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Es werden Posts vom Januar, 2023 angezeigt.

Der Käfer in Klacks Kurve

26. Januar 2023 : Es ist tatsächlich mal ein Wintertag, und ich habe mal wieder beruflich in Warendorf zu tun. Viele Wege führen von hier nach Warendorf, aber ich nehme immer den über Hörste und Greffen. Wenn man durch Hörste "durch" ist, dann kommt man nach ein paar Hundert Metern durch " Klack's Kurve ". Das heißt, man kommt durch, wenn man vernünftig fährt. Klacks Kurve ist in Halle und der näheren Umgebung berühmt-berüchtigt und ein stehender Begriff: "Pass' in Klacks Kurve auf!" Vor allem bei Wetter wie diesem, wenn man nicht weiß, ob sich da nicht vielleicht doch noch eine glatte Stelle versteckt hat. Heute fahre ich also im Schneetreiben durch Klacks Kurve, und sowohl Bertha Benz (ja, mein Auto hat einen Namen) als auch ich überstehen es heile und ohne Schrammen oder Beulen. Dasselbe gilt für den Baum, der seit zig Jahren da steht und schon ungewollt näheren Kontakt mit sehr, sehr vielen Autos hatte.  Eines dieser vielen Autos war der weiß...

Tabus bei der Familienforschung?

Es gibt Momente, in denen ich mich fühle wie ein Eindringling.  Und, wenn man es mal genau nimmt, das bin ich auch.  Wenn ich anfange, eine Familie zu erforschen, dann dringe ich unvermeidbar in deren Sphäre ein. Ich habe hier extra nicht das Wort "Privatsphäre" gewählt, weil es mitunter die Frage ist, was "privat" ist und was nicht. Von verschiedenen Stellen wird diese Frage auch in verschiedener Weise beantwortet. Ich für meinen Teil frage mich zum Beispiel, warum Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten vom Gesetzgeber als privat eingestuft und die entsprechenden Urkunden mit Sperrfristen versehen werden, während man die meisten Informationen heutzutage als Anzeige in der Zeitung oder auf Facebook finden kann.  Andere Informationen sehe ich da schon kritischer. Klar, ich finde es spannend, wenn ich lese, wer sich wie viel Geld von wem geliehen hat, aber über Finanzen spricht man auch heute ja nicht gerne. Trotzdem finde ich es interessant zu erfahren, wenn sich mei...

Menschen, die 1960 in Werther gestorben sind, aber nicht in Werther geboren waren

So, die Sterbeeinträge für 1960 habe ich nun auch in Werthers Gedächtnis eingearbeitet. Und weil ich gerade so schön im Flow war, habe ich auch gleich noch eine kleine Liste mit den Leuten erstellt, die zwar in Werther (bzw. im Bereich des Amtes Werther) gestorben sind, die aber nicht in Werther geboren worden waren. Mein Hintergrundgedanke war, dass eine solche Liste vielleicht helfen kann, wenn man als Forscher jemanden sucht, der aus seinem Heimatort "verschwunden" war, aus welchen Gründen auch immer. Nicht immer hat man ja die Gelegenheit, die Geburtsregister mit dem entsprechenden Vermerk einzusehen, oder die Vermerke fehlen.  Die Liste ist ganz einfach aufgebaut: Nummer im Register, Name, Datum und Ort der Geburt, Datum und Ort des Todes. KH bedeutet Krankenhaus.     1. Heinrich Ludwig Strothenke , 14.03.1881 Borgholzhausen, 01.01.1960 KH 2. Christiane Ernestine Kalms geb. Berger , 02.07.1887 Oberwüstegiersdorf, 06.01.1960 KH 3. Hermann Martin Paul Mittmann , 18.04...

Amtmann Mensing und die mutierten Fridas

Wann immer ich den Namen "Frida" sehe (und den sehe ich im Moment wieder relativ oft, weil ich gerade die Geburten von 1912 in Werthers Gedächtnis einarbeite), dann weiß ich genau, dass diese Frida irgendwann nach 1875 im Amt Werther geboren ist. Und ich weiß auch, wer bei der Schreibweise seine Finger im Spiel hatte: Amtmann Mensing.  Amtmann Mensing war am 06.09.1840 als Carl Wilhelm Adolf Mensing in Minden geboren worden. Seine Eltern waren der Pfarrer der Marienkirche Johann Heinrich Gottlieb Mensing und dessen Frau Elise Hermine Nolting. Irgendwann muss der junge Adolf beim Militär gelandet sein, und dabei kann er sich nicht ganz schlecht angestellt haben, denn in seinem Traueintrag finde ich ihn als "Königl. Lieutenant a.D. und Amtmann". Wie genau Adolf Mensing in Werther gelandet, kann ich nicht sagen. Es ging aber vom Militär in die Verwaltung, was ihm wahrscheinlich ein wesentlich entspannteres Leben bescherte. Vor allem im kleinen und doch recht überscha...

Spitzbuben beim Schneidermeister

  Im Haller Kreisblatt vom 22.03.1930 konnte man die folgende Meldung lesen:  "*Werther, 22. März. Eingebrochen wurde in der vorletzten Nacht bei dem Schneidermeister Schwentker an der Bielefelder Straße. Die Spitzbuben verschafften sich durch Ausschneiden einer Fensterscheibe Eintritt in den Ladenraum. Von den dort aufbewahrten Anzugstoffen wurden für 2000 M gestohlen." Die Bielefelder Straße, von der hier die Rede ist, ist heute die Alte Bielefelder Straße, und der Schneidermeister Schwentker, bei dem eingebrochen wurde, war der Bruder meines Urgroßvaters Hermann, der Schneidermeister Johann Wilhelm Schwentker . Der war 1877 in Wallenbrück geboren worden und hatte sich 1902 in Werther als Schneider selbstständig gemacht. Es würde mich also nicht wundern, wenn er auch meinem Uropa ein oder zwei Anzüge geschneidert hätte.  Quelle: Geschichtsportal Werther Das ist die (Alte) Bielefelder Straße um das Jahr 1930 herum, also ziemlich passend. Zur Orientierung, da sich in Wer...

Der Plan für 2023

    Wie war das, " Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne "? Für mich liegt der Zauber immer in einer frischen "Want-to-Do"-Liste. Und ja, für 2023 habe ich mir wieder ein bisschen was vorgenommen:  1. Die Geburten von 1912 in Werthers Gedächtnis einarbeiten . Die Geburten sind eigentlich immer mein Highlight, denn ich stolpere immer wieder über Menschen in meinem Stammbaum, von denen ich keine (oder nur ganz wenig) Ahnung hatte, dass es sie jemals gegeben hat. 2. Die Trauungen von 1942 in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Ich nehme mal ganz stark an, dass das kriegsbedingt nicht allzu viele sein werden, und ich hoffe, dass nur ganz wenige Ferntrauungen dabei sein werden. Die brechen mir nämlich immer das Herz. 3. Die Sterbeeinträge aus den 1970ern in Werthers Gedächtnis einarbeiten. Werther hat sich in den 70ern weiter verändert, und ich kann mich auch noch gut an das Werther der 1970 erinnern. Ich werde da mit 1973 nun auch in meinem Geburtsjahr ankommen, was ich aber...