geraumer Zeit tendiert man ja dazu, Orte zusammenzulegen und einzugemeinden. Sinn und Zweck dieser Übung ist, wohl, sie besser verwalten zu können, wobei ich mir nicht immer sicher bin, ob das auch so klappt, wie es einmal beabsichtigt war. Und weil immer mehr Menschen aus den beiden großen Hauptkirchen austreten, passiert in diesem Bereich genau dasselbe: Pfarreien werden zusammengelegt. Vor etwas mehr als 300 Jahren, nämlich im Jahr 1707, konnte man die umgekehrte Entwicklung in Hörste beobachten: Hörste nabelte sich von der Haller Kirchengemeinde ab und wurde selbstständig!  Das Geld für den Kirchenbau hatte man übrigens durch eine Lotterie zusammenbekommen... Zu dieser Zeit lebten auch Vorfahren von mir in Hörste, zum Beispiel ein Teil meiner Fronemann-Sippe: Gerhard Hinrich Fronemann , Colon in Hörste 6, und seine Frau Anne Catharine geb. Heitmann . Beide waren im Jahr 1671 geboren worden und heirateten dann 1701. Die entsprechenden Eintragungen finden sich also im K...

Hilfe vom Sofa aus

Im Moment arbeite ich mal wieder etwas weniger an meinen eigenen Sachen, was aber nicht bedeutet, dass ich untätig bin. Vergrippt, ja, mitunter, aber untätig? Nee...  Bei den Arolsen Archives kann ich mich auch vergrippt und vom Sofa aus nützlich machen: Die Ausländermeldekartei des ehemaligen Amtes Halle (Westfalen) steht online, und es warten noch Tausende von Karten darauf, transkribiert zu werden. Hier ist der  Link .  Das Schöne ist: Man braucht kein Benutzerkonto , um mitzumachen. Das einzige, was man braucht, ist ein bisschen Zeit - und es könnte nicht schaden, wenn man Kurrent und Sütterlin lesen kann.  Man muss sich auch keine Sorgen machen, dass man etwas falsch macht, denn es gilt das Sechs-Augen-Prinzip . Soll heißen: Wenn nicht wenigstens drei Leute unabhängig voneinander dasselbe gelesen haben, wird die Angabe im Endergebnis nicht frei gegeben. Das finde ich persönlich jetzt mal sehr beruhigend, vor allem, wenn es um die Namen und Herkunftsorte der oft...

Der Arbeitskreis Familienforschung Steinhagen

... trifft sich wieder, und zwar am    Samstag, dem 21. Juni 2025,  um 14.30 Uhr  in der Alten Feuerwehr in Steinhagen-Amshausen.    Ja genau, das ist der Samstag zwischen dem Fronleichnams-Brückenfreitag und dem Sonntag des letzten langen Wochenendes dieses Halbjahrs. Mit den ganzen Feiertagen kann man ja nur durcheinander kommen...    ;-)