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Mit Genealogie gegen den alltäglichen Wahnsinn

Als ich aus dem Urlaub wiederkam, fand ich die relativ durchweichte Ausgabe der neuesten CompGen in meinem Postkasten. Während ich bei strahlendem Sonnenschein am Mittelmeer am Strand geplanscht und für einen kurzen Moment sogar meine Fischphobie überwunden habe, muss es hier in Ostwestfalen also irgendwann geregnet haben. Nachdem ich die Zeitschrift dann trocken gelegt hatte, konnte ich auch in Ruhe mal reingucken. 

Siehe da: Ein Artikel über genealogische Blogs! Viele davon kenne ich sogar, und bei ein oder zwei würde ich mich auch durchaus als regelmäßige Leserin bezeichnen. 

An der Vorstellung der Blogs fand ich übrigens sehr nett, dass darin gut zum Ausdruck kommt, dass so ein Blog auch Arbeit ist. Und so sehr mir diese Arbeit auch Spass macht, in der letzten Zeit fehlte mir tatsächlich irgendwie die Motivation, schon alleine, weil - unter anderem - meine andere Arbeit (also die, mit der ich mir meinen Lebensunterhalt und den Sonnenschein am Mittelmeer verdiene) mich in den letzten Monaten sehr viel Energie gekostet hat. Soviel Energie, dass ich die Familienforschung tatsächlich ziemlich links liegen gelassen habe. 

Das ist mir noch nie passiert. Ich bin jetzt seit Jahrzehnten dabei, und ich hatte ich nie eine Phase, in der ich "nichts" gemacht habe. Jetzt aber schon. Und in diesem Moment, in dem ich diese Worte in die Tastatur hämmere, merke ich, wie sehr mir dieses zeitweilige Abtauchen fehlt. 

Um es ganz klar zu formulieren: Ich möchte mich in meiner freien Zeit wieder mehr damit beschäftigen, in alten Unterlagen zu wühlen, sei es analog oder digital. In Zeiten, in denen die schlechten bis sehr schlechten Nachrichten gefühlt pausenlos auf uns einprasseln, brauche ich einfach einen gewissen inneren Ausgleich und möchte Namen wie Trump oder Putin, Merz oder Söder oder Klingbeil etc. pp. einfach mal für eine Weile ignorieren können! 

Ich glaube, jeder braucht irgendwie so seine kleinen Fluchten, um in dieser sich immer schneller drehenden Welt nicht wahnsinnig zu werden. Bei mir waren das immer Bücher (und sind es auch immer noch), und in meinen frühen Zwanzigern ist dann auch noch die Familienforschung dazu gekommen (und auch geblieben). In diesem Jahr habe ich bis jetzt 24 Bücher gelesen, was jetzt nicht die schlechteste Quote ist, aber so ungefähr vor einem halben Jahr habe ich meine Forschung mehr oder weniger eingestellt. Ohne einen bestimmten Grund. Einfach so. 

Je mehr ich drüber nachdenke: Vielleicht doch nicht "einfach so". Vielleicht habe ich einfach nur meine Prioritäten falsch gesetzt...? 

Zeit, das zu ändern. 

Und auch ein guter Zeitpunkt, denn jetzt bin ich ja gut erholt... 




 

 

 

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