Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Juni, 2021 angezeigt.

Schulabschlüsse sind was Feines...

... und zwar auch für Familienforscher.  Wenn ich in dieser Woche die Lokalzeitungen durchblättere, dann sehe ich, dass praktisch jede Schule ihre Absolventen vorstellt, mit Foto. Die meisten Mädels im langen Kleid, die meisten Jungs im blauen Power-Anzug (als ob es keine anderen Farben mehr gäbe). Die Namen werden auch genannt, und zwar sämtliche Vornamen, auch wenn sie in den meisten Fällen nicht den Gesichtern zugeordnet werden. Aber immerhin.  Für diejenigen von uns, die sich schwer tun, die aktuell lebende Verwandtschaft zusammen zu puzzeln, kann das eine Hilfe sein . Man erfährt vielleicht noch einen weiteren bislang unbekannten Vornamen (viele der Kids dieser Generation haben ja wieder zwei oder mehr) oder kann das Alter besser eingrenzen. Und bei der Gelegenheit auch schon mal die Schulbildung bei dieser Person eintragen, ruhig auch mit der Anmerkung, dass die Corona-Pandemie nur eingeschränkt Präsenz-Unterricht zugelassen hat. Wenn man die Zeitung nicht im E-Abo h...

Wenn Deutschland gegen England spielt...

Während ich dies hier tippe, spielt die deutsche Nationalmannschaft der Männer gerade gegen die englische. So gerne ich auch Fußball gucke, irgendwas muss ich immer noch nebenbei machen. So wie bei jedem anderen Fernsehprogramm auch.  Mit drei meiner Lieblingsmenschen habe ich eine kleine "Challenge" laufen: Wir tippen. Ein Punkt für die richtige Tendenz, drei für das richtige Ergebnis. Im Moment liege ich auf dem Bronzerang. Ich habe heute 2-1 getippt - wohl gemerkt, für England. Und schon musste ich mir sagen lassen, dass ich als Deutsche doch nicht gegen Deutschland tippen könne. Doch, kann ich!  Zunächst mal: Fußball ist kein Wunschkonzert. Außerdem haben mich in diesem Jahr bis jetzt weder die Engländer noch die Deutschen vom Stuhl gerissen. Wenn es nach mir ginge, dann wären Rückpässe über die Mittellinie verboten.  Und drittens: Nur, weil ich einen deutschen Pass habe, muss ich jetzt keine deutschen Fähnchen an mein Auto frickeln und "Schland" schreien. Und ...

Die erste Martha

Ich hatte hier im Blog vor geraumer Zeit schon einmal kurz über über Catharine Wilhelmine Martha Ortmeier berichtet, die älteste Tochter meiner Ur-Ur-Großeltern Friedrich Wilhelm August Ortmeyer und Franziska Wilhelmine (genannt Minna) Torweihe . Das ist diejenige welche, die nie auf Familienfotos auftaucht (jedenfalls habe ich sie noch nicht identifizieren können) und von der die Familienlegende erzählt, dass sie mit einem Hypnotiseur das Weite gesucht haben soll... Inzwischen weiß ich etwas mehr über Martha . Ich kann sie jetzt einfach nur Martha nennen, weil das der einzige Name war, der in ihrem Geburtseintrag steht:  Nr. 187 Halle am 2. December 1892 Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute, der  Persönlichkeit nach bekannt,  der Ackersmann Friedrich Wilhelm  August Ortmeier,  wohnhaft zu Oldendorf, Arode Steinhausen No. 5,  evangelischer Religion, und zeigte an, daß von der  Franziska Wilhelmine Ortmeier,  geborene Torweihe,...

Ach, wenn es doch so einfach wäre...

Täusche ich mich, oder sehe ich in der letzten Zeit vermehrt Werbung für Ahnenforschungsportale im Fernsehen? Nicht unbedingt in den Halbzeitpausen beim Fußball (ja, ich gucke Fußball, sehr gerne sogar), aber auf anderen Sendern. Ständig höre ich Sätze wie " Familienforschung leicht gemacht ..." Mal im Ernst - wenn es so einfach wäre, dann würden nicht jahrelang über unseren Forschungen brüten . Deswegen ärgert es mich, wenn suggeriert wird, dass man schwupp-di-wupp mit ein paar Klicks die gesammelte Familiengeschichte an einem Tag aufrollen könnte. Nein, das kann man nicht. Ich will ja nun niemandem seine Illusionen rauben (oder vielleicht doch?) , aber wer das glaubt, der glaubt auch, dass man innerhalb von zwei Wochen ohne zu hungern dauerhaft zwanzig Kilo abnehmen könne oder dass es bei der Fußball-EM einzig und allein um Fußball ginge.  Es ist völlig okay , wenn man erstmal nur ein bisschen in die eigene Familiengeschichte hineinschnuppern will. Wer aber nur die Stammb...

Eine kleine Korrektur und ein kurzer Nachtrag

Ups, da bin ich doch glatt Opfer meiner eigenen Vorurteile geworden...  In meinem Post von gestern hatte ich sinngemäß geschrieben, dass es meine Oma Martha gewesen sei, die Opas Kniff so perfekt in die Mitte seiner Hosenbeine gezaubert hätte.  Irrtum!  Das war er selbst!   Ja, er hat seine Hosen selbst gebügelt, wie ich mich gestern Abend von meiner Mutter aufklären lassen musste. Jetzt stellt sich nur noch warum. Wenn ich nochmal in meiner Vorurteilskiste grabe, dann würde nämlich immer noch behaupten, dass es meist die Frauen waren, die ihren Männern die Hosen gebügelt haben. Für Oma freut es mich so im Nachhinein jedenfalls, denn eine Leidenschaft fürs Bügeln habe zumindest ich nie entwickelt. Und ein Talent erst recht nicht... Nun ja. Andere Geschichte.  Einen Nachtrag zum Foto habe ich noch: Ich hatte ja schon erwähnt, dass es in Tatenhausen aufgenommen worden ist. Übrigens von dem Mann einer der Cousinen meiner Oma auf der Ortmeyer-Seite. Dessen Sohn ha...

Das Mädchen mit der wilden Tolle...

  ... wird heute 75!   Alles Liebe zum Geburtstag, Mama!   Heute trägt sie zwar keine knielangen Hängekleidchen mehr, sondern stattdessen lieber Shirts und Pullis (am allerliebsten dunkelblau-weiß gestreift), aber schon damals konnte man sehen, dass dieses Kind einiges an Energie hat. Und die hat sie auch heute noch, was mich unter Umständen an den Rand des Wahnsinns treiben kann :-) To-do-Listen sind nicht ihr Ding, sie legt lieber direkt los. Dazu passt, dass sie ihren Kaffee bis heute schwarz trinkt. Wenn sie nicht gerade ausgedehnte Spaziergänge durch Werther oder von Duhnen zur Kugelbake unternimmt (das Wandern ist, zumindest im Moment, Corona zum Opfer gefallen), dann kann man sie auch oft im Auto antreffen, und zwar relativ zügig unterwegs. Vor allem, wenn sie mit einem Spaghettieis aus der Wertheraner Eisdiele unterwegs zu mir ist. Sie behauptet dann immer mit unschuldiger Miene, sie passe sich nur dem Verkehrsfluss an. Solange ich mich erinnern kann, hat sie imme...

Achtung, neue Adresse!

Als ich damals mit dem Blog hier angefangen habe, habe ich mir eigentlich keine großartigen Gedanken darüber gemacht, was ich schreiben wollte. Nur, dass ich schreiben wollte. Das letzte, worüber ich mir Gedanken gemacht habe, war ein Domain-Name. Ich habe einfach "ahnenforschung-owl" eingetippt und dachte mir, "Ach, zur Not kann ich's ja ändern..."  Äh, ja. In einem schwachen Moment habe ich quasi Domain und Name verwechselt. Kann passieren. Im besten Falle sollte ja beides zusammenpassen.  Dazu kam dann noch, dass ich mir selbst kaum den Domain-Namen merken konnte. Also habe ich heute mal Konsequenzen gezogen:  Das hier ist ein Familienforschungsblog. Deshalb findet man mich nun unter  familienforschungsblog.de .  So einfach kann es manchmal sein.   Warum ich's jetzt geändert habe?  Dafür gibt's eigentlich mehrere Gründe.  Zunächst mal war mir der Begriff "Ahnenforschung" irgendwann ein Dorn im Auge.  "Ahnenforschung", das klingt...

Schwiegermuttergift (Sterben in den 1950ern, Teil 2)

Für den geneigten Familienforscher ist es ja hilfreich, dass in den 1950ern durchgängig die Todesursachen (samt eventueller Nebendiagnosen) angegeben wurden. Außerdem kann man gleichzeitig noch seine Kenntnisse in Chemie, Medizin- und Kriminalgeschichte erweitern.  Bei diversen Todesfällen fiel mir die Bezeichnung "E 605" auf. Mein Hirn, das sich im Grunde noch immer gegen jegliches Begreifen naturwissenschaftlicher Vorgänge sperrt ( nach dem Motto, "ich weiß, dass Schwerkraft existiert, ich muss sie nicht auch noch erklären können" ) führte mich zunächst auf die falsche Spur. Mit E-Nummern, die wir heute als "Lebensmittelzusatzstoffe" kennen, hatte E 605 nämlich nur sehr periphär etwas zu tun, und dann auch noch in einem anderen Sinn.  E 605 ist ein anderer Name für Parathion , ein hochwirksames Insektizid .  Das bedeutet, dass man Pflanzen damit behandeln kann, ohne dass sie absterben; die Insekten, die man loswerden will, bezahlen diese Aktion allerdi...

Wenn Sterbeeinträge aufs Gemüt schlagen (Sterben in den 1950ern, Teil 1)

Wenn ich mir Sterbeeinträge aus den 1950ern vornehme, dann merke ich richtig, dass mir das auf die Stimmung schlägt. Nicht nur, weil ich ständig neue Dateien anlegen muss, weil seit 1945 einfach viele neue Familien (oder das, was noch von ihnen übrig geblieben ist) in Werther aufgetaucht sind, sondern wegen der Todesursachen .  Ich meine dabei noch nicht einmal die derjenigen, die im Krieg geblieben sind, auf dem "Rücktransport von der Krim in die Heimat" verstorben oder in irgendeinem russischen Lager an Unterernährung verreckt sind. So schlimm das alles auch ist ( und das ist es ) , das waren eben die Folgen des Krieges ( ob die Menschheit daraus was gelernt hat, wird sich zeigen ). Ich bin 1973 geboren und damit in einer Zeit aufgewachsen, als die Spuren des Zweiten Krieges in meinem direkten Umfeld nicht mehr offensichtlich waren, zumindest für mich als Kind nicht. Jemand, der zum Beispiel in Berlin oder Dresden aufgewachsen ist, könnte das durchaus anders sehen. Diese T...