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Mitten in der Stadt war früher auf dem Land...

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Irgendwann fiel mir auf, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts die Todesfälle in Arrode Nr. 13 nur so knubbelten. Kein Wunder, denn es handelte sich um das St. Jacobi-Stift , das sich ab 1875 vom "Pflegehaus" im Laufe der Jahre zu einem "richtigen Krankenhaus" entwickelte. Das war zu einer Zeit, als Krankenhäuser noch nicht wie reine Wirtschaftsunternehmen geführt werden mussten und man es noch wichtig fand, auch in einer Kleinstadt zumindest eine Primärversorgung vor Ort zu haben, die man sich heute nicht mehr leisten kann. Inzwischen ist das Krankenhaus schon längst wieder abgerissen und damit ein abgeschlossener Teil der Geschichte. Wer Bilder sehen will, der muss nur mal " Krankenhaus Werther " in die Google-Bilder-Suche eingeben. An seiner Stelle und Stätte findet man aber wieder ein Jacobistift - dieses Mal in Form eines Seniorenheims, unten an der Mühlenstraße. Was heute so selbstverständlich mitten in der Stadt liegt, war in früheren Zeiten tats...

Eine E-Mail-Adresse für die Familienforschung

Jetzt habe ich es also doch getan - ich habe eine E-Mail-Adresse für diesen Blog hier eingerichtet. Sie lautet ganz schlicht werther203[at]gmx.de Wer mir etwas schreiben will, ohne einen Kommentar zu hinterlassen, der kann das nun also ganz problemlos tun. Klar, das "[at]" sollte man beim Tippen durch das entsprechende Zeichen auf der Tastatur ersetzen. Und natürlich habe ich mir auch etwas bei der Adresse gedacht: Werther Nr. 203 war das Haus, in dem ich in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts eine richtig glückliche Kindheit verbringen durfte, auch wenn zu dem Zeitpunkt dann doch schon die Straßennamen in Gebrauch waren (soo alt bin ich nun auch wieder nicht!). Und schon muss ich wieder über mich selbst grinsen, weil alles bei mir irgendeine Bedeutung haben muss... Bis jetzt hatte ich mich dagegen gesträubt, hier eine E-Mail-Adresse zu veröffentlichen, aus dem einfachen Grunde, weil ich keine Lust auf Unmengen von Spam hatte. Ich hoffe mal, dass sich d...

Lektion gelernt: Zwillinge (Teil 3)

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Als ich damals anfing, die Linie von meinem nach Ostwestfalen "importierten" Urgroßvater Willy Hauffe zu erforschen, war das, was mir meine Mutter über diesen Teil der Familie sagen konnte, eher rudimentär. Kein Wunder, denn im Grunde kamen alle Informationen, die sie hatte, über ihre Mutter, so dass das bisschen, mit dem ich anfangen musste, aus mindestens zweiter Hand kam. Darunter war auch die Information, dass Willy einen Zwillingsbruder gehabt haben sollte, und zwar Waldemar . Abgesehen davon, dass ich dabei auch damals schon entweder an weißbiertrinkende Sportmoderatoren dachte oder zumindest an kurzbeinige Jagdhunde, die ständig Rücken haben, fand ich den Namen allein schon eher stammbaum-untypisch, obwohl ich zugeben musste, dass ein Zwillingspärchen namens "Willy und Waldi" doch eigentlich nicht ganz unwahrscheinlich klang. Alliteration sei Dank.  Weil ich die Reste seines alten Personalausweises in die Finger bekommen hatte, wusste ich, dass Willy...

Die Geburten in Werther im Jahre 1907 - eine kleine Statistikspielerei

Im Moment bin ich gerade dabei, die Geburten des Jahres 1907 in "Werthers Gedächtnis" einzuarbeiten. Wenn mich in letzter Zeit jemand im "Schloss" in Werther angetroffen hat, wo ja inzwischen Bücherei und Stadtarchiv untergebracht sind, und sich gewundert hat, warum ich so frenetisch vor einem alten Buch sitze und vor mich hinschreibe, dann ist das die Erklärung: Ich habe die 154 Geburten fein säuberlich abgepinnt. Inzwischen bin ich ziemlich gut und ziemlich schnell darin, was ja auch kein Wunder ist, weil die Einträge im Grunde immer nach demselben Schema aufgebaut sind. Ein paar Stunden hat es dann trotzdem gedauert. Als ich den kompletten Jahrgang dann in meinem Ringbuch stehen hatte, erwachte dann wieder die kleine Statistikerin in mir... und hier ist nun das Ergebnis. Die Basisfakten: männlich: 73 weiblich: 81 ev./luth.: 153 ...

Lektion gelernt: Zwillinge (Teil 2)

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Mein Vater konnte sich noch gut an seine Großmutter Lina , mit vollem Namen Margarethe Katharine Karoline Gehring geborene Plessner , erinnern. Kein Wunder, denn als sie am 6. August 1962 starb, war mein Vater immerhin schon 19 Jahre alt. Was mein Vater nicht wusste: Lina hatte eine Zwillingsschwester. Er hat also erst von mir erfahren, dass er eine Großtante hatte, Marie Katharine Elise Plessner .  Die beiden Zwillinge wurden am 25. September 1887 in Suttorf Nr. 20 (im Kirchspiel Neuenkirchen, gehört heute zu Melle) geboren, als Töchter des Colons Heinrich Wilhelm Plessner und Caroline Marie Dieckmannskamp . Ich kann mir noch gut an meine eigene Überraschung erinnern, denn mit einer Zwillingsschwester von Lina hätte ich nun gar nicht gerechnet. Es war ein ziemlich schöner Frühsommerabend Ende Mai 2011, als ich mit Herrn Werner, dem Hüter der Neuenkirchener Kirchenbücher, im Pfarramt in Neuenkirchen saß und in den Originalen blättern durfte. Wie man sieht, habe ich meine N...

Panzerjägerabteilung 306 und Infanterie-Regiment 670 und 371. Infanterie-Division...

Es freut mich immer, wenn ich auf mein Blog hier Rückmeldungen bekomme, und vor allem natürlich, wenn sie in direktem Zusammenhang mit den Fragen stehen, die ich hier aufwerfe. Deshalb noch einmal zurück zu Helmut Gehring...  Ich weiß nun, dass er in Brügge in der Panzerjägerabteilung 306 war, bevor er an die Ostfront verlegt wurde. Diese Information stammt von jemandem, der mit ihm dort war, und der seine Eltern (also meinen Urgroßvater und meine Urgroßmutter) nach Helmuts Tod geschrieben hat und davon berichten konnte, weil er in derselben Kompanie war. Dieser Brief wurde am 24.09.1942 geschrieben (genau am Geburtstag meines Vaters, was für eine Ironie) und endet mit "So grüße ich Sie fern der Heimat aus dem Raume Stalingrad". Wenn man das liest, wird's einem doch ein bisschen anders.  Was der Brief auch noch hergibt, das ist natürlich die Feldpost-Nummer des Schreibers, in diesem Fall die 07877. Nach diesen Feldpostnummern kann man zum Beispiel über das Deutsch...

Der Russlandfeldzug ... und ein kleines Gedankenspiel

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In dieser Woche ist es 75 Jahre her, dass die Schlacht um Stalingrad endete. Vielleicht sollte man das mal zum Anlass nehmen, um zu gucken, welche Auswirkungen der Russland-Feldzug eigentlich auf die eigene Familiengeschichte hatte. In meiner Familie sind die Auswirkungen offensichtlich: Das hier ist mein Großonkel, Hermann Wilhelm Helmut Gehring. Er ist am 15.07.1942 bei Woroschilowgrad (das heute wieder Altschewsk heißt und in der Ukraine liegt) gefallen. Da war er gerade mal 25. Und ja, es ist ein merkwürdiges Gefühl, hier ein Foto zu posten, das einen Verwandten in Nazi-Uniform zeigt. Rechte Tendenzen kann ich bei mir selbst nämlich gar nicht ausmachen. Trotzdem gehört auch das zu meiner Familiengeschichte, ob ich will oder nicht.  Helmut Gehring war wohl beim "Fall Blau" dabei, jedenfalls sagt mir Wikipedia, dass Altschewsk ungefähr in der Mitte des Gebiets lag, in das die Wehrmacht zwischen dem 7. und dem 22. Juli 1942 einfiel. Zeitlich käme das also hin. Ich ...