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Es werden Posts vom Juni, 2020 angezeigt.

Marthas Ehering

Halle (Westf.), heute vor 80 Jahren. Marthas Ehering kann man auf diesem Foto leider nicht sehen, aber es gibt ihn immer noch - ich trage ihn gerade an meinem linken Ringfinger. Es ist nämlich auch mein Ehering. Als ich ihn im Standesamt in Halle auf den Finger gesteckt bekam, hatte er schon mehr als 45 Ehejahre auf dem Buckel. Ehejahre, die nicht immer leicht waren (man kann ja schon am Foto erkennen, dass es eine Trauung in schwierigen Zeiten war), aber die beiden hier waren trotzdem glücklich miteinander, so wie ich sie in Erinnerung habe. Inzwischen hat der Ring schon wieder knapp vier Jahre gute Dienste geleistet. Ich muss allerdings zugeben, dass ich ihn mir ein gutes Stück weiter machen lassen musste, weil ich ausgerechnet die Keilfinger aus meiner väterlichen Linie geerbt habe. Egal. Nicht egal ist die Gravur . Als ich den Ring bekommen habe, war keine zu sehen - entweder hat es nie eine gegeben, oder sie ist im Laufe der 45 Jahre irgendwann verschwunden. Ich habe das...

Eingeschlossen im Herrenhaus

Am Mittwoch war ich wieder im Schloss in Werther, weil ich die Sterberegister des Jahres 1944 pinnen wollte. Habe ich auch, und es dauerte. Kein Wunder, über 140 Einträge. Da ist man nicht ganz so schnell, auch wenn man pünktlich um drei Uhr nachmittags anfängt. Ich habe mal wieder in der Teeküche im Herrenhaus gesessen, weil man da ruhiger arbeiten kann als im Lesecafé neben der Bücherei. Außerdem hat man meist noch eine musikalische Untermalung, weil Schüler der Musikschule über einem proben. Und bei einem solchen Wetter lässt man ja meist auch das Fenster auf... angenehmes Arbeiten, kann man nicht anders sagen. Ungefähr vier Stunden später (unterbrochen von zwei winzig kleinen Zigarettenpausen) war ich dann fertig - im doppelten Sinne. Ich kann mir jedenfalls nicht vorwerfen lassen, zu wenig mit der Hand zu schreiben... ich packte also meine sieben Sachen zusammen, machte mich auf den Weg zu der großen schweren Holztür, die auf den Innenhof führt... und stellte fest, dass sie...

Großonkels Sterbeeintrag

Das hier ist der Sterbeeintrag meines Großonkels Helmut Gehring . Standesamt Werther, Nr. 71/1943. Der war mir so wichtig, dass ich ihn mir abfotografiert habe, als ich ihn letzte Woche im Archiv fand. Vor der coronabedingten Archivschließung war ich bei den Sterberegistern ja nur bis 1942 gekommen, und da war dieses Schätzchen hier noch nicht dabei, obwohl ich das Sterbedatum (15.07.1942) ja schon kannte. Ich musste mich also ein bisschen gedulden. Erstaunlich finde ich Helmuts Sterbeeort: "1,5 km westlich Solchose links der Straße (östlicher Kriegsschauplatz)".   Ähem. Da ist wohl ein Fehler passiert, in Kombination mit einer einer Auslassung. Einen Ort namens "Solchose" gab es auf dem "östlichen Kriegsschauplatz" (wussten die Nazis eigentlich selbst nicht, wie sie die Länder nennen sollten, in die sie gerade einfielen?) nicht, und wenn ich mich nicht irre, auch sonst nirgendwo. Da sind wohl die "Kolchose" und die "Sowchose...