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Es werden Posts vom Mai, 2023 angezeigt.

Die kleinste Schrift der Welt

Das Standesamt Eschweiler war dann doch schneller, als ich zu hoffen gewagt hatte! Am Dienstag hatte ich das hier in der Post:    Allerdings ohne die Lochung; die stammt von mir. Ich konnte mich also doch schon vor Pfingsten auf die Suche nach den weiteren Vorfahren des Familienforschungsmuffels machen. Der guckte übrigens nur etwas verdattert auf die beiden Kopien und sagte:  "Ich sehe nur schräge Striche...!"   Er sieht Striche, ich sehe Möglichkeiten.   Zugegeben, die Schrift ist wirklich sehr klein, aber zum einen hilft das jahrelange Kurrent-Lesen, und zum anderen weiß man ja immer schon zumindest ungefähr, was in den  Lücken der Formulare stehen muss - eine Berufsbezeichnung, gefolgt von einem Namen, oder eine Zahl als Datumsangabe...  Das einzige Wort, bei dem ich etwas gekämpft habe, war der Geburtsname der Mutter der Braut. Kümmerling vielleicht?  Nein, nicht Kümmerling. Kämmerling . Da die Sterberegister von Dürwiß bei www.archive,...

Rechtsbehelfsbelehrung aus Eschweiler

Ach ja, unsere deutsche Bürokratie.   Wir erinnern uns: Nach einem netten Telefonat mit dem Standesamt Eschweiler weiß ich nun, dass der Familienforschungsmuffel Clermont-Vorfahren hat. Um in dieser Linie weiter zu kommen, warte ich aber noch auf die Kopien zweier Einträge aus dem Standesamtsregister von Dürwiß , das inzwischen nach Eschweiler eingemeindet ist.  Als Forscherin freue ich mich ja, wenn ich Post vom Standesamt bekomme. Ja, letzten Endes sogar dann, wenn es nur ein Gebührenbescheid ist, weil ich weiß, dass es jetzt weiter geht ( ist halt alles eine Frage der Perspektive, nicht wahr? ). Ich frage mich nur, warum man alles immer so kompliziert machen muss... Ich meine jetzt noch nicht einmal, dass ich nach dem netten Telefonat den Traueintrag noch einmal separat per Mail ordern musste. Das ist ja völlig in Ordnung, damit die Stadt Eschweiler im Zweifelsfall etwas Schriftliches in der Hand hat. Aber wenn man die schriftliche Bestellung schon zu dem Zeitpunkt im Post...

Öcher Singsang in meinen ostwestfälischen Ohren

Nachdem ich nun Opa Wilhelm Schwartz ' Geburts-, Heirats- und Sterbedaten in Erfahrung hatte bringen können, habe ich mich direkt wieder an den Rechner gesetzt und zwei Mails geschrieben:  Einmal an das Standesamt in Aachen , um an eine Kopie von Wilhelms Geburtseintrag zu kommen, denn dann kenne ich auch seine Eltern. Ich habe mal ein bisschen in den alten Adressbüchern von Kohlscheid gestöbert, die man online finden kann. Es würde mich deshalb nicht wundern, wenn sein Vater auch ein Wilhelm war. Hier warte ich noch auf Antwort.  Das Standesamt in Eschweiler war dagegen war schneller. Ich bin inzwischen schon ganz happy, wenn das Telefon klingelt und die Vorwahl im Display mit "042" beginnt. Außerdem höre ich den "Öcher Singsang", wie ich ihn nenne,  extrem gerne. Diese Sprachmelodie, die so ganz anders ist die ostwestfälische hier. Wenn ich ehrlich bin, dann können meine ostwestfälischen Ohren sie zwar nicht wirklich vom Kölner Dialekt unterscheiden, aber egal...

Vielleicht war er ja noch nicht richtig tot...?

Der Großvater mütterlicherseits des Familienforschungsmuffels war Friedrich Wilhelm Schwartz aus Kohlscheid bei Aachen . Wilhelm war sein Rufname, er war Bergmann , und mit Franziska geb. Derix verheiratet.  Das Kohlscheider Wappen: Drei Schlägel als Symbole des Bergbaus. Laut dem einzigen Onkel meines Mannes auf mütterlicher Seite sollte Wilhelm im November 1916 in Kohlscheid geboren worden sein. Und in Kohlscheid soll er auch gestorben sein. Nach der onkelschen  Erzählung soll er aus dem Krankenhaus gekommen und mit den Worten "Ich gehe jetzt sterben" die Treppe hochgegangen sein. Und das soll er dann auch getan haben.  Das muss irgendwann zwischen 1990 und 1993 gewesen sein. Der Familienforschungsmuffel wohnte da schon lange mit seinen Eltern hier in Ostwestfalen, so dass er das alles im Grunde nur noch aus zweiter Hand mitbekommen hat, zumal es im Informationsfluss zwischen Kohlscheid und OWL wohl gehakt hat. Wie das Leben halt manchmal so spielt.  Die Mutter ...

Spuren Jüdischen Lebens in Werther

Ende 2007 wurde zum insgesamt vierten(!) Mal der Jüdische Friedhof in Werther geschändet. Diesen Friedhof oben an der Egge gibt es seit 1889; das letzte Begräbnis fand noch 1942 statt. Insgesamt findet man hier 23 Gräber.  Man hätte sich nun darauf beschränken können, sich lautstark darüber zu beschweren, dass es Leute gibt, die so dermaßen neben der Spur sind, dass sie überhaupt auf die Idee kommen, Grabsteine zu beschmieren oder umzuschubsen (was aus meiner Sicht übrigens für alle Gräber gilt, nicht nur für die auf jüdischen Friedhöfen). Aber nein, in Werther passierte etwas anderes: Es gründete sich 2008 ein Arbeitskreis mit den Zielen, das Schicksal der jüdischen Familien aus Werther aufzuarbeiten, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen .  Das war der Beginn des Arbeitskreises Spuren jüdischen Lebens in Werther.  Dieser Arbeitskreis kann jetzt sein 15jähriges Jubiläum feiern, denn selbst in ei...