Meine Schwentkers haben keine Grabsteine. Weder meine Urgroßeltern, noch meine Großeltern, und auch mein Vater nicht. Das wird sich auch nicht ändern. Die Ironie ist, dass unser "Familiengrab", wenn man es denn so nennen will, auf dem Wertheraner Friedhof direkt am Hauptweg liegt, im Grunde nur einen Steinwurf von der Kapelle entfernt. Soll heißen: Die meisten Beerdigungszüge müssen an den Schwentkers vorbei. Und das ist auch der Grund für den fehlenden Grabstein: "So macht man keine Werbung." Immerhin waren meine Schwentkers drei Generationen lang als Maurermeister mit einem Baugeschäft selbstständig. Ich bin mir sicher, dass es Leute gibt, die diese "Marketing-Chance" genutzt hätten. Aber eben nicht bei den Schwentkers. Und ich find's richtig. Die andere Ironie ist, dass ich trotz dieses "fehlenden" Grabsteins tatsächlich einen Lieblings-Grabstein habe, auch wenn das morbide klingt. Dieser Grabstein hat mich einfach sprachlos gemacht, ...